Drei Stellvertreter gesucht: Wer rückt an Hegewalds Seite? Fraktionen wählen Vorsitz


Friesoythe. Die 17 CDU-Ratsmitglieder in Friesoythe haben Lukas Reinken während der konstituierenden Fraktionssitzung einstimmig als Vorsitzenden bestätigt. Der 30-Jährige geht damit erneut an der Spitze der größten Fraktion in die Ratsperiode. Zu seinen Stellvertretern wurden Johannes Flatken aus Neuscharrel und Martin Roter aus Thüle gewählt. Sonja Schlangen aus Neumarkhausen komplettiert den Fraktionsvorstand als Schriftführerin.
Auch die SPD hat ihre Führungsfrage geklärt. Erstmals übernimmt Melanie Buhr den Vorsitz der Fraktion und tritt die Nachfolge von Renate Geuter an. Damit stehen die beiden größten Fraktionen des Rates nun unter neuer beziehungsweise bestätigter Führung.
Viele Personalfragen noch offen
Mit den Fraktionswahlen sind allerdings längst nicht alle wichtigen Personalentscheidungen getroffen. Entscheidend dabei die CDU als deutlich stärkste Fraktion, die mit ihrer absoluten Mehrheit alle Positionen besetzen kann. So müssen unter anderem die Ortsvorsteher bestimmt werden. Mit Thüle und Kampe gibt es in der neuen Ratsperiode erstmals acht Ortschaften – zwei mehr als bislang. Dabei muss ein Ortsvorsteher nicht zwingend Mitglied des Stadtrates sein. Auch die Besetzung des Verwaltungsausschusses, der Ratsvorsitz und die Vorsitzenden weiterer Ausschüsse stehen noch auf der politischen Tagesordnung. Dabei spielen aber auch rein rechnerisch die Anzahl der Ratsmitglieder eine Rolle.
Beispiel: Der begehrte Verwaltungsausschuss in Friesoythe besteht aktuell aus neun Mitgliedern. Die Anzahl der Vertreter hängt von der jeweiligen Fraktionsstärke ab. Aktuell käme die CDU auf fünf Sitze, die SPD auf zwei und die AfD auf einen - plus Bürgermeister.
Besonders aufmerksam wird die Frage verfolgt, wer künftig die drei ehrenamtlichen Bürgermeister-Stellvertreter stellt. Nach den Mehrheitsverhältnissen könnte die CDU sämtliche Positionen mit eigenen Ratsmitgliedern besetzen. Politisch gäbe es allerdings auch Alternativen.

Buhr würde Aufgabe gerne fortsetzen Nach Informationen von fritz-online zeichnet sich in der Bürgermeisterfrage eine Lösung mit zwei CDU-VertreternInnen und einer SPD-Vertreterin beziehungsweise einem SPD-Vertreter ab. Namen werden bereits gehandelt, endgültige Entscheiungen sind offenbar noch nicht gefallen. Tendentiell scheint dabei der Frauenanteil eine größere Rolle zu spielen.
Eine interessante Personalie ist Melanie Buhr selbst. Sie unterlag im Bürgermeister-Wahlkampf und war in der vergangenen Ratsperiode bereits ehrenamtliche Stellvertreterin des Bürgermeisters. Ob die SPD-Politikerin dieses Amt auch künftig ausüben wird, hängt allerdings von der CDU als Mehrheitsfraktion ab. „Das muss die CDU entscheiden, aber ich würde es gerne tun“, sagt Buhr auf Anfrage von fritz-online. Von der CDU habe sie bislang „noch nichts gehört“.
Die Verbindung der beiden Ämter – SPD-Fraktionsvorsitzende und ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreterin – sieht Buhr nicht als Problem. Ob es tatsächlich dazu kommt, dürfte zu den spannendsten Personalentscheidungen gehören.



