Heiß. Heißer. Zuhause.

FRITZ am Sonntag
Von Julius Höffmann

Die Hitze hat inzwischen eine eigene Postleitzahl. Oben im Haus herrschen Temperaturen, bei denen Tiefkühlpizza schon beim Auspacken gar wird. Unten wäre es deutlich angenehmer – nur schläft es sich im Flur oder zwischen Waschmaschine und Getränkekisten auf Dauer auch nicht besonders stilvoll.
Nachts stehen alle Fenster sperrangelweit offen. Das Ergebnis: Die warme Luft darf ungehindert hereinspazieren. Die Bettdecke ist längst ins Sommerquartier verbannt, das Laken wird kritisch beäugt und der Hund hechelt mit dem Ventilator um die Wette.
Natürlich gibt es in diesen Zeiten jede Menge Hitzetipps: viel trinken, Rollläden runter, kalte Umschläge.
Alles richtig. Aber irgendwann hilft nur noch Fantasie. Warum nicht den Wocheneinkauf auf drei Etappen verteilen – ausschließlich durch die Kühlabteilung? Oder das Gefrierfach zur persönlichen Wellness-Oase erklären? Fünf Minuten davor wirken manchmal besser als jeder Kurzurlaub.
Die gute Nachricht: Irgendwann kommt garantiert wieder der Tag, an dem wir über Regen, Wind und 18 Grad schimpfen. Bis dahin gilt die einzige vernünftige Sommerregel: möglichst wenig bewegen, möglichst viel lachen – und bloß keine Diskussion anfangen. Die erzeugt nur zusätzliche heiße Luft.


