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Vandalismus in Friesoyther Kirche: Versicherung gibt grünes Licht

  • Autorenbild: Claudia Wimberg
    Claudia Wimberg
  • vor 11 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit
Ausgestellt: Ausgebaute Betonteile und marode Metallstreben weisen auf die Notwendigkeit der Fenstersanierung hin. Fotos: Claudia Wimberg
Ausgestellt: Ausgebaute Betonteile und marode Metallstreben weisen auf die Notwendigkeit der Fenstersanierung hin. Fotos: Claudia Wimberg

Friesoythe. Keyboard statt Kirchenorgel: Das kleine Instrument wirkt neben dem großen zwar etwas verloren, doch angesichts leistungsstarker Lautsprecher „funktioniert die Beschallung überraschend gut“, kommentierte Pfarrei-Mitarbeiter Josef Averbeck die alternative Lösung auf dem Orgelboden der Friesoyther St. Marien Gemeinde.

 

Wie berichtet, steht die Königin der Instrumente still, nachdem Teile ihrer Mechanik mutwillig zertrümmert wurden. Ein 25-Jähriger aus Friesoythe steht im Verdacht, in der Nacht zum 22. Juni im gesamtem Gotteshaus randaliert und erhebliche Schäden verursacht zu haben. Der Mann konnte noch im Gebäude von Beamten der Friesoyther Polizei gestellt werden. Die Spuren wurden gesichert, Sachverständige nahmen Bestandsaufnahmen vor. Wie die Kirchengemeinde nun mitteilte, hat die Versicherung grünes Licht gegeben und übernimmt die ermittelten Kosten von rund 22 000 Euro für die Reparatur der Sauer-Orgel. Die beauftragte Fachfirma wird Mitte September mit der Instandsetzung beginnen. Verlaufen die Arbeiten planmäßig, könnte das Instrument zur Adventszeit wieder erklingen. Die kircheneigene Mikrofonanlage funktioniert wieder, die demolierte Technik für den Live-Stream der Gottesdienste soll in rund 14 Tagen betriebsbereit sein.

 


Alternative Lösung: Die Organisten begleiten die Gottesdienste in der Marien-Kirche aktuell mit einem Keyboard. Foto: Claudia Wimberg
Alternative Lösung: Die Organisten begleiten die Gottesdienste in der Marien-Kirche aktuell mit einem Keyboard. Foto: Claudia Wimberg

Rund 16000 Euro müssen fließen, um die vom Täter zum Teil eingeschlagenen Kirchenfenster wiederherzustellen. „Aufwendiger“ und kostenintensiver gestalte sich dagegen die Instandsetzung der zerstörten Kunstgegenstände, wie Heiligenfiguren oder Kreuzwegmotive. Die fachlichen Beurteilungen, unter anderem von Experten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, seien noch nicht abgeschlossen, somit könnten aktuell keine detaillierten Angaben zur Schadenshöhe gemacht werden. „Wir hoffen aber, dass die offenen Fragen zeitnah geklärt werden und mit den erforderlichen Maßnahmen für alle betroffenen Gegenstände und Bereiche möglichst bald begonnen werden kann“, schreibt die St. Marien Pfarrei. Ihren Dank spricht sie allen ehrenamtlichen Helfern aus, die sich tatkräftig an den Aufräum- und Reinigungsarbeiten beteiligten.

 

Noch offen: Wie hoch sich der Schaden an den Kunstwerken und Heiligenfiguren beziffert, wird noch ermittelt.
Noch offen: Wie hoch sich der Schaden an den Kunstwerken und Heiligenfiguren beziffert, wird noch ermittelt.

Da sich der Täter über ein Baustellengerüst Zutritt verschaffte, wurde in diesem Bereich eine mobile Videoüberwachung mit Lautsprecheranlage installiert. Erforderlich ist die Stahlkonstruktion aufgrund der umfangreichen Sanierungsarbeiten an den Kirchenfenstern. Der erste von vier Bauabschnitten konzentriert sich auf den Chorraum und soll vor Weihnachten abgeschlossen sein.


Im Eingangsbereich der Kirche sind auf Initiative von Gerd Bolten, Vorsitzender des Bauausschusses, nun marode Betonteile und Metallstreben ausgestellt. Das ausgebaute Material mit Informationsschreiben soll die Notwendigkeit der Instandsetzung erläutern, für die die Kirchengemeinde um Spenden bittet.

 
 
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