Gemeinsam gegen Einsamkeit: Besuchsdienst rückt in den Fokus
- Martin Pille

- vor 8 Stunden
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Bösel. Einsamkeit hat Konjunktur und ist ein gesellschaftliches Thema, das derzeit groß Karriere macht. Die biblische Aussage „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ (Gen 2,18) versteht die Gemeindecaritas im Pastoralen Raum Friesoythe als einen zentralen diakonischen und gemeindepädagogischen Kernauftrag, der Einsamkeit als ernstes soziales und seelsorgerisches Problem adressiert. Sie will den Besuchsdienst stärken, damit konkret etwas gegen Einsamkeit tun, und bietet deshalb am Samstag, 6. Juni, einen „Tag des Besuchsdienstes“ an.
Der Ablauf beginnt unter dem Thema „Zwischen Trost und Begegnung - Warum Besuchsdienste unverzichtbar sind“ um 9 Uhr mit einem Wortgottesdienst in der St. Cäcilia-Pfarrkirche und wird unter der Leitung des Referenten für die Gemeindecaritas, Diakon Eckhardt Drees, bis 15 Uhr im Begegnungszentrum fortgesetzt. Mit dabei die Pastoralreferentin Hedwig Sänger (Friesoythe) sowie Referenten der Fachstelle für Pastorale Bildung und Begleitung der Katholischen Akademie Stapelfeld.
Hintergrund ist nach Worten von Bernharda Röttgers vom Sachausschuss Gemeindecaritas der katholischen St. Cäcilia-Kirchengemeinde Bösel die Werbung um Ehrenamtliche, die Besuchsdienste übernehmen, aber auch für Menschen, die einen Besuchsdienst für sich wünschen. Leidvolle Einsamkeit in der Gesellschaft sei heutzutage ein wachsendes gesellschaftliches Problem, da sie nicht nur schmerzhaft sei, sondern auch ernsthafte physische und psychische Folgen haben könne. Röttgers: „Es fehlt oft an Zeit und Raum für persönliche Gespräche im Alltag. Das wollen wir ändern, dafür werben wir“.
Jeder Einzelne könne versuchen, den sozialen Beziehungen und heilsamen Begegnungen im Leben wieder einen höheren Stellenwert einzuräumen, sich ganz bewusst Zeit zu nehmen für Familie und Freunde. Da das allein aber nicht ausreiche, brauche es zunehmend ehrenamtlich Engagierte, die auf einsame Menschen zugehen, "um sie aktiv anzusprechen und ihnen soziale Angebote machen, die sie aus eigener Kraft nicht annehmen", sagt Röttgers.
Einsamkeit im Alter entsteht häufig durch den Verlust des Partners, soziale Isolation, gesundheitliche Probleme oder eingeschränkte Mobilität. Neben dem Alter erhöhen Faktoren wie Alleinlebende, Alleinerziehende, Menschen mit geringem Einkommen, eingeschränkter Mobilität oder Migrationshintergrund das Risiko, einsam zu sein. Die Angebote sind explizit immer offen für alle Menschen, unabhängig von deren Glauben oder Weltanschauung.



