Wenn das Leben plötzlich stillsteht: Gemeinsam aus der Trauer finden
- Claudia Wimberg

- 2. Juni
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Friesoythe (cl). Sie sind noch jung. Sie stehen mitten im Leben und haben noch so viel vor. Doch dann steht die Welt plötzlich still. Der Ehemann und Vater stirbt und nichts ist mehr, wie es war. Wie umgehen mit diesem Schmerz und dieser Leere? Wie sehen Alltag und Leben künftig aus? Fragen, die sich die Verwitweten stellen und verstärkt Kontakt zum Friesoyther Malteser-Hospizdienst suchen. „Die Anfragen sind zurzeit extrem hoch und wir möchten dem Bedarf gerecht werden“, sagt Koordinatorin Miriam Tebben-Fastje. Geplant ist deshalb die erste Trauergruppe speziell für junge Frauen und Mütter, in der Austausch und Begleitung stattfindet. „Häufig haben sie mit Angehörigen und Freunden ein gutes Umfeld, aber diejenigen trauern auch selbst um den Verstorbenen“, so die Trauerbegleiterin.
Mit Außenstehenden und Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen, eröffne einen anderen Blickwinkel und sei eine alternative und hilfreiche Kraftquelle für Trost und Verständnis. Die Mitglieder eint der Schicksalsschlag. Sie müssen sich Gedanken über Dinge machen, die noch weit weg waren. „Sie haben die gleichen Probleme und Gefühle, den Ärger mit der Rentenkasse oder anderen Behörden“, so Tebben-Fastje. Die neue Gruppe soll sich jedoch nicht nur auf einen Stuhlkreis beschränken, sondern der Austausch mit Aktion verbunden werden. So können die Teilnehmerinnen beispielsweise gemeinsam kochen, kreativ oder sportlich sein.
Das Weiterleben mit neuen Perspektiven gestalten, sich nicht mehr nur von dem Verlust gefangen nehmen zu lassen, sondern sich mit der Trauer auseinanderzusetzen, lautet das Angebot in einem geschützten Raum. Zu wissen, dass es anderen ähnlich geht, unterstützt den Trauerprozess. Wer merke, dass er nur noch „überlebt“ und leidet, sollte Hilfe in Anspruch nehmen. „Häufig sind es nahestehende Menschen, die Trauernde auf uns aufmerksam machen“, sagt die Koordinatorin. Wenn Betroffene dann bereit sind, diesen Schritt zu gehen, können sie in der Gruppe oder aber auch in Einzelgesprächen lernen, ihre Gefühle und Gedanken einzuordnen, „um wieder sicher im Leben zu stehen.“
Info: Die erste Trauergruppe für jung verwitwete Frauen und Mütter soll vor den Sommerferien gegründet werden. Nach den Ferien startet eine Kinder- und Jugendtrauergruppe, zu dem für die Erziehungsberechtigten ein Infoabend am Mittwoch, 10. Juni, ab 19 Uhr stattfindet. Weitere Informationen zu allen Trauergruppen unter Telefon 04491/4006310 oder malteser.friesoythe@malteser.org



