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Für Mütter und Meere

  • Autorenbild: Julius Höffmann
    Julius Höffmann
  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit

FRITZ am Sonntag


Von Julius Höffmann


Symbolfoto: Adobe Stock
Symbolfoto: Adobe Stock

Es gibt Zufälle, die wirken, als hätte sich das Universum beim Kalenderführen einen kleinen Scherz erlaubt. Ausgerechnet heute, am 10. Mai, treffen zwei Ehrentage aufeinander, die erstaunlich gut zusammenpassen: Muttertag und „Mother Ocean Day“ (Internationaler Tag zur Würdigung und zum Schutz der Ozeane). Man könnte sagen: Heute feiern wir alles, was Leben hervorbringt. Denn Mütter und Ozeane haben verblüffend viel gemeinsam.

Beide sind zunächst einmal unfassbar tiefgründig. Auch ihre Belastbarkeit ist legendär. Der Ozean nimmt seit Jahrzehnten Plastik und Kreuzfahrtschiffe auf. Mütter ertragen Kindergeburtstage, Elternabende, überfüllte Wäschekörbe und WhatsApp-Klassengruppen.

Überhaupt ähneln sich beide in ihrer Warntechnik. Der Ozean kündigt Gefahr mit dunklen Wolken und hohen Wellen an. Mütter dagegen mit bemerkenswert kurzen Sätzen. „Gut.“ Zum Beispiel. Oder das hochgefährliche: „Macht doch, was ihr wollt.“

Wer diese Signale ignoriert, wird in beiden Fällen früher oder später von einer gewaltigen Welle erfasst.

Auch touristisch betrachtet gibt es Parallelen. Menschen fahren ans Meer, um sich zu entspannen, nur um dort hektisch Sonnencreme, Handtücher und verlorene Kinder zu organisieren. Im Grunde also exakt dieselbe Tätigkeit, die Mütter ohnehin täglich ausüben — nur mit schlechteren Parkmöglichkeiten. Selbst die Geräuschkulisse ähnelt sich. Das Meer rauscht beruhigend vor sich hin. Mütter auch — allerdings meist nachts um halb elf beim Zusammenlegen von Wäsche.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Vielleicht ist die Kombination aus Muttertag und Mother Ocean Day gar kein Zufall. Beide erinnern uns an Systeme, die das Leben aufrechterhalten, permanent überbeansprucht werden und trotzdem erstaunlich selten eine offizielle Entschuldigung erhalten.

Der Ozean bekommt immerhin internationale Klimakonferenzen. Mütter dagegen einen Blumenstrauß von der Tankstelle und einen selbstgebastelten Gutschein für „einmal nicht streiten“.

 
 
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