Sag’s mit Blumen. Oder mit Bäumen.

Bürgermeister Sven Stratmann verabschiedet sich im Stadtrat
Eine kleine Kolumne
Von Julius Höffmann

Man kann sich mit Worten verabschieden. Oder mit Bäumen. Bürgermeister Sven Stratmann entschied sich bei seiner letzten Ratssitzung nach zwölf Jahren Amtszeit für beides.
Es seien manchmal anstrengende, aber auch sehr fruchtbare Zeiten gewesen, mit zahlreichen zukunftsweisenden Entscheidungen, bilanzierte der scheidende Verwaltungschef. Vieles habe man gemeinsam auf den Weg gebracht. Besonders herzlich fiel sein Dank an Erste Stadträtin Heidrun Hamejdiers aus: „Was hätte ich nur ohne Dich gemacht?“ Da durfte am Ende auch beim Bürgermeister das eine oder andere Tränchen kullern.
Und weil Abschiedsgeschenke bekanntlich Wurzeln schlagen sollen, bekam jedes Ratsmitglied einen Obstbaum. Welcher genau, blieb allerdings offen. Apfel oder Birne? Eine durchaus wichtige Frage, schließlich möchte man im Rat auch künftig nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Und welche Parteifarbe trägt eigentlich der Baum? Rote Früchte? Grüne zunächst – die im Laufe der Zeit womöglich schwarz werden? Oder doch lieber Kirschen, die auch bittere Entscheidungen ein wenig versüßen könnten?
Die Idee, aus den mehr als 30 Bäumen eine Stadtrats-Streuobstwiese zu machen, fand allerdings keinen rechten Anklang. Schade eigentlich. Ein gemeinsamer Spaziergang zwischen Apfel, Birne und Kirsche könnte schließlich so mancher politischen Grenzerfahrung wieder etwas Bodenhaftung verleihen.
Aber noch ist nichts verloren: Wer morgen noch kraftvoll zubeißen will, sollte seinen Baum bald pflanzen. Egal wohin. Hauptsache, er schlägt Wurzeln.


