Urlaub ist für neue Ökonomin zurzeit kein Thema
- Claudia Wimberg

- vor 2 Tagen
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Friesoythe. Statt ins Blaue zu fahren, bleibt Rita Berndmeyer im Büro. Urlaub ist für sie zurzeit kein Thema. Vielmehr möchte die neue Ökonomin im Pastoralen Raum Friesoythe Land und Leute in ihrem Katholischen Kirchengemeindeverband (KKGV) kennenlernen. „Ich war schon viel unterwegs, aber habe auch noch einiges vor mir“, sagt die 55-Jährige, die sich persönlich vorstellen und ins Gespräch kommen möchte. „Ökonomin, was ist das eigentlich?“, wird sie seit ihrem Dienstantritt häufiger gefragt, was nicht verwundert. Schließlich gab es diesen Posten bisher nicht, „und natürlich ist er für viele erklärungsbedürftig“, weiß die Garrelerin, die im Friesoyther Pfarrhaus sitzt.
Durch die Bildung der Pastoralen Räume wurde auch die Verwaltung für die Kindertagesstätten neu strukturiert. Im Offizialatsbezirk (Oldenburger Land) haben die Kirchengemeinden die Trägerschaft von insgesamt 135 Einrichtungen mit 2800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an sechs Kirchengemeindeverbände abgegeben, die nun alle einen Ökonom als Leiter haben.
Rita Berndmeyer steht an der Spitze des Kirchengemeindeverbandes Friesoythe mit den Pfarreien Friesoythe, Bösel, Barßel, Saterland, Garrel und Westerstede. Sie verantwortet die Finanzen und Verwaltung von 22 Kitas mit rund 500 Mitarbeitern. „Netzwerken ist dabei wichtig“, betont die studierte Sozialpädagogin und Groß- und Außenhandelskauffrau, die auch eine Ausbildung zur Stiftungsmanagerin absolvierte. Die Ökonomin ist mit den Kita-Leitungen für das Personal zuständig, sie knüpft Kontakte zu Kommunen und ist Ansprechpartnerin für das Offizialat.
„Spannend und abwechslungsreich“, beschreibt sie ihre Tätigkeit, die sie „offen, lösungsorientiert und auf Augenhöhe“ ausüben möchte. Dafür brauche es „viel Kommunikation und Menschenkenntnis.“
Dass Organisation und Aufgaben nun in großen Trägern vereint werden, sei ein Prozess, an den sich alle Beteiligten gewöhnen müssten. „Das braucht Zeit, aber es ist mit großen Vorteilen verbunden, was bei Vordrucken für Urlaubsplänen und einheitlicher Software anfängt“, betont die Ökonomin, die zuvor elf Jahre den Bereich Wohnen des Cloppenburger St. Vincenzhaus leitete.
Die immer weniger werdenden Pfarrer und Ehrenamtliche würden von Verwaltungsangelegenheiten entlastet und Kompetenzen gebündelt. Es gebe eine Mitarbeitervertretung für den gesamten Raum und das System ermögliche mehr Flexibilität bei der Stellenbesetzung. „Wenn eine Mitarbeiterin in Bösel arbeitet, sich dann aber Barßel durch persönliche Umstände besser anbietet, geht es nicht mehr um neue Arbeitsverträge, sondern lediglich um einen Ortswechsel“, veranschaulicht die Fachfrau.
Was liegt aktuell auf ihrem Schreibtisch? „Das geht vom Eichenprozessionsspinner, über die Sanierung der Neuscharreler Kita bis hin zur Vorbereitung des neuen Kita-Jahres. „Die Krippen-Plätze sind rückläufig“, informiert sie und führt das auf finanzielle Gründe zurück. „Die Elternbeiträge sind erhöht worden, alles wird teurer und deshalb bleibt ein Elternteil noch etwas länger zu Hause“, so Berndmeyer. Ihre erste Verbandsversammlung hat sie vor wenigen Tagen absolviert. „Erfolgreich gelaufen“, sagt sie zufrieden und bereitet jetzt ihren ersten Besuch in den Kitas der Gemeinde Barßel vor. „Da war ich nämlich noch nicht.“



