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Große Trauer um Bernd Sieger: Thüler Gastronom stirbt plötzlich mit 77 Jahren

  • Autorenbild: Claudia Wimberg
    Claudia Wimberg
  • 29. Mai
  • 2 Min. Lesezeit
Gastronom mit Herzblut: Bernd Sieger zählte zu den prägenden Persönlichkeiten der Region. Foto: Kuhlen
Gastronom mit Herzblut: Bernd Sieger zählte zu den prägenden Persönlichkeiten der Region. Foto: Kuhlen

Thüle. Ihr neues Leben war auch mit einem neuen Haus verbunden, das kurz vor der Fertigstellung steht. Fast täglich schaute Bernd Sieger nach dem Rechten und freute sich über das kleine Eigenheim, in dem er mit Ehefrau Renate den wohlverdienten Ruhestand verbringen wollte. Den Einzug darf er nicht mehr erleben: Der Thüler Gastronom starb am Dienstag (26. Mai) im Alter von 77 Jahren. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat weit über seinen Heimatort hinaus große Trauer und Betroffenheit ausgelöst. Mit ihm verlieren Thüle und die Region eine prägende Persönlichkeit, einen bodenständig gebliebenen Macher und lebensfreudigen Menschen.

 

Als Bernd Sieger am 14. Oktober 1948 das Licht der Welt erblickte, war er der erste Sohn von acht Kindern und sein Lebensweg „damit quasi vorherbestimmt“, wie er einmal schmunzelnd erzählte. Somit führte er die Geschäfte seiner Eltern mit dem damaligen Laden, Kneipe und kleinen Saal weiter und entwickelte sich zu einem leidenschaftlichen Gastwirt, der größer dachte und mutig handelte. Sein Lebenswerk war auch das seiner Frau: 52 Jahre waren Bernd und Renate Sieger verheiratet, meisterten alle Herausforderungen gemeinsam und schrieben eine unternehmerische Erfolgsgeschichte, die Generationen in Erinnerung bleibt. Neben dem Restaurant- und Kneipenbetrieb, legendären Festen mit Stars und Sternchen diente der Gasthof Sieger auch vielen Vereinen als bewährter Treffpunkt. 2024 drehten die dreifachen Eltern dann den Schlüssel endgültig herum und beendeten die Ära nach insgesamt 93 Jahren.

 

Bernd Sieger blickte auf seine Branche jedoch nicht nur beruflich. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement kürte ihn der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zum Ehrenmitglied auf Landesebene und zum Ehrenvorsitzenden auf Bezirksebene. Sieger war viele Jahre Mitglied der IHK-Vollversammlung und Vorsitzender des Tourismusausschusses. Politisch wirkte er als Mitglied im Friesoyther Stadtrat sowie im Cloppenburger Kreistag und begleitete als ehrenamtlicher Richter Verhandlungen am Arbeitsgericht Oldenburg. Jahrzehnte verstärkte er den gemischten Chor Thüle und ging gerne zur Jagd. Nach über 50 Jahren Abschied nehmen muss sein Kartenclub, in dem er Doppelkopf spielte.

 

Als Gastronom organisierte er unzählige Feierlichkeiten und liebte auch selbst die Geselligkeit. Noch einen Tag vor seinem Tod nahm er mit seiner Frau gut gelaunt an einem Geburtstag teil und genoss den unterhaltsamen Abend in großer Runde.

 

Seine Familie war bei all seinen Unternehmungen sein größtes Gut und festes Fundament. Bernd Sieger war Vater und Großvater und legte gleichermaßen Wert auf den traditionellen Skiurlaub in Reit im Winkel wie die weiteren gemeinsamen Zusammenkünfte mit Kindern und Enkeln.

 

„Wir haben immer etwas vom Leben gehabt und würden uns für dieses Leben genauso wieder entscheiden“, sagte er stets nachdrücklich beim Blick zurück. Sein Leben ist nun unerwartet zu Ende gegangen. Sein Platz im neuen Haus bleibt leer, aber als gläubiger Christ vertraute er darauf, dass es nach dem Tod in einem ewigen Zuhause weitergeht.

 
 
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