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Millimeterarbeit am Schöpfwerk: Hochwasserschutz gesichert

  • Autorenbild: Martin Pille
    Martin Pille
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Präzisionsarbeit: Millimetergenau wird die Förderschnecke in den Trog des Schöpfwerkes eingepasst.          Fotos: Martin Pille
Präzisionsarbeit: Millimetergenau wird die Förderschnecke in den Trog des Schöpfwerkes eingepasst.  Fotos: Martin Pille

Bösel/Overlahe - Präzisionsarbeit im Schöpfwerk Bösel-Overlahe: Im Zuge einer umfassenden Instandsetzung wurde eine der beiden mächtigen Förderschnecken (Archimedische Schraube) des Schöpfwerks am Overlaher Graben hinter der Torffabrik Klasmann-Deilmann von der Voss-Werft aus Ihlow repariert und passgenau wieder eingesetzt. „Bei einer der Schnecken hatten sich vier Halterungsbolzen durch die Dauerbelastung derart gelockert, dass eine Unwucht entstand, die zu erheblichen Beschädigungen führte“, erläuterte der Leiter der Bauwerksunterhaltung der Friesoyther Wasseracht, Christian Weerts, der die komplexen Arbeitsschritte direkt an der Anlage koordinierte, um die Schnittstellen zwischen schwerem Maschinenbau, Spezialbetonbau und der bestehenden Steuerungstechnik (die zuletzt 2010 modernisiert wurde) abzusichern. Die Anlage entwässert seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1984 ein Einzugsgebiet von 737 Hektar zuverlässig.

Um die Arbeiten überhaupt zu ermöglichen, wurde der Pumpbereich des Schöpfwerks zuvor komplett trockengelegt. Bevor die tonnenschwere Technik wieder in Betrieb gehen konnte, stand den Facharbeitern ein logistischer Kraftakt bevor: Zunächst musste das sensible Unterwasserlager am tiefsten Punkt der Anlage exakt montiert werden. Anschließend wurde die rund 2,6 Tonnen schwere, 4,10 Meter lange und 1,40 Meter dicke Stahlschnecke per Bagger millimetergenau in einem Aufstellwinkel von 30 Grad eingehoben.


Das Herzstück der Reparatur war dann ein im Wasserbau bewährtes, aber hochsensibles Spezialverfahren: Nach dem Einheben wurde frischer Beton in den Trog eingebracht. Noch während der Beton abbindet, wird die Riesenschnecke im sogenannten Tippbetrieb kontrolliert gedreht. Bei einer regulären Betriebsdrehzahl von 42 Umdrehungen pro Minute trägt die Schnecke so das überschüssige Material selbst ab.

Das Ziel dieses Verfahrens ist maximale Effizienz. Durch das „Eindrehen“ entstehe ein perfekt angepasstes Betonbett mit einem minimalen Spalt von nur wenigen Millimetern zwischen den Schneckenflügeln und dem Trog. Dies verhindere spätere Wasserverluste beim Pumpvorgang und sichert die enorme Förderleistung der Anlage, so Weerts.  Jede der beiden Schnecken kann bis zu 500 Liter Wasser pro Sekunde bewegen – zusammen leisten sie beeindruckende 1.000 Liter (einen Kubikmeter) pro Sekunde.

Nach den Arbeiten ist das Schöpfwerk nun pünktlich vor den nächsten Starkregenereignissen wieder mit voller Kraft einsatzbereit. Das Wasser, dass hier durch den Overlaher Graben und dem Lager-Schloot in einem kleinen See vor dem Schöpfwerk zusammenläuft, wird –ausgelöst durch einen Sensor des Wasserstandes- von den Schnecken auf das Niveau des etwa 200 Meter entfernten Küstenkanal gepumpt. In der Regel ist hierzu ein Höhenunterschied von 1,50 Meter zu überwinden.

 
 
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