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Wie wappnet sich der Landkreis Cloppenburg für den Blackout-Fall?

  • Autorenbild: Julius Höffmann
    Julius Höffmann
  • 24. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Von Julius Höffmann


Symbolbild: Adobe Stock
Symbolbild: Adobe Stock

Der kürzliche Stromausfall in Berlin hat gezeigt, wie schnell alltägliche Abläufe ins Stocken geraten können. Auch wenn Deutschland über ein sehr stabiles Stromnetz verfügt, nimmt der Landkreis Cloppenburg mögliche Blackout-Szenarien ernst: Die Vorbereitung auf den Ernstfall läuft kontinuierlich – mit klaren Plänen, gezielten Investitionen und einem Fokus auf Information und Eigenvorsorge.


Vorbereitung auf Blackout-Szenarien läuft kontinuierlich

Der Landkreis Cloppenburg bereitet sich gemeinsam mit Rettungs- und Hilfsorganisationen fortlaufend auf mögliche Katastrophenschutzlagen vor – darunter auch großflächige Stromausfälle oder sogenannte Blackouts. Ziel ist es, im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben und die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.


Gezielte Investitionen und Übungen im Jahr 2025

Im Jahr 2025 wurden mehrere wichtige Maßnahmen umgesetzt. Dazu zählt eine dreitägige Stabsrahmenübung zur Bewältigung von Katastrophenlagen. Zudem beschaffte der Landkreis drei Notstromaggregate für sogenannte Nottankstellen sowie zwei Tankanhänger. Eine kommunale Impact-Analyse zum Thema Stromausfall/Blackout wurde ebenfalls erstellt. Aktuell läuft außerdem eine Ausschreibung für 59 neue Sirenenanlagen im Kreisgebiet.

Parallel befindet sich ein Notfallplan in der Aufstellung. Darüber hinaus werden in den Städten und Gemeinden sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme vorbereitet. Diese sollen im Ernstfall als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen.



Symbolbild: Adobe Stock
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Sehr hohe Netzsicherheit in Deutschland

Grundsätzlich ist es möglich, dass einzelne Orte oder größere Bereiche stromlos werden. Deutschland verfügt jedoch über eines der sichersten Stromnetze weltweit. Grundlage ist das sogenannte n-1-Kriterium der Netzplanung: Fällt ein Stromkreis aus, sorgen Ausweichmöglichkeiten in der Regel dafür, dass es nicht zu Versorgungsunterbrechungen kommt.


Begrenzte Notstromkapazitäten des Landkreises

Für die Stromversorgung im Landkreis ist die EWE zuständig. Der Landkreis selbst hält Notstromaggregate und Netzersatzanlagen vor, deren Kapazitäten jedoch begrenzt sind. Diese werden vorrangig für den eigenen Betrieb sowie für ausgewählte Tankstellen eingesetzt. Kritische Infrastrukturen sind größtenteils nicht flächendeckend mit Notstrom versorgt.



Symbolbild: Adobe Stock
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Krankenhäuser abgesichert – Pflegeheime benötigten Unterstützung

Die Notstromaggregate des Landkreises werden in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Cloppenburg gelagert und gewartet. Weitere Geräte befinden sich unter anderem in Feuerwehrhäusern der Gemeindefeuerwehren sowie beim THW-Ortsverband Cloppenburg. Die drei Krankenhäuser im Landkreis sind gesetzlich verpflichtet, eine Notstromversorgung vorzuhalten. Diese Pflicht wird erfüllt, zudem verfügen alle Häuser über Alarm- und Einsatzpläne für Stromausfallszenarien. Alten- und Pflegeheime hingegen sind gesetzlich nicht zur Notstromversorgung verpflichtet und wären im Ernstfall zunächst auf Unterstützung durch Hilfsorganisationen angewiesen.


Information und Eigenvorsorge im Fokus

Der Landkreis Cloppenburg setzt verstärkt auf Information und Eigenvorsorge. Ergänzend zu den Angeboten der Bundesbehörden wurde 2025 eine Katastrophenschutz-Broschüre speziell für den Landkreis erstellt und an alle Haushalte verteilt. Sie enthält Hinweise zur persönlichen Vorsorge, Verhaltensregeln bei Stromausfällen sowie Informationen zu den Katastrophenschutz-Leuchttürmen.



Symbolbild: Adobe Stock
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Aktuelle Warnungen direkt aufs Smartphone

Zusätzlich informiert der Landkreis über die kostenlose Warn- und Informations-App BIWAPP. Über diese App erhalten Bürgerinnen und Bürger aktuelle Hinweise zu Schulausfällen, Straßensperrungen, besonderen Einsatzlagen oder Großschadensereignissen – auf Wunsch auch per Push-Nachricht.

Darüber hinaus wurden Informationsveranstaltungen für Pflegeheime zum Thema „Blackout in der Pflege“ durchgeführt. Auch Spontanhelfer wurden im Rahmen von Veranstaltungen auf ihre mögliche Unterstützung an den Katastrophenschutz-Leuchttürmen vorbereitet. Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehrtechnischen Zentrale im September 2025 informierten Landkreis, Feuerwehr und Hilfsorganisationen ebenfalls über den Katastrophenschutz. Das Deutsche Rote Kreuz stellte dabei die Aktion „Katastrophenschutz in der Kiste“ vor und zeigte, welche Gegenstände Bürgerinnen und Bürger für den Notfall in einem Rucksack bereithalten sollten.


So läuft der Einsatz im Katastrophenfall ab

Kommt es zu einem großflächigen Stromausfall, wären zunächst Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und der THW-Ortsverband Cloppenburg im Einsatz. Der Landrat würde den Katastrophenschutzstab sowie die Technische Einsatzleitung alarmieren, um die Gesamtlage zu bewerten und weitere Maßnahmen einzuleiten. Dazu zählen unter anderem die mögliche Feststellung des Katastrophenfalls sowie die Alarmierung überörtlicher Einheiten wie Kreisfeuerwehrbereitschaften oder THW-Elektroversorgungsgruppen.


Warnung der Bevölkerung bei längerem Stromausfall

Die Warnung der Bevölkerung erfolgt über mehrere Kanäle. Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) würden Lagemeldungen über Mobiltelefone, Radio und Fernsehen verbreitet. Zusätzlich käme Cell Broadcast zum Einsatz, bei dem Warnnachrichten direkt auf Handys gesendet werden – unabhängig von installierten Apps. Dieses System wird auch beim jährlichen Warntag im Landkreis Cloppenburg regelmäßig getestet und erreicht mehr Menschen als jeder andere Warnkanal.

 
 
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