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Social-Media-Verbot: Schüler für zeitliche Begrenzung

  • Autorenbild: Julius Höffmann
    Julius Höffmann
  • 29. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Lian Elias, Fynn Heinemann, Josef Jakob, Marie Louise und Lucie aus Friesoythe zeigen Verständnis für den Plan, das Nutzungsverhalten der Jugendlichen zu regeln, sprechen sich aber gegen ein komplettes Verbot aus. Foto: Höffmann
Lian Elias, Fynn Heinemann, Josef Jakob, Marie Louise und Lucie aus Friesoythe zeigen Verständnis für den Plan, das Nutzungsverhalten der Jugendlichen zu regeln, sprechen sich aber gegen ein komplettes Verbot aus. Foto: Höffmann

Friesoythe. Ein komplettes Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren, wie es kürzlich in Australien beschlossen wurde, sehen die befragten Schülerinnen und Schüler der Realschule Friesoythe eher skeptisch. Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren bezweifeln vor allem, dass sich ein solches Gesetz tatsächlich durchsetzen ließe. „Wir würden bestimmt einen Weg finden, trotzdem im Netz unterwegs zu sein“, lautet der einhellige Tenor der fünfköpfigen Gruppe, die sich mit der FRITZ-Redaktion zum Gespräch getroffen hat.


Zeitlimit besser

Grundsätzlich können Lucie Kubisch aus Ahrensdorf und Marie Louise Schröder aus Thüle die Zielsetzung eines Verbots nachvollziehen. Die beiden 14-Jährigen aus der Klasse 9d schlagen jedoch statt eines vollständigen Ausschlusses eine zeitliche Begrenzung der Nutzung vor. „Das ist technisch machbar“, sind sie überzeugt. Gerade bei jüngeren Kindern seien klare Regeln sinnvoll. Bei älteren Jugendlichen spiele Social Media jedoch eine wichtige Rolle – sowohl privat als auch schulisch. Der schnelle Austausch mit Mitschülerinnen und Mitschülern sei oft hilfreich und ermögliche Kontakte, die sonst so nicht zustande kämen.



Das Handy gehört quasi zur Grundausstattung bei den Jugendlichen.
Das Handy gehört quasi zur Grundausstattung bei den Jugendlichen.

Auch lehrreiche Inhalte

Ähnlich sehen es die 16-jährigen Fynn Heinemann und Lian Elias Eibauer-Norenbrock aus Friesoythe. Die Gefahr, sich zu sehr in sozialen Netzwerken zu verlieren, sei durchaus real. „Viele Kinder und Jugendliche verbringen zu viel Zeit am Handy oder Computer, Hobbys und echte Treffen kommen dann zu kurz“, sagt Fynn. Dennoch habe Social Media auch positive Seiten. Es gebe zahlreiche informative und lehrreiche Inhalte, die beim Lernen unterstützen könnten.


Mein Englisch verbessert

Das betont auch der 13-jährige Josef Jakob Buhr aus Friesoythe, der ein Verbot eher für jüngere Kinder befürwortet. Lucie und Marie verweisen ebenfalls auf die schulischen Vorteile: „Ich habe durch Videos im Internet mein Englisch deutlich verbessert“, erzählt Lucie.


Verständnis

Insgesamt zeigen die Jugendlichen Verständnis für die aktuelle Diskussion rund um Social Media und Jugendschutz. Gleichzeitig sind sie überzeugt, dass sich manches mit der Zeit von selbst regelt. „Bei mir ist es schon weniger geworden“, berichtet Lian. Und Fynn ergänzt, dass beim Angeln das Handy ohnehin in der Tasche bleibt.


Zum Hintergrund

Australien hat als erstes Land weltweit ein gesetzliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren beschlossen. Ziel der Regelung ist es, junge Menschen besser vor psychischen Belastungen, Cybermobbing und suchtähnlicher Nutzung sozialer Netzwerke zu schützen.


Lucie und Marie Louise schlagen ein Zeitlimit vor.
Lucie und Marie Louise schlagen ein Zeitlimit vor.

Hohe Geldstrafen

Das Gesetz verpflichtet große Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat oder X dazu, Konten von unter 16-Jährigen zu verhindern. Die Verantwortung liegt dabei ausdrücklich bei den Unternehmen selbst, nicht bei Eltern oder Jugendlichen. Anbieter müssen technische Maßnahmen zur Altersüberprüfung einführen; bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen.

Das Verbot bezieht sich auf die aktive Nutzung mit eigenen Konten. Öffentlich zugängliche Inhalte dürfen weiterhin angesehen werden. Die Maßnahme ist Teil einer Verschärfung der australischen Online-Sicherheitsgesetze und gilt als internationaler Präzedenzfall.


Digitale Teilhabe

Befürworter sehen in dem Gesetz einen wichtigen Schritt zum Schutz der psychischen Gesundheit junger Menschen. Kritiker hingegen zweifeln an der praktischen Durchsetzbarkeit und warnen vor Datenschutzproblemen sowie vor Einschränkungen der digitalen Teilhabe von Jugendlichen. Auch wird befürchtet, dass Verbote leicht umgangen werden können.

 
 
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