Ein Stück Böseler Ortsgeschichte verschwindet: Abriss schafft Platz


Bösel. Viele Passanten blieben stehen, als die großen Greifzangen sich durch das Gemäuer der historischen Bäckerei Schmidt Am Kirchplatz beißen und die Mauersegmente auf den Schutthaufen stürzen. Und manch einer war nicht froh darüber, dass schon wieder ein altes Gebäude dem Erdboden gleichgemacht wurde. Es gibt Nachweise, dass es eine Bäckerei Schmidt bereits um 1910 bestanden hat, ob an diesem Platz, ist allerdings unbestimmt. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut, zuletzt beherbergte es ein Reisebüro.
Nach dem ebenfalls traditionsreichen Gebäude des ehemaligen Manufaktur- und Kurzwarengeschäfts Gründing in der unmittelbaren Nachbarschaft, muss auch dieses Haus Platz machen für eine vom Gemeinderat beschlossenen Quartiersplanung rund um das Rathaus. Hier soll sich nach den bereits vorliegenden Plänen ein Rathausplatz ausbilden, der als Multifunktionsplatz auch mit dem Ärztehaus korrespondieren könnte. Das setzt voraus, dass dessen geplante Erweiterung ohne direkte Anbindung an den jetzige Komplex gen Osten zum Hölker Weg erfolgt, etwa dort, wo das Rolfs-Haus stand, das ebenfalls inzwischen abgebrochen wurde.
Das gleiche Schicksal erwartet bereits ebenfalls das dem Rathaus gegenüberliegende Adam-Haus, das vorübergehend das Sozialamt beherbergt und nach Auffasssung des Gemeinderates „abgängig“ ist. Es soll auch in die Quartiersplanung einbezogen werden. Das Rathaus wurde gerade um einige Büros gen Norden moderat angebaut; die Konzeption des Rathausplatzes auf der südlichen Seite ließe hier auf Dauer eine spätere Ausdehnung des Rathauses zu.
Noch nicht entschieden ist über die Zukunft des monumentalen EURO-Denkmals an der Ecke Jahnstraße/Am Kirchplatz, das bei künftigen Plänen zur Gestaltung des Quartiers möglicherweise im Wege steht. Dort würden „zur Stärkung der Straßenraumkante“ Neubauten für Einzelhandel oder Dienstleistung an der Jahnstraße hinpassen, so die Überlegungen der Planer. Zudem ist als weiteres Gestaltungsmerkmal auch ein Minikreisel auf dieser Kreuzung geplant. Überlegungen gehen dahin, das EURO-Denkmal –wie das Kriegerdenkmal- in die Region des Dorfparkes zu verlegen, dorthin, wo die Euro-Musiktage stattfinden.



