Neue Hülle, bewährte Tradition: Gilde stellt Weichen für die Zukunft
- Julius Höffmann

- vor 1 Tag
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Friesoythe. Für Schützen und Besucher soll sich nichts ändern – intern dagegen war eine grundlegende Neuordnung notwendig: Mit dieser Botschaft erläutert die Schützengilde Friesoythe die Gründung des Schützengilde Friesoythe e. V. Rechtsanwalt und Notar Dr. Darvin Decker, der die neue Satzung gemeinsam mit der Gildeführung erarbeitet hat und zugleich Ersatzfähnrich der Kompanie Wasserstraße ist, erklärte auf Anfrage von fritz-online die Hintergründe der Neustrukturierung.
Mit der Gründung dieses Vereins soll für die Schützengilde ein Rechtsrahmen geschaffen werden, um der Verantwortung der Offiziere und des Magistrats Rechnung zu tragen, die Traditionen der Gilde, die Heimat- und Kulturpflege und den Schießbetrieb nachhaltig abzusichern und rechtssicher zu gestalten, heißt es in der Präambel der neuen Satzung.
„Nach dem Ergebnis einer kommunalrechtlichen Prüfung, dass die Schützengilde nicht den Rechtsstatus einer Einrichtung der Stadt hat, ergaben sich gravierende Folgefragen, Dieses Thema wollte ich unbedingt noch vor Ende meiner Amtszeit geklärt wissen“, so Bürgermeister Sven Stratmann.
Gemeinsam mit Gilde-General Theo Vahle, Adjutant Bernhard Dedden und den im vergangenen Jahr ausgeschiedenen Schatzmeister Walter Beckmann wurde eine Lösung erarbeitet. „Mit der Gründung eines eingetragenen Vereins haben wir der Schützengilde einen rechtlichen Mantel umgelegt. Unter dem Schutz dieses Mantels kann der Betrieb der Schützengilde und das Friesoyther Schützenfest in althergebrachter Weise fortbestehen“, erklärt Dr. Decker. „Für das Schützenfest ändert sich nichts. Weiterhin kann jeder in seiner Kompanie mit ausrücken. Auch ist die Mitgliedschaft im Verein nicht Voraussetzung, um Schützenkönig in Friesoythe zu werden. Es gelten dieselben Regeln wie in den Jahren zuvor“, versichert Adjutant Bernhard Dedden.
Nach der neuen Satzung übernimmt der eingetragene Verein ab diesem Jahr alle Aufgaben: Er kümmert sich um das Friesoyther Schützenfest einschließlich des Vogelschießens und ist für den Betrieb des Gildehauses verantwortlich. „Die Kompanien stellen dabei rechtlich die Abteilungen des Schützengilde e. V. dar, die – wie gehabt – ihren Schießbetrieb selbst regeln und auch eine eigene Kompaniekasse führen dürfen. Die internen Strukturen haben wir beibehalten“, erklärt Dr. Decker weiter.
„Die Schützen, die regelmäßig an den Kompanieschießabenden teilnehmen, sollen Mitglieder des Vereins werden. Dies ist auch mit einem Mitgliedsbeitrag verbunden, um den Betrieb der Schießstätte und notwendige Investitionen finanziell abzusichern. Aufgrund der immer höheren Kosten ist hier jeder Schütze gefragt, seinen Beitrag zu leisten“, führt General Vahle aus.
Mitglied der Schützengilde kann jede männliche Person ab 16 Jahren werden, die sich der
Schützengilde verbunden fühlt, heißt es in der Satzung. Außerdem sieht das Vereinsrecht vor, dass nur Mitglieder an den Kompaniewahlen teilnehmen dürfen und auch nur Mitglieder Offiziere werden können. Die Mitgliedschaft in der Gilde ist jedoch ausdrücklich nicht Voraussetzung, um Mitglied des Magistrats zu werden. Dieser soll weiterhin unabhängig vom Geschlecht oder der politischen Partei aus Vertretern der politischen Führung der Stadt Friesoythe bestehen. Auf der Gründungsversammlung am 14.04.2026 ist daher auch der bisherige Magistrat bestehend aus Sven Stratmann, Melanie Buhr, Heino de Buhr und Raphael Opilski im Amt bestätigt worden.



