Handy wird zum Portemonnaie: Digitalkurs macht Senioren fit
- Claudia Wimberg

- 22. Jan.
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Von Claudia Wimberg

Friesoythe. Die Karten sind auf dem Smartphone abrufbar. Das Handy ist zum Portemonnaie geworden. Bis auf „einen bestimmten Imbiss“ und ein weiteres Kleinunternehmen zahlt Volker Raker kontaktlos. „Überall dort, wo es geht und egal, um welchen Betrag es sich handelt“, verrät der Direktor für das Privatkundengeschäft der LzO. Ebenso schnell wie bequem handhabt es Carsten Wilken, Vorstand der VR Bank Barßel-Bösel-Friesoythe, der wie sein Kollege für alle Fälle noch einen Schein in der Handyhülle hat. Mit vielen ihrer Kunden sind die Finanzexperten schon längst in der digitalen Welt angekommen, doch vor allem Senioren schreckten Online-Dienste nach wie vor ab, wissen die Verantwortlichen aus der beruflichen Erfahrung.
Gemeinsames Projekt von Banken, Bildungswerk und Stiftung
Ältere Menschen nicht nur fit fürs Online-Banking, sondern grundsätzlich im Umgang mit dem Smartphone, Tablet, PC und der KI zu machen, haben sich die beiden Kreditinstitute nun gemeinsam mit dem Bildungswerk Friesoythe auf die Fahnen geschrieben. Auf Anregung der Friesoyther „Flatken-Stiftung“ sind Bildungswerk-Vorständin Nicola Fuhler und Mitarbeiterin Jessica Kaltinski tätig geworden und konnten die beiden vor Ort ansässigen Banken mit ins Boot holen. Sie teilen sich die Finanzierung des für Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlosen und in dieser Form bisher „noch nie da gewesenen Angebots.“
Individuelle Unterstützung durch Experten
Geht es dabei konkret um das Thema Online-Banking, stehen Mitarbeiter beider Kreditinstitute dem Kurs als Ansprechpartner zur Verfügung. Bis Dezember alle 14 Tage dauerhaft begleitet wird die Gruppe individuell und flexibel von einem Referententeam. Unterstützung kommt auch vom Seniorenbeirat der Stadt Friesoythe. „Ich möchte Ängste nehmen und dazu motivieren, dass man selbstständig und aktiv wird und digitale Geschäfte oder Bestellungen nicht Kindern und Enkeln überlässt“, unterstreicht Vorsitzender Heiner Schütte. Er zieht zwar noch eine Geldbörse aus der Hosentasche, aber zahlt größtenteils mit dem Handy und weiß die moderne Nutzung zu schätzen, die „vieles im Leben erleichtert.“
Hybrider Service
Hybrid gestalten auch die Banken ihren Service. „So wie der Kunde es möchte“, lautet der Anspruch und die Führungskräfte gehen trotz des rasanten Wandels nicht davon aus, „dass wir die Abschaffung des Bargeldes noch erleben.“ Natürlich werden auch hierzulande zunehmend digitale Zahlungsmethoden genutzt, „aber es ist auch old school geblieben“, betont Wilken und verweist beispielsweise auf eine hohe Nachfrage an Schließfächern und Überzeugungen, dass Bares für größtmögliche Unabhängigkeit und Sicherheit stünde. Das gelte es auch nicht zu kritisieren. „Es gibt nie den einen Weg.“ Grundsätzlich sei es im Alltag nicht erforderlich, sich jeder neuen Technologie zu stellen. Wer jedoch für ein Basiswissen Interesse zeige und sich einlasse, der wisse schnell Effizienz, Komfort und Kommunikationsmöglichkeiten durch Digitalisierung zu schätzen, zeigen sich die Vertreter von Bank, Bildungswerk und Seniorenbeirat überzeugt.
Info: Der kostenlose „digitale Nachmittag“ startet am Montag, 2. Februar, und findet zwischen 15 und 17.30 Uhr statt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Gruppengröße beträgt sieben bis zehn Teilnehmer, die ihre Endgeräte wie Smartphone oder Tablet mitbringen müssen. Neben den Grundlagen zur Nutzung sowie das Online-Banking geht es auch um Sicherheit, digitale Gesundheitsanwendungen, Fotos, Dokumente, Kommunikation und KI. Anmeldungen unter Telefon: O4491/9330-0 oder



