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Friesoythe: Diskussion über Frauen in der Politik gerät unter Druck

  • Autorenbild: Julius Höffmann
    Julius Höffmann
  • 12. März
  • 2 Min. Lesezeit
Melanie Buhr. Foto:privat
Melanie Buhr. Foto:privat

Von Julius Höffmann (mit Kommentar)


Friesoythe. „Frauen in der Politik“ – unter diesem Titel hatte die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) St. Marien Friesoythe zu einem Themenabend eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, über Erfahrungen von Frauen in politischen Ämtern zu sprechen und zur Diskussion anzuregen. Als Gesprächsgäste waren die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher (CDU) sowie Friesoythes stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Buhr (SPD) vorgesehen. Beide sollten aus ihrer Praxis in Bundes- beziehungsweise Kommunalpolitik berichten. Was als offener Austausch geplant war, endete jedoch, bevor er begann. Nach der öffentlichen Bekanntgabe des Termins erreichten die Veranstalterinnen nach eigenen Angaben verschiedene Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Hintergrund waren offenbar Befürchtungen, der Termin könne sechs Monate vor der Bürgermeisterwahl in Friesoythe als Wahlkampfveranstaltung genutzt werden.

Sorge vor Wahlkampf im Vorfeld der Bürgermeisterwahl

Der Kontext: Melanie Buhr kandidiert bei der kommenden Bürgermeisterwahl in Friesoythe. Nach Angaben der KFD führten „Anfragen und Irritationen aus der breiten Öffentlichkeit“ schließlich dazu, dass sich die Organisatorinnen entschieden, die Veranstaltung vollständig abzusagen. Mit dieser Begründung wurde der Themenabend kurzfristig gestrichen – eine Entscheidung, die inzwischen auch öffentlich diskutiert wird.

Buhr äußert Bedauern und Kritik

Melanie Buhr reagierte auf die Absage mit Bedauern und Unverständnis. In einer öffentlichen Stellungnahme betont sie, dass es sich ausdrücklich nicht um eine Wahlkampfveranstaltung gehandelt hätte. Vielmehr sei das Thema eine Initiative engagierter kfd-Frauen in Friesoythe gewesen. Als stellvertretende Bürgermeisterin habe sie diese gerne unterstützt. Buhr äußert in dem Schreiben zudem den Verdacht, dass die Entscheidung nicht allein auf öffentlichen Rückmeldungen beruht haben könnte. Der Eindruck dränge sich auf, dass „hinter den Kulissen einzelne Personen oder Gruppen Druck ausgeübt haben könnten und sich die KFD diesem letztlich gebeugt hat“, schreibt sie in ihrer Stellungnahme.

Kritik an fehlender Transparenz

Darüber hinaus kritisiert Buhr, dass vor der Absage kein persönliches Gespräch mit ihr stattgefunden habe. Gerade bei einem sensiblen Thema wie politischem Engagement von Frauen hätte sie sich einen offenen Dialog gewünscht.



Kommentar


Von Julius Höffmann


Vorsicht, Politik!


Manchmal sind es die kleinen Ironien des politischen Alltags. Da soll in Friesoythe ein Themenabend über „Frauen in der Politik“ stattfinden – über Erfahrungen, Herausforderungen und die Frage, wie man mehr Frauen für politisches Engagement gewinnen kann. Und am Ende scheitert die Veranstaltung ausgerechnet an der Politik.

Der Grund: „Irritationen aus der Öffentlichkeit“. Ein Begriff, der vieles bedeuten kann – von ehrlicher Sorge bis zu vorauseilender Vorsicht. Offenbar reichte schon die Möglichkeit, der Abend könnte im Vorfeld der Bürgermeisterwahl als Wahlkampf verstanden werden, um die Reißleine zu ziehen.

Dabei hatten sich die Frauen der KFD die Sache vermutlich ganz anders vorgestellt. Ihre Idee war eigentlich eine ebenso einfache wie löbliche Initiative: Frauen zusammenbringen, Erfahrungen teilen, Mut machen, sich selbst politisch einbringen. Kein Wahlkampf, kein politisches Taktieren – sondern ein Gespräch auf Augenhöhe.

Umso bedauerlicher ist es, dass ausgerechnet eine solche Initiative nun nicht stattfinden kann. Denn wenn schon eine Diskussionsrunde über politische Erfahrungen vorsorglich abgesagt wird, bleibt am Ende vor allem eines: eine verpasste Gelegenheit.



 
 
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