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Verwundbar – verwundet: "Gottesdienst anders" setzt Zeichen am Karfreitag

  • Autorenbild: Claudia Wimberg
    Claudia Wimberg
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
stehend von links: Irmgard Greten, Sabine Orth, Irene Block, Anne Lang, Gabi Tepe, Niklas Reinken und Annette Jahn sowie Anja Lübbers und Michaela Schipke (kniend von links).
stehend von links: Irmgard Greten, Sabine Orth, Irene Block, Anne Lang, Gabi Tepe, Niklas Reinken und Annette Jahn sowie Anja Lübbers und Michaela Schipke (kniend von links).

Friesoythe (cl). Wunden gibt es immer wieder. Körperliche wie seelische. Mal sind es kleine Blessuren, auf die man ein Pflaster klebt, mal ist es eine Kränkung, die eine Entschuldigung kitten kann. Größere Verletzungen dagegen zählen zu einschneidenden Momenten und erfordern vielfach Auseinandersetzung, Hilfe und Geduld. Manches Mal heilt die Zeit aber auch keine Wunden und Narben bleiben.

Passionsgeschichte im Hier und Heute

 „Verwundbar - verwundet“ hat das Laboratorium-Team der Friesoyther St. Marien Pfarrei seinen „Gottesdienst anders“ am Karfreitag überschrieben, zu dem es am 3. April einlädt und gleichzeitig auf 15 Jahre blickt, die seit der Gründung vergangen sind.

Leiden und Sterben nehmen an diesem christlichen Feiertag eine zentrale Rolle ein. „Die Passionsgeschichte ist voller Verwundungen, nicht nur bei Jesus, sondern auch bei seinen Jüngern“, schreiben die Organisatoren in ihrer Ankündigung und verweisen auf Folter, Verlust, Schmerz, Schmähungen und Scheitern. „All das erleben wir auch heute“, unterstreicht das Team, das seine Themen traditionell mit einem Perspektivwechsel verbindet. So rückt an Karfreitag Judas, der Jesus verriet, ebenso ins Hier und Heute wie Petrus, der ihn verleugnete und Pilatus, der ihn zum Tode verurteilte.

 Die Mitglieder erinnern an Kriege und Krisen in der Welt wie vor der Haustür und überdenken eingefahrene Betrachtungsweisen. „Fragen, Zweifel, Dialog und der Blickwinkel aus unterschiedlichen Lebenssituationen heraus sind grundsätzlich das A und O unserer Gottesdienste“, erläutert Gabi Tepe, die mit Sabine Orth und Annette Jahn zu den Mitstreiterinnen der ersten Stunde zählt. Kein erhobener Zeigefinger, keine fertigen Lösungen, sondern Akzente und Impulse, die zum Nachdenken anregen, lautet die Philosophie, die ankommt. Somit brauchten die Gastgeber bereits seit der ersten Veranstaltung keine leeren Kirchenbänke zu fürchten. „Wer einmal da war, kommt vom Saterland bis Vechta immer wieder“, sagt Annette Jahn. Und wer am „stillen Tag“ im Gotteshaus Platz nimmt, den erwarten nicht nur Tragik und Trauer, sondern auch Mut und Zuversicht, weil das Kreuz gemäß der österlichen Hoffnung auch Leben und Licht symbolisiert und für Erlösung steht.

15 Jahre „Gottesdienst anders“

Zum 15-jährigen Bestehen hat das Team zahlreiche Titelthemen seiner Gottesdienste auf Plakate drucken lassen. Das mit Wundmalen gestaltete, moderneKreuz aus der Altenoyther Dreifaltigkeitskirche wählte die Gruppe als Motiv für die anstehende Zusammenkunst. Seelisch verwundet wurde sie 2021 auch selbst, als der frühere Pastoralreferent Martin Kröger bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Er war „das Herz und der Geist dieses Gottesdienstformats und machte es über die Grenzen des Offizialatsbezirks bekannt“, betonen die Mitglieder, die in seinem Sinne auch in Zukunft Glaubenneu denken wollen. Für viele gebe es kaum noch gute Gründe, in der Kirche zu bleiben, erklärt Niklas Reinken. Der Laboratorium-Gottesdienst jedoch „ist einer davon.“

Info: Zum „Gottesdienst anders“ lädt das Laboratorium-Team am Karfreitag, 3. April, in die Altenoyther Dreifaltigkeitskirche ein. Beginn ist erstmals um 20 Uhr (nicht wie bisher 21 Uhr). Musikalisch begleitet der Oldenburger Cellist Christoph Rhode die Veranstaltung.

 

 
 
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