Landräte schlagen Alarm wegen unzureichender Stromnetze
- Fritz-Redaktion

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Oldenburger Münsterland. Unzureichende Stromnetze im Oldenburger Münsterland lassen die Landräte der Landkreise Cloppenburg und Vechta, Johann Wimberg und Tobias Gerdesmeyer, Alarm schlagen. In einem Brandbrief haben sich Gerdesmeyer und Wimberg gemeinsam an Ministerpräsident Olaf Lies gewandt.
Dabei geht es darum, dass immer mehr Unternehmen in der Region nicht mehr mit ausreichend elektrischer Energie versorgt werden können. Dies betrifft aktuell sowohl Neuansiedlungen als auch bestehende Unternehmen, die sich erweitern wollen und einen erhöhten Strombedarf anmelden. Bereits in mehreren Erörterungsterminen und Gesprächen, an denen auch Vorstandsmitglieder der EWE AG beteiligt waren, sei das Thema angegangen worden, erklärten die Landräte. Darüber hinaus habe man auch Staatssekretärin Silvia Breher eingeschaltet und um Unterstützung gebeten. Die EWE habe dabei deutlich gemacht, dass das Problem nicht im eigenen Niederspannungsnetz liege, sondern viel mehr im Mittel- und Hochspannungsnetz, das von Avacon betrieben werde. Über EWE habe man daher den Kontakt zu Avacon hergestellt und befinde sich nun in weiteren Gesprächen, erklärten Gerdesmeyer und Wimberg. Unabhängig davon sei aber auch die Politik auf Landes- und Bundesebene gefordert, dringend die Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Netzausbau zu schaffen. Dafür müssten verschiedene Fragen geklärt und langwierige Planverfahren abgeschafft werden.
Die Netze seien auch durch den Zubau mit Windparks, Batteriespeichern und großen Photovoltaikanlagen belastet. Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse sich am Netzausbau orientieren und dürfe nicht zu Lasten der Versorgung der Wirtschaft gehen, erklären die Landräte. Es sei weder volkswirtschaftlich noch ökologisch zu verantworten, wenn Windparks gebaut werden, diese aber nicht ans Stromnetz angeschlossen werden könnten. Da es hier aktuell keinen Mangel an Strom gebe, sondern ein Problem mit unzureichenden Netzkapazitäten, müssten die Prioritäten zunächst auf einen schnellen Netzausbau gesetzt werden.
Wir können nicht akzeptieren, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Oldenburger Münsterland aufgrund fehlender Netzkapazitäten zum Erliegen kommt, so Wimberg und Gerdesmeyer weiter. Während Deutschland aktuell mit unzähligen Insolvenzen, der Abwanderung von Produktion und dem Verlust von Arbeitsplätzen zu kämpfen habe, sei es niemandem zu erklären, dass hier, wo noch wirtschaftliche Entwicklung möglich sei, diese an der Stromversorgung scheitere. Da auch andere Regionen bereits mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten, müsse die Politik insgesamt schnell ins Handel kommen, so die Landräte.



