top of page

Kritik an Kürzungen: Bildungsträger schlagen Alarm

  • Autorenbild: Claudia Wimberg
    Claudia Wimberg
  • vor 12 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Von Claudia Wimberg

 

Drei Bildungsträger, eine Meinung (von links): Nicola Fuhler und Birgit Walker (Bildungswerk Friesoythe), Ilona Heydt (Bildungswerk Cloppenburg) und Dr. Christina Neumann (Volkshochschule Cloppenburg) kritisieren den Zulassungsstopp für Integrationskurse. Landtagsabgeordneter Lukas Reinken will Kontakte zu Bundestagsabgeordneten nutzen. Foto: Claudia Wimberg
Drei Bildungsträger, eine Meinung (von links): Nicola Fuhler und Birgit Walker (Bildungswerk Friesoythe), Ilona Heydt (Bildungswerk Cloppenburg) und Dr. Christina Neumann (Volkshochschule Cloppenburg) kritisieren den Zulassungsstopp für Integrationskurse. Landtagsabgeordneter Lukas Reinken will Kontakte zu Bundestagsabgeordneten nutzen. Foto: Claudia Wimberg

Friesoythe/Cloppenburg. Kein Geld mehr für freiwillige Integrationskurse: Das CSU geführte Bundesinnenministerium hat den Zugang zu Sprachkursen rückwirkend zum November beschränkt. Die im Februar herausgegebene Mitteilung des dem Ministerium unterstellten Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), künftig nur noch verpflichtende Kurse für Menschen mit „dauerhafter Bleibeperspektive“ zu finanzieren, stößt auch bei den Bildungsträgern im Landkreis Cloppenburg auf massive Kritik.

Abgesehen davon, dass man ohne Vorwarnung darüber in Kenntnis gesetzt worden sei, „ist es eine folgenschwere Fehlentscheidung, die Teilhabe und Integration belastet“, betonte Nicola Fuhler, Vorständin des Friesoyther Bildunsgwerkes, bei einem Treffen mit Kollegin und Mitarbeiterin Birgit Walker, Dr. Christina Neumann, Leiterin der Cloppenburger Volkshochschule, und Ilona Heydt, Leiterin und Geschäftsführerin des Cloppenburger Bildungswerkes. Komplettiert wurde die Runde im Friesoyther Bildungswerk durch CDU-Landtagsabgeordneten Lukas Reinken aus Friesoythe, der zuhörte und mit seinen zuständigen Kolleginnen und Kollegen auf Bundesebene zum Thema in Kontakt treten will.

Deutliche Worte

Und dafür gaben ihm seine Gastgeberinnen deutliche Worte mit auf den Weg. „Gut funktionierende Strukturen werden zerschlagen“, betonte Dr. Neumann. Asylbewerber müssten sprachlich begleitet werden, warnte sie vor Parallelgesellschaften und erinnerte an die Zeiten der Gastarbeiter. „Da waren Menschen 40 Jahre hier und sprachen kein Deutsch.“

 "Sparen kann am Ende teurer werden"

Grundsätzlich werde am falschen Ende gespart und Integration aufs Spiel gesetzt, zeigen sich die Vertreterinnen insgesamt überzeugt. Sprache sei der Schlüssel für eine berufliche und gesellschaftliche Teilhabe. Wer nicht auf eigenen Füßen stehen könne, sei am Ende von Sozialleistungen abhängig, was wiederum zu Lasten des Steuerzahlers ginge. Somit könne Sparen auch teuer werden.

Reinken zeigte Verständnis für den Bund, wenn er sich auf positive Bleibeperspektiven konzentrieren wollte, doch Asylbewerber während einer aktuell noch langwierigen Verfahrensdauer von durchschnittlich 18 Monaten „ohne Tagesstruktur nur sich selbst zu überlassen, funktioniert nicht und birgt Risiken“, so der Politiker.

Kurse und Arbeitsplätze in Gefahr

Neben Asylsuchenden trifft die Zugangsbeschränkung Geduldete, Menschen aus der Ukraine sowie EU-Bürger. Werden sie ausgeschlossen, „können wir vielfach die Mindestteilnehmerzahl nicht mehr erfüllen“, informierte Nicola Fuhler und verweist vor Ort auf rund 30 Prozent der Frauen und Männer, die ohne Berechtigung außen vor blieben. Fallen Kurse weg, müssen auch Mitarbeiter und Honorarkräfte um ihre Jobs bangen. „Das bedroht Existenzen, denn viele leben davon“, unterstreicht Ilona Heydt. Dass betroffene Teilnehmer den Sprachkurs selbst bezahlen, „ist in den meisten Fällen utopisch.“ Betriebe brauchten qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland, doch ohne Sprachkenntnisse wären integrationswillige Zugewanderte chancenlos.

Forderung nach Planungssicherheit

Die Bildungsträger verlangen Planungssicherheit und begrüßen die bereits in Bund und Ländern existierenden Forderungen und Petitionen zur Rücknahme des Zulassungsstopps. Sie selbst wollen dafür ebenfalls auf verschiedenen Ebenen aktiv werden und sich für eine bedarfsorientierte Finanzierung und nachhaltige Integration einsetzen.

 
 
bottom of page