„Anpacken, zuhören, Lösungen finden“: Christoph Burtz im Interview
- Martin Pille

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Interview
Von Martin Pille

Bösel. Wenige Tage nach der Ankündigung des Böseler Bürgermeisters Hermann Block, im Oktober seine Amtszeit auf den 31. Oktober 2026 zu verkürzen, hat der Fachbereichsleiter Infrastruktur und Gemeindeentwicklung im Rathaus, Christoph Burtz, seinen Hut für die am 13. September fällige Bürgermeisterwahl in den Ring geworfen. Er präsentierte sich bereits als Kandidat der CDU Bösel, vorbehaltlich der Wahl durch die Mitgliederversammlung der Mehrheitspartei im Gemeinderat. Auch die SPD hat seine Unterstützung inzwischen signalisiert. Welche Pläne für Bösel hat der Kandidat, wo sieht er dessen vorrangigsten Probleme und was haben die Vereine von ihm zu erwarten? Mit dem Bürgermeisterkandidaten sprach unser Mitarbeiter Martin Pille.
Frage: Was war ihr persönlicher Grund, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren?
Burtz: Der Grund ist einfach: Ich möchte mit dem Team im Rathaus und im Gemeinderat unseren Ort aktiv gestalten und das Leben hier für alle Bürgerinnen und Bürger noch lebenswerter machen. Ich kenne viele Menschen und Vereine, die gute Ideen anstoßen. Darin sehe ich einen klaren Vorteil: Ich kenne die Abläufe, die Menschen und die Themen genau und kann als künftiger Bürgermeister auch neue Projekte anstoßen.
Frage: Warum sollten die Böseler Bürgerinnen und Bürger sie im September wählen?
Burtz: Die Böseler Bürgerinnen und Bürger sollten mich wählen, weil ich mich mit diesem Ort eng verbunden fühle und einfach enorme Lust habe, hier etwas zu bewegen. Ich habe in den letzten Jahren durch meine Arbeit im Rathaus gesehen, was möglich ist, wenn man gemeinsam anpackt. Genau daran möchte ich anknüpfen. Und dafür stehe ich: anpacken, zuhören und gemeinsam Lösungen finden – mit ehrlichem Engagement und viel Herz für Bösel.
Frage: Was ist Ihnen eine Herzensangelegenheit? Was sind ihre Top-3-Projekte für die ersten 100 Tage?
Burtz: Meine Herzensangelegenheit ist, dass Bösel für alle Generationen ein lebenswerter Ort bleibt – von jungen Familien bis zu älteren Menschen, deren Anliegen ernst genommen werden. Zu den Top-3-Projekte für die ersten 100 Tage gehört für mich als erstes die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung. Dazu gehört im Vorfeld umgehend, sie um weitere 10 Prozentpunkte zu reduzieren. Die Abschaffung geht jedoch nur mit den Einnahmen der Akzeptanzabgabe aus geplanten Windparks. Zudem ist es wichtig, dass die Kreuzung Schäferstraße/ Garreler Straße/ Jägerstraße nicht nur für den Kraftfahrzeugverkehr sondern auch für Fuß- und Radfahrer sicher gestaltet wird, wie auch die Verkehrsoptimierung bei der Bedarfsampel beim Rathaus. Ich setze mich ferner zuvörderst dafür ein, dass ältere Menschen in Bösel gut versorgt wohnen können, nahe bei ihren Familien und Vereinen, um soziale Teilhabe zu sichern. Daher sollen Flächen für solche Projekte entwickelt werden.
Frage: Zur Gemeindeentwicklung in Bösel: Sollte die Gemeinde weiter wachsen und wie wollen sie für bezahlbaren Wohnraum sorgen?
Burtz: Ich halte ein kontrolliertes und nachhaltiges Wachstum durchaus für sinnvoll. Bösel soll lebendig bleiben, soll Angebote für Familien, Vereine und Gewerbe bieten – ohne dass dabei die Lebensqualität leidet. Ein zentrales Thema ist dabei natürlich bezahlbarer Wohnraum. Deshalb möchte ich weiterhin gezielt neue Baugebiete entwickeln. Man muss dabei natürlich immer auch die Auslastung in Schulen und Kindergärten im Auge behalten.
Frage: Wie wollen Sie Handel und Gewerbe unterstützen und dem oft beklagten Leerstand entgegenwirken?
Burtz: Wichtig ist, die bestehenden Strukturen zu stärken und gleichzeitig neue Perspektiven zu schaffen. Dazu gehören die gezielte Unterstützung für lokale Geschäfte, beispielsweise durch die Prüfung von Fördermöglichkeiten. Durch die Zusammenarbeit mit Investoren und Behörden wollen wir Leerstand umwandeln und neue Betriebe ansiedeln. Dazu gehört übrigens auch die Ansiedelung eines Drogeriemarktes. Leerstehende Gebäude sollten flexibel genutzt werden – für Handwerk, Start-ups, Co-Working oder gemeinschaftliche Projekte oder auch in Wohnraum umgewandelt werden.
Frage: Das Herz einer Gemeinde, sagt man, sind die Vereine. Wie wollen Sie das Ehrenamt konkret unterstützen?
Burtz: Mir ist wichtig, dass sie sich Vereine auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können, nämlich, die Gemeinschaft zu stärken. Dafür möchte ich den Vereinen den Rücken freihalten, indem ich pragmatische Hilfe bei Genehmigungen anbiete, für eine gute Infrastruktur wie Sportplätze und Vereinsheime und für Sichtbarkeit ihrer Arbeit in der Gemeinde sorge. Dafür will ich mit den Vereinen regelmäßig im Austausch sein, um frühzeitig zu hören, wo Unterstützung gebraucht wird.



