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Zwischen Himmel und Bollerwagen

  • Autorenbild: Julius Höffmann
    Julius Höffmann
  • vor 7 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

Die FRITZ-Kolumne zum Feiertag


Symbolbild: Adobe Stock
Symbolbild: Adobe Stock

Es ist einer der eigentümlichsten Feiertage des Jahres: Offiziell feiern wir Christi Himmelfahrt. Inoffiziell scheint es vor allem ein Tag zu sein, an dem Menschen gemeinsam losziehen — mit Bollerwagen, Proviant und dem festen Vorsatz, das Leben für ein paar Stunden etwas leichter zu nehmen.

Vielleicht entstand der Vatertag tatsächlich irgendwann aus dem Wunsch heraus, auch den Männern einen besonderen Tag zu schenken. Einen Anlass, nicht für große Gesten oder Geschenke, sondern für Zeit miteinander. Für Gespräche unterwegs, spontane Umwege und das angenehme Gefühl, gemeinsam durch den Tag zu treiben.

Blumen gegen Bratwurst

Der Verdacht liegt nahe, dass der Vatertag einst aus purem Neid auf den Muttertag entstanden ist. Während Mütter Blumen, Frühstück ans Bett und selbst gemalte Herzen bekommen, dachten sich viele Männer vermutlich: „Schön. Aber was ist mit Bratwurst?“

So begegnet man jedes Jahr kleinen Gruppen auf Feldwegen, an Flussufern oder zwischen Biergärten: Freunde, Väter, Brüder, Kollegen — manchmal alles zugleich. Die einen tragen den Grill, die anderen die Bluetooth-Box, und irgendwer behauptet stets, den besten Weg zu kennen. Bemerkenswert ist dabei die Großzügigkeit des Begriffs „Vatertag“: Mitfeiern dürfen auch kinderlose Freunde, Kollegen und der Nachbar, der einfach zufällig einen Bollerwagen besitzt.

Die eigentliche Botschaft

Und irgendwie steckt darin auch etwas sehr Deutsches: gemeinsam aufbrechen, alles ein bisschen organisieren — und am Ende trotzdem einfach den Moment genießen.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Botschaft dieses Tages: Für den Weg nach oben reicht manchmal ein Feldweg, gute Gesellschaft und ein kühles Getränk in der Hand.

 
 
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