20 Jahre Bürgermeister: Bösel verabschiedet Block mit großen Ehren


Bösel – Bevor Hermann Block nach über 20 Jahren als Bösels Bürgermeister selbst verabschiedet wurde, hatte er noch wichtige Aufgaben während seiner letzten Ratssitzung zu erfüllen: die Verabschiedung und Ehrung von scheidenden und verdienten Ratsmitgliedern. Zudem war der Barßeler Bürgermeister Nils Anhuth gekommen, um als Vorsitzender des Kreisverbandes Cloppenburg des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes Ehrungen zu überreichen.
„Es ist ein guter Tag, wenn man Ehrenamtliche ehren kann“, sagte Block zuvor. Fünf Jahre im Rat waren Lena Tholen-Hatke, Ralf Meyer, Michael Oltmann, Ludger Speckmann und Moritz Cloppenburg, Stephan Sandmann 10 Jahre, die dafür von Block eine Urkunde und ein Geldgeschenk erhielten. Eckhardt Moorkamp, der 18 Jahre dabei und Vorsitzender des Schulausschusses war, erhielt zudem die Ehrentrophäe der Gemeinde. Block selbst, der natürlich während seiner gesamten Amtszeit Ratsmitglied war, bekam aus den Händen seines Vertreters, Ludger Beeken ebenfalls die Ehrentrophäe.

Einer besonderen Ehrung wurden Ludger Beeken (35 Jahre im Rat) und Martin Meinerling (25 Jahre) zuteil. Neben den Abschiedsgeschenken dürfen sie sich nach einem Ratsbeschluss jetzt „Ehrenratsherr“ nennen. Beeken war Mitglied und Vorsitzender im Bauausschuss, im Verwaltungsausschuss, war stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender der CDU-Fraktion und vertritt Bösel nun im Kreistag. Meinerling saß jahrelang im Verwaltungsausschuss, im Schulausschuss, im Bauausschuss und im Jugendausschuss, war Vorsitzender der FDP-Fraktion und Gründungsmitglied im Arbeitskreis „TAG“.
Der Städte- und Gemeindebund zeichnet Ratsmitglieder nach langjähriger Mitgliedschaft aus. Die Ehrennadel in Bronze gingen an den Ratsvorsitzenden Markus Schulte und an Eckhardt Moorkamp, die beide länger als 15 Jahres dem Rat angehören. Die Silberne (über 20 Jahre) bekamen Bürgermeister Hermann Block sowie die beiden stellvertretenden Bürgermeister Josef Hatke und Bernd Roder. Für ihre über 25 Jahre andauernde Mitgliedschaft gab es für Thomas Butz und Martin Meinerling die Auszeichnung in Gold.
Zur Verabschiedung von Bürgermeister Hermann Block hatte die Gemeinde Bösel in den Saal Bley eingeladen. Bevor es soweit war, wartete vor dem Rathaus eine Überraschung auf ihn und seine Lebenspartnerin Andrea Eilers: Mit laufendem Motor harrte dort ein Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr mit Gemeindebrandmeister Arthur Kasperczyk und seinem Stellvertreter Tobe Koppenberg im Cockpit, um mit den beiden die letzte Dienstreise gen Gasthof Bley zu absolvieren. Dort wartete bereits eine illustre Schar von Weggefährten, Mitarbeitern des Rathauses, Ratsmitgliedern und Freunden darauf, den langjährigen Bürgermeister gebührend zu verabschieden.
Den Auftakt machte Ratsvorsitzender Markus Schulte – und der erzählte die Geschichte des Bürgermeisters kurzerhand als Märchen. Da sei einst ein Mann gewesen, der sich aufgemacht habe, 20 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde zu lenken. Mit verlässlicher Zusammenarbeit und viel Herzblut habe er dabei große Fußspuren hinterlassen und für Bösel so manchen Meilenstein gesetzt. Nicht jede Entscheidung habe sofort Begeisterungsstürme ausgelöst. Schulte erinnerte beispielsweise an das Dichtekonzept und die Windparkanlage – Themen, bei denen durchaus gestritten und gerungen worden sei. Am Ende habe sich aber gezeigt, dass die Entscheidungen richtig gewesen seien. Für Block gab es einen Reisegutschein, eine Collage mit Eindrücken aus der Gemeinde Bösel – als Erinnerung an zwei Jahrzehnte an der Spitze des Rathauses sowie einen Blumenstrauß für seine Lebenspartnerin Andrea Eilers.
Der stellvertretende Personalratsvorsitzender Christian Eilers wies darauf hin, dass „der Chef“ sichtbare Veränderungen in der Gemeinde hinterlasse. Er überreichte unter anderem ein Foto mit allen Mitarbeitern der Gemeinde. Rainer Hollje, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, erinnerte an die schwere Bürde des Amtes, das Block nun verlasse. Dies sei eine besondere Herausforderung, die Block immer wieder gemeistert habe. Sein Leitsatz dabei, so Hollje, habe sinngemäß gelautet: Man müsse „immer mit einem Fuß im Gesetz bleiben“. Block habe zudem im Rathaus einige sprachliche Trends gesetzt. So habe er die Begriffe „Flachgeschenke“ und „Formatierung“ beim Personal geradezu en vogue gemacht.

Doch damit waren die Überraschungen noch längst nicht vorbei. Das Niedersachsen Sound Orchester (NSO) unter der Leitung von Stefan Lübben marschierte auf - eine besondere Verbindung, denn Bürgermeister Block war ebenso lange Präsident von EURO Bösel e.V. Auch die Feuerwehr ließ es sich nicht nehmen, ihrem langjährigen Weggefährten die Ehre zu erweisen. Gemeindebrandmeister Arthur Kasperczyk würdigte Blocks Verdienste um die Feuerwehr, denn er sei für die Feuerwehr immer „Freund und Förderer“ gewesen. Die Feuerwehr ernannte Hermann Block zum Ehrenfeuerwehrmann.
In bewegenden Wort wandte sich zum Schluss der scheidende Bürgermeister an die Bürgerinnen und Bürger sowie an seine Gäste. „Wer offenen Auges durch die Gemeinde geht, kann feststellen: Die Gemeinde hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Und das ist nicht nur der Verdienst des Bürgermeisters allein, sondern eine Mannschaftsleistung von Rat, Verwaltung sowie Einwohnerinnen und Einwohner“, sagte Block. Er erinnerte an den „historischen Moment“, als es gelang, was jahrzehntelang seine Vorgänger nicht zu Stande brachten: Den Schweinestall Brüggemann an der Fladderburger Straße zu kaufen bzw. zu tauschen und danach auch die hofnahen 4,2 Hektar Land, dort wo heute bereits eine große Siedlung steht.
In der Folge passierte und passiert Dorferneuerung mit Renovierung des Dorfparks, Städtebausanierung mit der Sanierung der Bahnhof- und der Thüler Straße, das Biogaswärmenetz, die Verpflichtung eines Klimaschutzbeauftragten und die Forcierung in Baugebiete in Bösel und Petersdorf. Es entstand der erste Kreisverkehr bei Luker, 2021 der in der Ortsmitte bei der Kirche. 2015 wurde mit erstaunlicher Willkommenskultur die Flüchtlingskrise ebenso gemeistert wie die Corona-Pandemie mit Bravour. Die Schulen wurden auf einem guten Stand gehalten und erweitert, die Kita „St. Anna“, die „Kita für Alle“ und der Waldkindergarten wurden gebaut, und gerade entsteht die neue Kita in Westerloh. Die Erfolgsbilanz spiegelt sich auch in Haushaltszahlen wieder.
Block bedankte sich abschließend bei den Bürgerinnen und Bürgern Bösels, den Kirchen, den Ratsmitgliedern der 20 Jahre, den Schulleitungen, den Vereinen und allen Abteilungen im Rathaus. Und sein Dank galt seiner Partnerin Andrea: „Du warst all die Jahre eine zuverlässige Begleiterin und Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Ohne dein Verständnis und ohne deine Unterstützung wäre diese lange Zeit im Amt nicht möglich gewesen“, sagte Block. Seinem Nachfolger Christoph Burtz wünschte er „eine glückliche Hand“.


