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Königsfarn und Gnadenpaar verbindet eine 70-jährige Geschichte

Autorenbild: Claudia Wimberg
Claudia Wimberg
24. Juni
2 Min. Lesezeit
Seltene Pflanze: Hubert Lücking (rechts) und Hermann Wreesmann freuen sich über die prächtige Entwicklung des Königsfarns. Foto: Claudia Wimberg
Seltene Pflanze: Hubert Lücking (rechts) und Hermann Wreesmann freuen sich über die prächtige Entwicklung des Königsfarns. Foto: Claudia Wimberg

Altenoythe. Seit 70 Jahren ist er an seinem angestammten Platz fest verwurzelt und präsentiert sich mit seinen imposanten grünen Wedeln in majestätischer Manier. Pflanzenkenner erweisen dem äußerst selten anzutreffenden Königsfarn die Ehre. „Wer nichts mit ihm anfangen kann, fragt sich vermutlich, warum wir den Graben nicht vernünftig ausmähen“, sagt Hubert Lücking augenzwinkernd und streicht dem royalen Exemplar vorsichtig über die gefiederten Blätter.

 

Dass sie seit 1956 am Kellerdamm in Altenoythe gedeiht, verdankt die unter Naturschutz stehende Staude Lückings Eltern Hermann und Wilhelmine, die ihr das Leben schenkten, auf sie achteten und ihre Existenz nachhaltig sicherten. Als sie damals mit dem Bau ihres Eigenheims begannen, zählte ein Verwandter „mit grünem Daumen“ zu den tatkräftigen Helfern. Bei den Bodenarbeiten fiel ihm die königliche Wurzel in die Hände „und er empfahl dann meinen Eltern, sie unbedingt einzupflanzen, wenn sie etwas sehr Schönes sehen wollten“, berichtet der Sohn. „Eine weise Entscheidung“, kommentiert Hermann Wreesmann. Der Naturexperte wohnt nur wenige Meter weiter, verfolgt seit Jahrzehnten die im wahrsten Wortsinn prächtige Entwicklung und erinnert sich ebenso wie Lücking an Spaziergänge des früheren Volksschullehrers Pille, der seine Schülerinnen und Schüler während des Naturkundeunterrichts gerne auch zum Königsfarn führte.

 

Der „Osmunda regalis“ ist heute als besonders geschützte Art gelistet, „da er durch die zunehmende Kultivierung nur noch schwer zu finden ist“, so Wreesmann. Statt auf bewirtschafteten und entwässerten Flächen fühlt sich der Farn vielmehr in einer feuchten und moorigen Umgebung wohl, „liebt den Halbschatten und nasse Füße,“ veranschaulicht der Obmann für Naturschutz des Altenoyther Hegerings. Bei Familie Lücking genießt die Pflanze in der kleinen, wässrigen und nährstoffarmen Senke beste Bedingungen und konnte dort seit der Wirtschaftswunderzeit „ungestört gesund bleiben und alt werden.“

 

Alt werden durften auch Hermann und Wilhelmine Lücking, die mit 98 und 96 Jahren vor wenigen Wochen ihre Gnadenhochzeit feierten und damit auf ihren 70. Hochzeitstag anstoßen konnten. Ebenso lange zählt der Königsfarn zu ihrem gemeinsamen Leben und an ihm erfreuen sich die beiden Gartenliebhaber jeden Tag aufs Neue.

 
 
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