„Das Pferd wusste, was es tat“: Hermann Blocks letztes Euro-Fest
- Martin Pille

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FRITZ-INTERVIEW
Herr Block, Sie geben das Amt des Bürgermeisters auf und damit auch das Amt des Präsidenten von Euro Bösel e. V. ab. Wenn Sie auf die vielen Jahre zurückblicken: Was war für Sie persönlich der schönste Moment?
Block: Es gab unzählige schöne Momente in den letzten 20 Jahren: spontane Konzerte um Mitternacht, die Familienshows oder die feierliche Flaggenparade beim Festumzug.
Wenn ich mich auf einen Moment festlegen müsste, wäre es das 50-jährige Jubiläum der Euro-Musiktage 2011. Bei der Familienshow „Böseler Wetten, dass…“ bin ich mit einem Schimmel durch einen nur 1,50 Meter breiten Gang zur Bühne in das mit über 1.000 Besuchern vollbesetzte Festzelt „geritten“. Wir konnten das vorher nur einmal proben – aber im leeren Zelt und anders als am Abend ohne laute Musik. Aber das Pferd wusste, was es tat …
Die Euro-Musiktage haben eine enorme Strahlkraft entwickelt und bringen jedes Jahr mehrere hundert Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Ländern nach Bösel. Was glauben Sie, macht den besonderen Zauber dieser Veranstaltung aus?
Block: Ich selbst komme ja außerhalb der Dusche nicht von der Musikerseite. Der neue Vorstand hat ja nach der schöpferischen Pause 2012, also nach dem Jubiläumsjahr, bei der Neuausrichtung des Konzeptes die Musiker/innen wieder mehr in den Fokus genommen. Es gibt für sie jetzt mehr Möglichkeiten, sich während der drei Tagen im Ort selbst, wie beispielsweise beim Festumzug, einem großen Publikum zu präsentieren. Schon immer ausgezeichnet war die individuelle Betreuung der Gruppen, die Verpflegung durch das DRK und die Unterbringung in den Gemeinschaftsquartieren.
Frage
Hinter einem solchen internationalen Musikfest steckt viel ehrenamtliche Arbeit. Was haben Sie in den Jahren als Präsident über das Ehrenamt, aber auch über die Menschen gelernt, die diese Veranstaltung tragen?
Block: Mit einem Satz gesagt: Dass alle mit unendlich viel Herzblut dabei sind – und das immer wieder aufs Neue. Viele kommen selbst aus der Musik, sind oder waren Amateurmusiker und engagieren sich schon seit vielen Jahren. Gleichzeitig kommen immer wieder neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dazu. So sind zu den drei Festtagen Jahr für Jahr weit mehr als 100 Menschen gemeinsam für die Euro-Musiktage im Einsatz. Ohne sie würde nichts laufen.
Zum Schluss geben Sie nun die Verantwortung weiter: Was wünschen Sie den Euro-Musiktagen für die nächsten Jahre – und was werden Sie persönlich am meisten vermissen?
Block: Wir leben in einer geopolitisch gefährlichen Lage. Da ist ein Fest zur Völkerverständigung ein ganz starkes Zeichen für Toleranz und Frieden und gegen Krieg und Rassismus. Daher wünsche ich dem Euro Bösel e.V., dass er es weiter schafft, sich dem Wandel der Zeit zu unterziehen, ohne die Identität des Festes zu verlieren. Was ich persönlich am meisten vermissen werde? Das kann ich im nächsten Jahr erst beantworten…
Was machen Sie während der Euro-Musiktage 2027?
Block: Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich - sofern gewünscht - selbst eine ausländische Gruppe betreuen. Ich wollte immer schon mal das Fest aus dem Blickwinkel eines Gastvereins erleben. Dazu habe ich dann ja vielleicht die Gelegenheit.


