Baumgrab als neue Bestattungsform auf dem Friesoyther Friedhof


Friesoythe (cl). Jung und lebendig symbolisiert er im Lava-Sand bereits die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Jetzt schlägt er Wurzeln und seine waagerecht wachsenden Äste werden sich langsam wie Stockwerke übereinander reihen. Edel und ausladend spendet der weißblühende Pagoden-Hartriegel dann Schutz und Schatten und steht für Frieden und Beständigkeit.
36 Verstorbene können unter ihm ihre letzte Ruhe finden. Das Baumgrab für Urnen ist eine neue, alternative Bestattungsform, die die St. Marien Gemeinde auf ihrem Friedhof in Friesoythe vorgestellt hat. „Sollte das Angebot Gefallen finden, planen wir vergleichbare Plätze auf den weiteren Ruhestätten der Pfarrei“, informierte Friedhofsverwalter Josef Averbeck im Beisein von Mitgliedern des Kirchenausschusses sowie Hubert und Matthias Wreesmann. Die beiden Friesoyther Garten- und Landschaftsbauer gestalteten die Fläche, die sich aus drei brach- und nebeneinander liegenden Grabstätten mit je vier Einheiten zusammensetzt.
Neben dem Baum und farbenfrohen Thymianpflanzen sind darauf 18 Granitsteine gesetzt, unter denen zwei Urnen in einem Edelstahlrohr Platz finden. Nach der Beisetzung wird der Stein gegen einen gesicherten Bronzedeckel mit einem Baum als Motiv ersetzt, auf der zwei Namen mit Geburts- und Sterbedaten eingraviert werden können.

Im Gegensatz zum einige Meter weiter liegenden Gemeinschaftsgrab mit einer Urnenstele ist es somit beim Baumgrab möglich, dass Paare in einer gemeinsamen Stätte beigesetzt werden können. Eine Einzelbelegung ist ebenfalls vorgesehen. Grabschmuck wie Blumen oder Kerzen sind dagegen auf beiden Anlagen nicht gewünscht. „Es sollen naturbelassene Areale bleiben“, so Averbeck.
Pflegeleichte Bestattungskonzepte stehen nach wie vor hoch im Kurs und ersetzen die traditionellen Familiengräber. Die Friesoyther Pfarrei trägt der Nachfrage schon seit vielen Jahren Rechnung und stattete ihre Friedhöfe bereits mit klassischen Urnengräbern, dem Gemeinschaftsgrab für Urnen mit Stele sowie Sarg-Rasengräbern aus.
Die Ruhezeiten für alle Bestattungsformen beträgt 30 Jahre. Wie der Verwalter mitteilte, sei jedoch eine Überarbeitung der Satzung im Offizialatsbezirk geplant, „und dabei wird es auch darum gehen, die Ruhezeiten für Urnengräber zu verkürzen.“



