Weihnachtswunder: Kater Paul kehrt nach 10 Jahren zurück
- Claudia Wimberg

- 25. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Friesoythe/Ramsloh. Seinen kleinen, getigerten Freund hat er nie vergessen. Immer wieder nahm Fabian Stöck das Foto von Kater Paul in die Hände und fragte sich, ob er noch lebt und wo er wohl sein könnte. Zehn lange Jahre blieb der Vierbeiner spurlos verschwunden. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen gab sein Besitzer zwar in all der Zeit nicht auf. An Wunder glaubte er allerdings nicht so wirklich, an ein Weihnachtswunder schon gar nicht. Doch genau das sollte er einen Tag vor Heiligabend 2024 erleben, als er Paul wieder in die Arme schließen konnte. „Mein schönstes Geschenk“, berichtet der Friesoyther mit bewegter Stimme.
Paul kehrte nicht zurück
2014 wohnte er noch in Ramsloh. Zur Familie gehörte schon länger Kater Daggi, der aus dem Tierheim stammte, und seit einiger Zeit auch Paul, der eigentlich den Nachbarn gehörte, „aber mit deren Einverständnis bei uns einzog, als er mit Daggi Freundschaft schloss“, erzählt der 44-Jährige. Alles verlief harmonisch, bis Paul urplötzlich von einem seiner Streifzüge nicht mehr zurückkehrte. „Wir haben eine Suchaktion gestartet, jeden Stein umgedreht, Plakate aufgehängt und waren natürlich auch digital unterwegs“, erinnert sich Stöck. Vergeblich, denn sein Kater kehrte nicht zurück „und diese Ungewissheit hat mich seitdem schon verfolgt“, gesteht er, aber war zum Warten verurteilt.
Eine Freundin informierte den Besitzer
Die Wende stellte sich dann am 21. Dezember des vergangenen Jahres ein, als es eine Suchanfrage über die sozialen Medien gab. „An mir ist das alles vorbeigegangen, weil ich auf dieser Plattform nicht unterwegs bin“, berichtet Stöck. Zunächst hatte „Tasso“ als bundesweites Haustierzentralregister eine Information veröffentlicht. Dort war der Kater zwar gelistet, aber der Wohnortwechsel des Halters war der Organisation nicht bekannt. Der Beitrag wurde geteilt, eine Freundin von mir entdeckte ihn über Umwege und rief mich an“, so Stöck weiter.
"Wollte sofort losfahren"
Paul war über den Tierschutzverein Ammerland in Apen untergebracht und am liebsten „wollte ich sofort losfahren.“ Da es sich um ein Wochenende handelte, musste sich der Service-Mitarbeiter eines Hotels allerdings noch zwei Tage gedulden und servierte seinen Restaurantgästen während dieser Zeit nicht nur ihr Menü, sondern auch seine unglaubliche Geschichte, „ob sie es hören wollten oder nicht.“

Sehr emotionaler Moment
Am Montagmorgen, 23. Dezember, stand er dann pünktlich zum vereinbarten Termin vor der Tür. Eine „super freundliche“ Mitarbeiterin holte die Box und öffnete sie. Der Kater spazierte gesund und munter heraus, schmiegte sich an sein Herrchen, als sei nichts gewesen und sorgte damit für einen „sehr emotionalen Moment.“
Kater hatte eine Mission zu erfüllen
Über seinen Verbleib ist bekannt, dass Paul in Ostrhauderfehn bei einem älteren Ehepaar lebte. Als sich beide nicht mehr kümmern konnten, vermittelten ihn Nachbarn ins Tierheim und da er gechipt und registriert war, stand seine Herkunft schnell fest.
Wie er in die ostfriesische Gemeinde kam, bleibt ein Rätsel. „Das werden wir wohl nie erfahren, aber wir sagen gerne, dass er bei den beiden Senioren wohl eine Mission zu erfüllen hatte“, verrät Fabian Stöck lächelnd.
Paul erlitt einen Schlaganfall
Lange sollte die Freude mit seinem wiedergefundenen Freund jedoch nicht währen: Im Mai erlitt Paul plötzlich einen Schlaganfall und musste kurze Zeit später eingeschläfert werden. Begraben liegt er nun neben Daggi, der im Februar starb. Auch wenn die gemeinsame Zeit kurz war: „Dass ich ihn nach Hause holen konnte, hat mir schon ein Stück inneren Frieden beschert“, sagt sein Besitzer und freut sich über seine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte, die ihn nun an jedem Fest der Feste auf besondere Weise begleitet.



