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ZiB Bösel will Hilfe weiter ausbauen

  • Autorenbild: Martin Pille
    Martin Pille
  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Mit Interview


Von links: Elisabeth Meyer, Stefan Awick, Martina Tangemann, Maria Sieger, Bettina Theilmann, Birgit Lamping und Rita Schorling. Fotos: Martin Pille
Von links: Elisabeth Meyer, Stefan Awick, Martina Tangemann, Maria Sieger, Bettina Theilmann, Birgit Lamping und Rita Schorling. Fotos: Martin Pille

Bösel. Der Böseler Verein für bürgerschaftliche Hilfe „Zusammen in Bösel“ (ZiB) will, so hieß es in der Generalversammlung des Fördervereins im Begegnungszentrum, sein Engagement noch verstärken. Man habe seit der Gründung 2013 mehr als 1000 Menschen in schwierigen Situationen geholfen, es gebe aber nach wie vor einen „sehr großen Hilfebedarf“.

Konkret hieße das, bedürftige Personen und Familien als „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu unterstützen. „Wir machen das nicht nach dem „Gießkannenprinzip, sondern als Einzelfallhilfe“, betonte Stefan Awick, der die Kasse von ZiB verwaltet. Die Zuwendungen seien zu verstehen als „Unterstützung im Sinne einer Auffangfunktion“.

Dabei wendet sich die bürgerschaftliche Hilfe hauptsächlich an Mittellose in der Gemeinde. Jahr für Jahr wurden seit der Gründung hunderte von Einzelfallhilfen abgewickelt, von der neuen Hose bis zur Herdplatte, von Einschulungshilfen und Starterpaketen bis zu warmen Mahlzeiten. Und das alles ohne große Bürokratie, „auf kurzem Dienstwege“, so die 1. Vorsitzende, Martina Tangemann, „denn ZiB hilft, wenn andere noch überlegen, schnell, unbürokratisch, neutral und unabhängig“.

Zuvor hatten die Mitglieder, 74 sind im Verein, den kompletten Vorstand wiedergewählt: 1. Vorsitzende: Martin Tangemann, 2. Vorsitzende: Bettina Theilmann, Schriftführerin: Rita Schorling; Kassenwart: Stefan Awick; Beisitzerinnen: Birgit Lamping, Elisabeth Meyer und Maria Sieger. Die Kasse prüfen weiterhin Bernd Roder und Gerd Tholen.



Das Gespräch mit der 1. ZIB-Vorsitzenden Martina Tangemann führte unser Mitarbeiter Martin Pille:

Frage: Warum ist ein Verein wir „Zusammen in Bösel“ (ziB) in der Gemeinde überhaupt nötig?

Tangemann: Manchmal ist das Leben etwas komplizierter als sonst. Fast jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens in eine Situation, die er oder sie nicht allein meistern kann. Manche Situationen scheinen ausweglos. Um solche Zeiten durchzustehen, braucht man bisweilen Unterstützung von aussen. Wie gut, dass wir Menschen Gemeinschaftswesen sind, die einander gern helfen und unterstützen. Diese bürgerschaftliche Hilfe bietet ZiB in Bösel an.



Martina Tangemann
Martina Tangemann

Frage: Wie erfährt der Verein von Fällen, bei denen ZiB helfen müssen?

Tangemann: Entscheidend für den Erfolg der Arbeit ist ein funktionierendes Netzwerk, durch das der Verein von Notfällen erfährt. Das haben wir in Bösel. Wir arbeiten sehr erfolgreich zusammen mit der Tafel, den Kirchen, den Kindergärten und Schulen in der Gemeinde, durch die viele „Brennpunkte“ entdeckt werden. Im Fokus sind bei uns übrigens besonders auch die Kinder, bei denen wir verhindern wollen, dass sich die Schere der Chancengleichheit schon früh zu öffnen beginnt.


Frage: Erreichen sie über die Netzwerke alle, die Hilfe nötig haben?

Tangemann: Leider nein. Um Hilfe zu bitten ist nicht immer einfach. Dies kann dazu führen, dass Sorgen verschwiegen werden und die Betroffenen sich abschotten. Und dennoch kann es auch bei vorübergehenden Schwierigkeiten wichtig sein, Unterstützung zu suchen. Dies ist keinesfalls eine Schwäche – ganz im Gegenteil! Den Schritt zu wagen heisst, dass Sie Ihre Probleme in den Griff bekommen möchten.


Frage: Welcher Personenkreis ist damit besonders gemeint?

Tangemann: Gemeint sind damit besonders ältere Menschen. Das sind Personen, die in bitterer Armut leben, weil die niedrige Rente nicht zum Leben reicht und die sich aber leider oft scheuen, weil sie nicht als Bittsteller auftreten wollen. Und sie empfinden manchmal so etwas wie Scham darüber, es nicht selbst zu schaffen und fühlen sich hilflos. Dennoch: Wenn Sie nicht mehr weiterwissen, sollten Sie uns um Hilfe bitten. Es tut gut, mit einem Familienmitglied, mit einer Freundin oder einem Freund oder mit einer Person aus dem Umfeld über seine Sorgen und Probleme zu sprechen und darüber den Kontakt zu uns herzustellen, damit Lösungen gefunden werden. Unser oberstes Gebot dabei ist die absolute Vertraulichkeit.


Frage: Was können wir als Bürgerinnen und Bürger tun, damit die Kontakte zu ZiB entstehen?

Tangemann: Jedermann kann durch seine Aufmerksamkeit gegenüber Mitbürgerinnen und Mitbürgern Notlagen aufdecken und vertrauliche Hinweise geben, wo es in Familien oder bei Alleinstehenden brennt, damit der Verein sich kümmern kann.

 
 
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