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Tollwut verläuft immer tödlich: Tierärztin rät zur Impfung

  • Autorenbild: Claudia Wimberg
    Claudia Wimberg
  • vor 18 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit
Erste Impfung als Welpe: Mit etwa zwölf Wochen erhält der Hund die Spritze. Foto: cl
Erste Impfung als Welpe: Mit etwa zwölf Wochen erhält der Hund die Spritze. Foto: cl

Friesoythe. Ein illegal importierter Hund, ein bestätigter Tollwutfall – und viele Fragen bei Tierhaltern. Obwohl Deutschland als tollwutfrei gilt, bleibt das Virus durch Einfuhren aus dem Ausland eine reale Bedrohung. Tierärztin Tatiana Kirol aus Friesoythe erklärt im Interview mit Fritz online, warum Wachsamkeit und ein lückenloser Impfschutz entscheidend sind:


Fritz online: Deutschland gilt offiziell als tollwutfrei. Der Fall eines aus Russland illegal nach Rheinland-Pfalz importierten und erkrankten Junghundes hat jetzt für Schlagzeilen gesorgt. Sie weisen seitdem Patienten und Hundebesitzer aktiv darauf hin, an den Impfschutz zu denken…

Tatiana Kirol: Ja, solche Fälle treten leider immer wieder auf, weil infizierte Tiere aus Ländern, in denen das Virus noch verbreitet ist, nach Deutschland gelangen. Tollwut wird über Speichel, meist durch Bisse, übertragen und verläuft immer tödlich. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, gibt es keine Chance mehr auf Heilung. Nur eine rechtzeitige Impfung kann den Hund zuverlässig schützen.

 

Fritz online: Wie häufig muss geimpft werden?

Tatiana Kirol: Welpen erhalten ihre erste Tollwutimpfung im Alter von etwa zwölf Wochen. Danach sollte der Impfschutz regelmäßig – in der Regel alle drei Jahre – aufgefrischt werden, je nach verwendetem Impfstoff.

 

Fritz online: Wie verhält sich ein Hund, der infiziert ist?

Tatiana Kirol: Infizierte Hunde zeigen zunächst Unruhe, vermehrten Speichelfluss und ein verändertes Verhalten. Das Tollwutvirus wandert nach der Ansteckung über die Nerven in Richtung Gehirn und verursacht dort eine schwere Entzündung. Typisch sind zunehmende Verhaltensstörungen, Aggressivität sowie Schluckstörungen: Die Tiere haben Angst zu trinken, entwickeln die sogenannte Wasserscheu und speicheln stark. Im weiteren Verlauf treten Lähmungen, Krampfanfälle und schließlich der Tod ein.

 

Fritz online: Ist Tollwut auch auf den Menschen übertragbar?

Tatiana Kirol: Das ist sie und wer sich infiziert, muss sich sofort behandeln lassen.

 

Fritz online: Sprechen Sie sich für eine Impfpflicht aus?

Tatiana Kirol: Ich rate auf jeden Fall dazu, die Impfung bei seinem Hund regelmäßig vornehmen zu lassen, um einen größtmöglichen Schutz für Tier und Mensch zu gewährleisten. Auch wenn wir hier nur noch Einzelfälle erleben, weil Tollwut praktisch ausgestorben ist, bleibt das Risiko durch Importe aus dem Ausland. Wer übrigens mit seinem Hund auf Reisen geht, ist innerhalb der EU zu einer Impfung verpflichtet. Und wer ein Tier aus anderen Ländern bei sich aufnehmen möchte, sollte zuvor seine Herkunft sowie sämtliche tierschutz- und seuchenrechtlichen Bestimmungen auf Herz und Nieren prüfen.

 
 
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