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Mutmaßlicher Sabotageakt stoppt Friesoyther Triathleten beim Ironman

Autorenbild: Claudia Wimberg
Claudia Wimberg
9. Juni
2 Min. Lesezeit
Enttäuschung: Der Triathlet der Friesoyther „Tri Freaks“ nach dem mutmaßlichen Sabotageakt an seinem defekten Fahrrad. Fotos: Röckmann
Enttäuschung: Der Triathlet der Friesoyther „Tri Freaks“ nach dem mutmaßlichen Sabotageakt an seinem defekten Fahrrad. Fotos: Röckmann

Friesoythe/Hamburg. Montagmorgen, halb zehn in Hamburg: Michael Röckmann sitzt vor einem Bistro und trinkt einen letzten Kaffee in der Hansestadt. In gut einer halben Stunde findet die Siegerehrung des „Ironman“ statt. Die möchte sich der Triathlet aus Varrelbusch allerdings ersparen und macht sich stattdessen wieder auf den Weg nach Hause. „Der Frust sitzt ehrlich gesagt noch zu tief und die letzte Träne ist auch noch nicht getrocknet“, gesteht er offen.

 

Der 54-Jährige ist Mitglied der „Tri Freaks“ des SV Hansa Friesoythe und bei dem internationalen Event mit rund 3000 Teilnehmern Opfer des mutmaßlichen Sabotageakts im Stadtteil Kirchwerder geworden. Während des sogenannten „Jedermann-Rennens“ lagen winzige Metallsplitter auf dem Asphalt und bremsten zahlreiche Radfahrer aus. Neben platten Reifen „waren wegen eines Sturzes in meinem Umfeld auch Sanitäter im Einsatz“, so Röckmann, der sich ein Jahr lang ebenso akribisch wie diszipliniert auf seine dritte Langdistanz mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,2 Kilometern Laufen vorbereitete und in seiner Altersklasse „eine berechtigte Hoffnung auf eine gute Platzierung hatte.“

 


Das Aus: Metallsplitter zerstörten mehrfach auch die Reifen von Röckmanns Fahrrad.
Das Aus: Metallsplitter zerstörten mehrfach auch die Reifen von Röckmanns Fahrrad.

Aus dem Wasser ist er „super gekommen“ und auch auf dem Rad lief es zunächst reibungslos. Im Bezirk Bergedorf nahm er dann an den Häusern Plakate mit der Aufschrift „Ihr raubt uns die Freiheit“ wahr und wunderte sich über verhältnismäßig viele Radfahrer mit Pannen, bevor er wegen eines defekten Reifens selbst absteigen musste. Der Reifenwechsel war schnell vollzogen, „doch 100 Meter weiter gab es die nächste Panne und da wusste ich, dass etwas nicht stimmen kann“, berichtet der Sportler. Als sein Ersatz- und Reparaturmaterial erschöpft war „musste ich notgedrungen aufgeben“, so Röckmann weiter und findet deutliche Worte. „Dass sich Anwohner über Straßensperrungen beklagen und demonstrieren, ist legitim und das habe ich auch schon erlebt. Sollte es sich hier allerdings um einen gezielten Angriff auf die Athleten gehandelt haben, dann hört der Spaß auf“, unterstreicht der Triathlet, der die polizeilichen Ermittlungen abwarten will und sich rechtliche Schritte vorbehält.

 

Der frühere Fußballer und Landesmeister im Taekwondo ist vor rund 20 Jahren eher zufällig zum Ausdauersport gekommen. Mit seinem Chef vereinbarte der Mitarbeiter eines großen Energieversorgers damals einen „Schnuppertriathlon“ als kleinen Wettkampf und „das machte mir sofort Spaß.“ Er schloss sich den Friesoyther „Tri Freaks“ an und nimmt seitdem regelmäßig an Meisterschaften teil, wobeider „Ironman“ mit insgesamt 226 Kilometern zu den größten und anspruchsvollsten zählt, die er schon zweimal bewältigte.

 

Motiviert: Michael Röckmann präsentiert sich zum Auftakt des Hamburger Ironmans mit seiner Startnummer. Fotos: Röckmann
Motiviert: Michael Röckmann präsentiert sich zum Auftakt des Hamburger Ironmans mit seiner Startnummer. Fotos: Röckmann

Ein paar Tage brauche es wohl noch, um die Enttäuschung bei seiner dritten Teilnahme zu verarbeiten, sagt Röckmann. Doch dann soll es nicht nur mit dem Training weitergehen. Der Varrelbuscher freut sich 2026 noch auf den Norderney-Triathlon und der damit verbundenen olympischen Distanz von 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und zehn Kilometern Laufen sowie den Triathlon in Duisburg, der die Mitteldistanz von insgesamt 113 Kilometern vorsieht. Und ob in Hamburg oder anderswo: Auch die Herausforderung Ironman möchte der „Sportler durch und durch“ noch einmal meistern und sich dabei von keinerlei Störungen aufhalten lassen.

 
 
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