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Böseler Haushalt: Finanzieller Kraftakt nur mit Krediten zu stemmen

  • Autorenbild: Martin Pille
    Martin Pille
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Von Martin Pille



„Große „Brocken“ 2026: Die Sanierung der Straße Am Kirchplatz und der Bahnhofstraße als „Dorferneuerung“. Fotos: pi
„Große „Brocken“ 2026: Die Sanierung der Straße Am Kirchplatz und der Bahnhofstraße als „Dorferneuerung“. Fotos: pi

Bösel. Der Böseler Gemeinderat hat in seiner ersten Sitzung des Jahres den von Gemeindekämmerer Rainer Hollje vorgetragenen Haushalt einstimmig beschlossen und die Weichen für das aktuelle Jahr gestellt. Bürgermeister Hermann Block dankte den Ratsmitgliedern für die sachlichen und konstruktiven Beratungen. Denn die äußeren Rahmenbedingungen waren schwierig. Dennoch will die Gemeinde zahlreiche wichtige Investitionen für die Zukunft Bösels umsetzen.

Sorgen um Transferaufwendungen

Der Bürgermeister erwartet angesichts der negativen Wirtschaftsentwicklung und der geopolitischen Gegebenheiten keine nachhaltige und spürbare Erholung der Finanzen. Die größten Sorgen bereiten ihm die stark steigenden Transferaufwendungen, etwa für für Kindergärten, Kreisumlagen, Gewerbesteuerumlage und Sozialleistungen. Block bedankte sich beim Landkreis dafür, dass der Umlagesatz um weitere 2,5 Prozent Ende des Jahres nicht verändert wurde. 2026 sei nach wie vor „auf Wachstum ausgelegt".


Die Arbeiten am Kirchplatz in Bösel gehen sichtlich voran. Foto: pi
Die Arbeiten am Kirchplatz in Bösel gehen sichtlich voran. Foto: pi

Kreditaufnahmen finanzieren Kraftakt

Neben dem Bau einer weiteren Kindertagesstätte an der „Anna-Deeken-Straße“, dem Anbau an der St.-Martin-Grundschule für eine offene Ganztagsschule, dem Ausbau der Kita in Petersdorf, dem Masterplan beim Schulzentrum und dem Neubau eines Bauhofes an der „Glaßdorfer Straße“ werden erhebliche Mittel für Maßnahmen im Rahmen des Generalentwässerungsplanes, des Straßenbaus und der Ortskernsanierung eingeplant.

Dazu gehören weitere „große Brocken“: Für die Erweiterung des Rathauses, den Ausbau der Bahnhofstraße, den Ausbau der Korsorsstraße, der Thüler Straße, und die Quartiersplanung „Am Kirchplatz“ sind 2,1 Millionen Euro eingeplant. Block: „Für die Gemeinde ist das alles weiterhin ein finanzieller Kraftakt, der nur durch Kreditaufnahmen zu finanzieren sein wird und zur Verdoppelung der Verschuldung führen kann“.

Defizit eingeplant – Leistungsfähigkeit bleibt gegeben

Dennoch: Die geforderte dauerhafte Leistungsfähigkeit im Finanzplanungszeitraum sei noch gegeben, so der Bürgermeister. Die Gemeinde erwartet im Gesamtergebnis einen Verlust in Höhe von 972.300 Euro, ergänzte Hollje. Auch in den Folgejahren seien solche Minderungen einzuplanen.

Einstimmigkeit trotz kritischer Hinweise

Der Fraktionsvorsitzender der CDU, Ludger Beeken, sah den Haushalt „dank erheblicher Fördermittel noch solide aufgestellt“. Die CDU hatte sich zuvor in einer gemeinsamen interfraktionellen Sitzung mit dem „Bündnis Bösel“ abgestimmt. Die sah ebenfalls „keine Ausgaben, die überflüssig erscheinen“, so ihr Sprecher Bernd Roder. Die zu erwartenden Schulden ständen auch „erhebliche Gegenwerte gegenüber“. Formal ausgeglichen, „aber weiterhin auf strukturell wackeligen Füßen“ sah der Fraktionsvorsitzender der FDP den Haushalt. Man stimme zu, weil man anerkenne, dass Verwaltung und Rat „verantwortungsvoll Situation umgehen“. Matthias Preuth, Sprecher von „Bürger für Bösel“, sah Investitionsentscheidungen wie den Kauf einer Reitanlage und den Rathausanbau als Grund für die derzeitige Verschuldung. Da der Haushaltsentwurf „maßgeblich aus Entscheidungen der Vergangenheit resultieren“ stimme man „trotz der mahnenden Hinweise“ zu. Das tat der Gemeinderat dann einstimmig.

 
 
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