Einigkeit prägt den Start im Stadtrat


Friesoythe. Der erste Auftritt des neuen Friesoyther Stadtrates hätte kaum harmonischer verlaufen können: Bei seiner konstituierenden Sitzung am Mittwoch stimmten die Ratsmitglieder über sämtliche Tagesordnungspunkte hinweg einstimmig ab. Ein bemerkenswerter Auftakt, der allerdings noch keine Garantie für dauerhaftes politisches Einvernehmen ist.
Der gemeinsame Wille
Lag es daran, dass die Personalfragen bereits im Vorfeld geklärt waren? Am gemeinsamen Willen, die Stadt voranzubringen? Oder vielleicht auch an der Mahnung des frisch gewählten Ratsvorsitzenden Stefan Fuhler, der sich für die kommende Ratsperiode einen „fairen Umgang“ im höchsten politischen Gremium wünschte? Die Antwort wird die Zeit liefern.
Ganz unrealistisch ist die Aussicht auf eine weiterhin konstruktive Zusammenarbeit jedenfalls nicht. Bereits in der vergangenen Ratsperiode lag die Quote der fraktionsübergreifend einstimmigen Beschlüsse bei mehr als 90 Prozent. „Die Zusammenarbeit war bestens“, blickte Alterspräsident Hans Meyer aus Gehlenberg zurück. Der dienstälteste Ratsherr hatte nach 45 Jahren im Stadtrat die Sitzung eröffnet und bis zur Wahl des neuen Vorsitzenden geleitet.
Hegewald setzt auf Transparenz und Bürgernähe
Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Jann Christian Hegewald die Ratsmitglieder und zahlreichen Gäste im „Haus der Vereine“ in Gehlenberg. Nach seinen ersten drei Arbeitstagen im Rathaus zeigte er sich begeistert von einem „sehr engagierten und motivierten Team“. Es sei spürbar, dass alle mit Herzblut daran arbeiten wollten, die Stadt weiter voranzubringen. Hegewald kündigte Transparenz und Bürgernähe an: „Wir wollen weniger von Stadtverwaltung als von Stadtgestaltung sprechen.“ Auf die gemeinsame Zukunft freue er sich „mit Euch und Ihnen zusammen“. Anschließend legte er seinen Amtseid ab (fritz online berichtete).
Drei Stellvertreter und acht Ortsvorsteher
Im weiteren Verlauf standen zahlreiche Personalentscheidungen auf der Tagesordnung. Dazu gehörten die Fraktionszusammensetzungen, die Besetzung von Gremien und die Vertretungen in verschiedenen Verbänden und Institutionen. Zu gleichberechtigten stellvertretenden ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wurden erwartungsgemäß Marlies Bornhorst-Paul, Marlies Preuth und Heino de Buhr gewählt.
Auch die Ortsvorsteher stehen nun fest. Mit Kampe und Thüle ist die Zahl der Ortschaften von bisher sechs auf acht gestiegen. Da die CDU in sämtlichen Ortsteilen die meisten Stimmen erhalten hatte, lag das Vorschlagsrecht für alle Ortsvorsteher bei ihr. Ortsvorsteher müssen nicht zwingend dem Stadtrat angehören. Friesoythe: Christian Timme; Neuvrees: Stefan Nording; Neuscharrel: Johannes Flatken; Gehlenberg: Bernhard Kramer; Altenoythe: Heinrich Lücking; Kampe: Henning Lüken; Markhausen: Wolfgang Timme; Thüle: Walter Millhahn.
Ein Augenzwinkern zum neuen Bürgermeister
Im Namen der gesamten Stadtverwaltung gratulierte Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers dem neuen Bürgermeister und den Ratsmitgliedern zur Wahl. Sie freue sich auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit einem Augenzwinkern kommentierte sie zugleich eine kleine Veränderung im Rathausalltag: „Wir müssen uns noch daran gewöhnen, dass Du schon 7.30 Uhr im Büro sitzt …“



