Auf ein Wort mit...
- Claudia Wimberg

- 30. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Heidi Hoppe, neue Dirigentin des Friesoyther Motettenchores.

Fritz: Der Friesoyther Motettenchor ist 56 Jahre alt und kennt nur zwei Dirigenten. Nach Gründer Werner Haselier hat Heinrich kl. Siemer im Jahr 2000 die musikalische Leitung übernommen und sich mit dem „deutschen Requiem“ von Johannes Brahms in dieser Funktion verabschiedet. Sie treten im Februar seine Nachfolge an. Planen Sie für sich auch eine Ära?
Heidi Hoppe (lacht): Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich weiß, dass ich in große Fußstapfen trete, aber ich nehme Herausforderungen grundsätzlich gerne an. Es ist mir eine Ehre, dass ich diese Stelle übernehmen darf und ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.
Fritz: Haben Sie sofort zugesagt?
Heidi Hoppe: Ich habe mich mit meinem Mann besprochen und eine Nacht darüber geschlafen. Und je länger ich nachdachte, desto mehr Lust bekam ich.
Fritz: Mit dem Chor haben Sie für Heinrich kl. Siemer ein Stück zum Abschied einstudiert und damit am Ende des Konzerts für eine gelungene Überraschung gesorgt. Davor waren Sie schon einmal zu Gast bei einer Probe, um sich vorzustellen und die Sängerinnen und Sänger zu erleben. Ihr erster Eindruck?
Heidi Hoppe: Total sympathisch. Ich wurde sehr herzlich begrüßt und war von der Klangfülle beeindruckt. In diesem Chor steckt wahnsinnig viel Potenzial, das war mir sofort klar.
Fritz: Sie legen großen Wert auf Stimmbildung durch gezielte Atem- und Körperübungen, zu denen Sie zu Beginn der Probe auffordern.
Heidi Hoppe: Ja, das zählt zu einem wesentlichen Teil meiner Arbeit. Ebenso wie beim Sport ist es auch in der Musik wichtig, den Körper aufzuwärmen. Einsingübungen wirken sich in hohem Maße auf den Klang und die Qualität der Stimme aus.
Fritz: Ihre Vita ist beeindruckend. Sie sind studierte Musikerin und haben sich auf Gesang, Klavier und Dirigieren spezialisiert. Sie unterrichten an der Oldenburger Cäcilienschule und waren Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Solistisch und in federführenden Funktionen kennen Sie sich auch auf internationalem Parkett aus. Sie spielen Querflöte, Klavier und Orgel und sind im Besitz des C-Examens in Kirchenmusik. In Karlsruhe, Leipzig und Lübeck hatten sie die künstlerische Leitung von großen Chören und Sinfonieorchestern inne. Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Heidi Hoppe: Ich hatte eine tolle Klavierlehrerin, die mir die Welt zur Musik eröffnete. Der Ursprung liegt aber ganz klar bei meinen Eltern, die beide sehr musikalisch und der Musik verbunden sind. Ich bin mit drei Geschwistern aufgewachsen und bei uns wurde viel gesungen. Was meine Laufbahn angeht, haben meine Eltern mich immer unterstützt, alles gegeben und ich verdanke ihnen sehr viel.
Fritz: Allerdings starteten Sie an der Uni mit Deutsch und Geschichte…
Heidi Hoppe: In der Tat, da waren meine Eltern typische Schwaben, die mir mit dieser Fächerkombination zu einer gymnasialen Laufbahn als sichere Grundlage rieten. Von der Stuttgarter Uni wechselte ich dann an die Hochschule für Musik in Karlsruhe.
Fritz: …doch nicht zuletzt haben Sie auch das Examen in Geographie in der Tasche.
Heidi Hoppe: Geographie hat mich immer interessiert. Das liegt sicher auch daran, dass ich aus einer Försterfamilie stamme. Ich liebe die Natur und das Wandern in den Bergen.
Fritz: Also geht es im Urlaub trotz der Nähe zum Meer lieber zurück in die Berge?
Heidi Hoppe (lacht): Wenn man schon Heidi heißt.
Fritz: Können Sie auch jodeln?
Heidi Hoppe: Ich habe mal einen Kursus absolviert.
Fritz: Haben Sie Lieblingskomponisten?
Heidi Hoppe: Da bin ich mit Gustav Mahler und Robert Schumann eher in der Romantik oder mit Igor Strawinsky in der Moderne verortet. Für den Chor liegt mir aber auch die zeitgenössische Musik am Herzen. Es gibt wunderbare Komponisten, die vielfach unterschätzt werden. Ein Vorteil: Man kann sie noch direkt fragen und über ihre Werke sprechen. Im Grunde bin ich offen für viele Arten von Musik.
Fritz: Gibt es eine Art, mit der Sie nichts anfangen können?
Heidi Hoppe: Mit Techno.
Fritz: Schmieden Sie schon Pläne für die Proben und erste Aufführung mit dem Motettenchor?
Heidi Hoppe: Ich habe Ideen und wälze Gedanken. Und ja, ich arbeite gerne mit Zielen und denke auch über ein Konzert nach. Mehr wird aber noch nicht verraten.
Fritz: Verraten Sie, was Sie hören, wenn Sie im Auto sitzen?
Heidi Hoppe: Podcasts, Hörspiele und bevorzugt „Die drei ???“



