Konzertante Chormusik, Orgelklänge und literarische Texte
- Martin Pille

- vor 16 Stunden
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Motettenchor Frisoythe überzeugt bei Konzert in der St. Marienkirche.

Der Motettenchor Friesoythe verband mit seinem Konzert „Abendklänge-Prayer for peace“ in der abendlichen Ruhe der gut gefüllten St. Marienkirche konzertante Chormusik, Orgelklänge und literarische Texte zum Thema Frieden zu einer mediativen Stunde.
Chorleiterin Heidi Maria Hoppe bot den Besuchern mit ihrem Konzept –angelehnt an die englischen „Evensongs“- einen Raum für Besinnung und das Gedenken an Menschen in Kriegs- und Gewaltregionen. Vom ersten Ton an führte Hoppe den gewohnt gut geschulten Chor an ihren Fingerspitzen, präzise, klar und zügig.

Im Mittelpunkt unter anderem das „Nunc dimittis“ von Georg Arthur, einer der drei Lobgesänge des Lukas-Evangelium mit der stillen Eröffnung. Die Sängerinnen und Sänger sangen es in gut ausgewogenem Chorklang, rhythmisch bewegt und dynamisch differenziert. Dazu auch John Rutters Vertonung von "Lord, make me an instrument of thy peace" (auch bekannt als das Friedensgebet des Franz von Assisi), das Rutter musikalisch in Licht und Dunkelheit teilt. Der Chor ließ den dunklen, flehenden Passagen dankbare und strahlende Crescendos folgen.
Mitwirkende bei der „Brücke vom Alltag zum Abend“ war auch die weißrussische Organistin Alina Kushniarova, heute Kirchenmusikerin an der Zionskirche Worpswede, zuverlässig und in genauem Kontakt zum Chor und längst mit den höheren Weihen der Konzertreife versehen.

Einen wichtigen Part übernahm die solistische und begleitende Bassstimme von Simeon Nachtsheim, Absolvent der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und gerade Absolvent eines Studiums der Humanmedizin. Er las in fließenden Übergängen auch literarische Texte, die sich mit den Themen Sehnsucht, Hoffnung und Menschlichkeit auseinandersetzen. Die Rezitationen griffen die Friedensbotschaft des Konzerts auf und vertieften die inhaltliche Wirkung der Musik.
Abschließende dann John Rutters melodiöses „Wings of the morning“, eine ruhige Vertonung von Worten aus dem 139. Psalm, eine zugängliche und tröstliche Hymne für den Heimweg. Langanhaltender Beifall des Publikums zum Schluss, der eine klangkräftige Zugabe brachte. Fotos: Martin Pille



