Politischer Paukenschlag: Sven Stratmann kandidiert im Saterland
- Julius Höffmann

- vor 33 Minuten
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Friesoyther Bürgermeister verlässt SPD und tritt als Einzelbewerber an

Saterland.Friesoythe. Sven Stratmann, seit 2014 Bürgermeister der Stadt Friesoythe, will in gleicher Funktion auf den Chefsessel im Rathaus der Gemeinde Saterland.
Nachdem der 53-Jährige bereits vor etwas mehr als einem Jahr verkündete, nicht für
eine dritte Amtszeit in Friesoythe kandidieren zu wollen, hat er heute (Donnerstag, 19.02.2026) erklärt, im September bei den Kommunalwahlen im Saterland, als parteiloser Einzelbewerber, für das Bürgermeisteramt anzutreten. Zeitgleich mit der Abgabe seiner Kandidatur verlässt Stratmann die SPD.
Kandidatur im Saterland ist Herzensangelegenheit
Stratmann, der in Scharrel aufgewachsen ist, erklärt: „Meine Kandidatur ist eine
Herzensangelegenheit. Die Entwicklung meiner Heimatgemeinde aus dem Rathaus
aktiv zu gestalten, ist für mich reizvoller als alle anderen Aufgaben, die nach meinem
Abschied aus Friesoythe, mit meiner Berufs- Amts und -Lebenserfahrung möglich
wären.“ Eine Fortsetzung der Aufgabe in Friesoythe sei für ihn keine Optiongewesen, „da ich der Auffassung bin, dass niemand zu lange an seinem Stuhl kleben sollte und frischer Wind einer Kommune nach mehr als einem Jahrzehnt mit dem gleichen Bürgermeister nur guttun kann“. Der Kontakt zu vielen Menschen im Saterland sei über die Jahre als Bürgermeister der Nachbarstadt nie abgerissen – vor allem zu solchen Akteuren, die sich in der Politik, der Wirtschaft, den Kirchen, in den Vereinen und Verbänden ehrenamtlich oder hauptamtlich engagieren. Dabei habe er immer wieder festgestellt: „Der Wunsch nach mehr Miteinander und gemeinsamem Handeln ist im Saterland sehr stark ausgeprägt. Daran hat es in den zurückliegenden Jahren allerdings zu häufig gefehlt.“ Die fast zwölf Jahre als Stadtoberhaupt Friesoythes hätten ihm deutlich gemacht: Ein Bürgermeister muss sein Amt vor allem im Verständnis für ein Miteinander führen und immer wieder Brücken bauen. „Ich bin überzeugt: Mit Blick auf das Saterland gibt es nach denzurückliegenden Jahren vieles, was im Zusammenspiel wieder besser werden darf.“
Austritt aus der SPD ist „folgerichtiger Schritt“
Sein Austritt aus der SPD bezeichnet Stratmann als „einen schweren, aber
folgerichtigen Schritt. Es ist keine Entscheidung gegen die SPD, sondern für das
Saterland.“ Die Statuten der Partei würden festlegen, dass eine Kandidatur gegen
einen Kandidaten, der von der SPD unterstützt wird, zu einem Parteiausschluss führt.
„Das ist aus meiner Sicht auch richtig so. Jeder, der mich kennt, weiß aber, welch
eine Haltung und Überzeugung ich im Herzen trage: Für mich zählt immer der
Mensch. Für die Arbeit eines Bürgermeisters gelte so oder so, dass in diesem Amt
ein Parteibuch zweitrangig sein muss. Es geht darum, die Verwaltung zum Wohle derMenschen zu führen und mit allen Ratsmitgliedern und der Bürgerschaft die
bestmöglichen Vorhaben für das Saterland umzusetzen.“
Rückendeckung von der Familie
Die Aufgaben als Bürgermeister in seiner Heimatkommune sei für ihn angesichts der
aktuellen Lage kein Sprint, sondern vielmehr ein langer Weg, auf dem ich mit voller
Kraft und Begeisterung agieren werde. Bei der Entscheidung für die Kandidatur habe
die Unterstützung der Familie eine wesentliche Rolle gespielt. „Weit vor dem ersten
Gedanken an eine Fortsetzung meiner beruflichen Laufbahn als Verwaltungschef,
haben wir uns als Familie dazu entschieden, wieder ins Saterland und damit zu den
Wurzeln zurückzukehren.“
Jetzt heißt es: Unterstützter-Unterschriften sammeln!
Bevor Stratmann nun als Einzelbewerber antreten darf, geht es in den nächsten
Wochen und Monaten im ersten Schritt darum, die erforderliche Anzahl an
Unterstützern zu finden. Stratmann: „Das Niedersächsische Kommunalwahlrecht
sieht vor, dass Kandidaten ohne Parteibuch nur mit einer bestimmten Anzahl an
Unterstützer-Unterschriften von Menschen aus der Gemeinde Saterland zur Wahl
zugelassen werden.“ Er und sein Unterstützerteam hätten in den vergangenen
Wochen alles vorbereitet, vom Internet-Auftritt (www.svenstratmann.de) über die
Social-Media-Kanäle bis hin zu den Unterschriftsformularen. Stratmann: „Es geht nun darum, die erforderlichen Unterschriften, zu sammeln und im Rathaus der Gemeinde Saterland, abzugeben.“ Er geht davon aus, diese Hürde zu nehmen und „ab dann werde ich, mit vielen Helferinnen und Helfern, die Monate bis zur Wahl, bei voller Weiterführung meiner Amtsgeschäfte in Friesoythe, aktiv gestalten.“



