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- Mehr Bahn fürs Geld
FRITZ-Kolumne am Sonntag Es gibt Dinge im Leben, auf die man sich verlassen kann: dass Weihnachten auf den 24. Dezember fällt, dass Socken in der Waschmaschine verschwinden – und dass die Deutsche Bahn eine Reise niemals einfach nur als „Transport von A nach B“ versteht. Nein, sie macht daraus ein Erlebnis. Zugegeben: Dass Züge gelegentlich nicht pünktlich sind, Klimaanlagen den Dienst quittieren und Wagenreihungen sich spontan neu erfinden, gehört inzwischen zum allgemeinen Kulturgut. Dennoch machte ich mich jüngst optimistisch auf den Weg, rund 600 Kilometer klimafreundlich zurückzulegen. Und tatsächlich: Es begann erstaunlich harmonisch. Die Verspätungen bewegten sich im Bereich dessen, was Bahnreisende inzwischen als „überraschend pünktlich“ bezeichnen würden. Im ICE angekommen, lehnte ich mich entspannt zurück und freute mich auf mein Ziel. Dann hielt der Zug. Nicht etwa an einem Bahnhof, wo Haltepunkte traditionell vorgesehen sind, sondern irgendwo im Nirgendwo. Die Durchsage erklärte, ein Güterzug vor uns sei liegen geblieben. Nun gut, dachte man. Kann passieren. Nach etwa einer halben Stunde setzte sich unser ICE tatsächlich wieder in Bewegung. Erleichterung machte sich breit. Die Krise schien gemeistert. Doch die Bahn wäre nicht die Bahn, wenn sie sich mit einem Defekt pro Strecke zufriedengeben würde. Unser Zug rollte an. Er stockte. Er rollte wieder. Er stand. Dann meldete sich der Lokführer mit einer Durchsage: Der Güterzug könne inzwischen weiterfahren, erklärte er, „aber nun ist unser Zug defekt.“ Und weiter: „Wenn Sie nach draußen schau’n und sehen einen Mann mit Warnweste am Zug, wundern Sie sich nicht – das bin ich.“ In diesem Moment wurde aus einer Bahnfahrt großes Improvisationstheater. Irgendwann ging es tatsächlich weiter. Die Anschlusszüge waren zu diesem Zeitpunkt längst uff Strecke, und so erreichte ich mein Ziel spät in der Nacht – mit jener Gelassenheit, die sich nur einstellt, wenn Widerstand zwecklos geworden ist. Doch die wichtigste Erkenntnis meiner Reise war ein neuer Sprachgebrauch. Denn Verspätungen gibt es bei der Bahn offenbar gar nicht mehr. Das heißt heute „Fahrzeitverlängerung“. Das klingt gleich viel positiver. Schließlich bekam ich zusätzliche Zeit Bahnerlebnis geschenkt – und das ganz ohne Aufpreis. Service muss man eben erkennen, wenn man ihn erlebt.
- Auto durchbricht Glasbau des "Bogart"
Symbolbild: Adobe Stock Friesoythe. Unfall endet in der Gaststätte "Bogart": Bei einem Verkehrsunfall in Friesoythe sind am Samstagabend mehrere Menschen verletzt worden. Nach bisherigen Informationen der Redaktion fuhr ein Auto in den Glasanbau der Gaststätte „Bogart“ und verursachte dabei erhebliche Schäden. Verletzt wurden demnach die Fahrerin des Fahrzeugs sowie mehrere Gäste, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls in der Gaststätte aufhielten. Die genaue Zahl der Verletzten und die Schwere ihrer Verletzungen waren zunächst nicht bekannt. Nach ersten Erkenntnissen soll es zuvor an der Straße „Grüner Hof“ zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Fahrzeugen gekommen sein. Zahlreiche Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr waren vor Ort, um die Verletzten zu versorgen und die Unfallstelle zu sichern. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Ursache des Geschehens aufgenommen. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor.
- Wetterbedingte Einsätze für die Feuerwehr Friesoythe
Die Friesoyther Feuerwehr war gestern Abend im Einsatz. Fotos: Jens Kotte Friesoythe. Die angekündigten Unwetter blieben im Stadtgebiet Friesoythe glücklicherweise weitgehend ohne größere Auswirkungen. Dennoch wurde die Feuerwehr Friesoythe am Abend zu zwei wetterbedingten Einsätzen alarmiert. Wie der Pressesprecher der Feuerwehr Friesoythe, Jens Kotte, mitteilte, erfolgte der erste Einsatz um 18:20 Uhr auf der Neuscharreler Straße. Dort war ein Baum infolge der Wetterlage auf die Fahrbahn gestürzt. Die Einsatzkräfte beseitigten das Hindernis zügig und gaben die Straße anschließend wieder für den Verkehr frei. Aufgrund der angekündigten Wetterlage wurde zudem vorsorglich die Führungsstelle im Feuerwehrhaus Friesoythe aktiviert. Von dort aus konnten eingehende Einsätze zentral koordiniert und den verfügbaren Einsatzfahrzeugen zugewiesen werden. Diese Struktur ermöglicht insbesondere bei mehreren zeitgleichen Einsatzlagen eine schnelle und geordnete Abarbeitung. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr Friesoythe ab 18:20 Uhr zwei wetterbedingte Alarmierungen. Größere Schäden im Stadtgebiet blieben glücklicherweise aus.
- Anlieger-Protest Grüner Hof: "Die Wut ist inzwischen richtig groß"
Die Mitglieder des Arbeitskreises "Grüner Hof": (von links) Martina Hüffer, Dr. Herbert Kellermann, Claudia Benkens, Dr. Jutta Engbers und Yvonne Dultmeyer. Foto: Höffmann Friesoythe. Die Debatte um die geplante Umgestaltung der Straße "Grüner Hof" in Friesoythe spitzt sich weiter zu. Während Verwaltung und Politik den Ausbau als wichtigen Schritt für moderne Verkehrs- und Klimapolitik beschreiben, wächst bei Anwohnern, Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen der Widerstand. Die Kritik richtet sich dabei längst nicht mehr nur gegen einzelne Details der Planung, sondern zunehmend gegen den gesamten Umgang der Stadt mit Bürgerbeteiligung und Transparenz. Im Rahmen eines Pressegesprächs machte nun der Arbeitskreis „Grüner Hof“ seinem Ärger Luft. Dem Gremium gehören in Vertretung der Anlieger Pfarrer Johannes Rohlfing, Dr. Herbert Kellermann, Martina Hüffer, Alfred Hüffer, Claudia Benkens, Yvonne Dultmeyer, Margret Kühling und Dr. Jutta Engbers an. Besonders viel Unmut löste die Entscheidung der Stadtverwaltung aus, den eigens eingerichteten Arbeitskreis bereits nach nur zwei Sitzungen wieder zu beenden. Viele Teilnehmer fühlen sich dadurch vor den Kopf gestoßen. „Wir wurden angehört, aber nicht ernst genommen“, heißt es. Claudia Benkens erinnert daran, dass das erste Treffen des Arbeitskreises noch sehr konstruktiv verlaufen sei. „Beim zweiten Treffen war davon nichts mehr übrig. Unsere Einwände wurden praktisch abgeschmettert“, kritisiert sie. Auch Dr. Herbert Kellermann zeigt sich tief enttäuscht vom Verlauf der Gespräche. Die Maßnahme sei insgesamt „nicht zu Ende gedacht“. Niemand verweigere sich grundsätzlich einer Beteiligung an den Kosten, allerdings könne man nicht akzeptieren, dass "zahlreiche Denkfehler" ignoriert würden. „Die Wut unter den Anliegern ist inzwischen richtig groß“, sagt Kellermann. Viele Menschen hätten das Gefühl, dass ihnen das Vorhaben „einfach übergestülpt“ werde, obwohl alternative Vorschläge längst auf dem Tisch lägen. Zweifel an Fahrradvorrangroute und Verkehrszahlen Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die geplante Fahrradvorrangroute. Die Anlieger bezweifeln, dass der Grüne Hof überhaupt die Voraussetzungen für eine sichere und funktionierende Radroute erfüllt. Die Straße werde täglich stark von Autos, Lieferverkehr und Bussen genutzt. Gleichzeitig gebe es zahlreiche Grundstückszufahrten, Bushaltestellen sowie Rangierverkehr für umliegende Geschäfte. Martina Hüffer verweist darauf, dass die Planung auf beiden Straßenseiten Radwege mit jeweils 2,5 Metern Breite vorsieht. Insgesamt werde die Straße dadurch auf rund 18,5 Meter Breite ausgebaut. „Allein entlang der Strecke gibt es 27 Ein- und Ausfahrten der anliegenden Grundstücke. Das ist gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer“, warnt sie. Auch Jutta Engbers sieht erhebliche Sicherheitsprobleme. Linien- und Schulbusse müssten künftig direkt auf der geplanten Radroute halten. Besonders morgens und mittags im Schülerverkehr entstünden dadurch gefährliche Situationen. Hinzu komme der tägliche Lieferverkehr. „Hier fahren regelmäßig große Lastwagen, teilweise sogar Gigaliner“, erklärt Engbers. „Eine Radvorrangroute soll flüssiges und sicheres Radfahren ermöglichen – aber hier treffen Radfahrer auf ständig kreuzenden Verkehr“, kritisieren die Anwohner. Claudia Benkens ergänzt, dass die neue Strecke teilweise direkt an Schaufenstern vorbeiführen würde – etwa beim Autohaus Jannink oder dem Sanitätshaus Sanipoint. Teilweise verlaufe die Route sogar unmittelbar an Wohnzimmerfenstern entlang. Für Händler werde zudem die Warenanlieferung mit Fahrzeugen erheblich erschwert. Zusätzliche Zweifel entstehen durch widersprüchliche Verkehrszahlen. Während in früheren Unterlagen von rund 10.000 bis über 11.000 Fahrzeugen pro Tag die Rede gewesen sei, seien im Arbeitskreis plötzlich deutlich niedrigere Werte von etwa 3.300 Fahrzeugen genannt worden. „Diese Unterschiede sind für uns nicht nachvollziehbar“, erklären Betroffene. Dadurch wachse das Misstrauen gegenüber der Datengrundlage des Projekts. Parkplätze und Erreichbarkeit sorgen für massive Sorgen Ein besonders sensibles Thema bleibt der Wegfall von Parkmöglichkeiten. Viele Bürger befürchten massive Einschränkungen für Anwohner, Besucher von Kirche und Friedhof sowie für Kunden der örtlichen Geschäfte. Vor allem die fehlende Berücksichtigung von Behindertenparkplätzen sorgt für Kritik. Während im Bereich des katholischen Friedhofs entsprechende Stellflächen vorhanden seien, drohe am evangelischen Friedhof künftig ein nahezu vollständiger Wegfall öffentlicher Parkplätze. „Alle Parkplätze fallen dann weg – das ist ein Unding“, kritisiert Claudia Benkens. Deutliche Worte kommen auch vom anliegenden Sanitätshaus Sanipoint. Yvonne Dultmeyer warnt vor massiven Folgen für das Unternehmen. „Wir hätten praktisch keine Parkplätze mehr. Gerade für ältere und beeinträchtigte Menschen ist das von entscheidender Bedeutung“, erklärt sie. Für das Sanitätshaus entstünde eine existenzbedrohende Situation. Darüber hinaus warnt Sanipoint vor erheblichen Problemen im Betriebsablauf. Medizinische Hilfsmittel würden regelmäßig mit größeren Lieferfahrzeugen angeliefert. Ohne geeignete Halteflächen müssten LKW möglicherweise auf der Fahrbahn stehen bleiben. „Bei täglich tausenden Fahrzeugen sowie Linien- und Schulbusverkehr erhöht das das Risiko von Verkehrsbehinderungen und Unfällen erheblich“, so die Kritik. Hohe Anliegerkosten Zunehmend kritisch wird außerdem die Kostenverteilung gesehen. Nach aktuellen Berechnungen könnten auf einzelne Grundstückseigentümer Beiträge zwischen 20.000 und 50.000 Euro zukommen. Insgesamt müssten private und gewerbliche Anlieger nach Darstellung des Arbeitskreises rund 1,2 Millionen Euro für den Ausbau einer Hauptzufahrtsstraße aufbringen. Wie Herbert Kellermann betont, seien die Betroffenen durchaus bereit, ihren Anteil zu leisten, allerdings nicht bei einer Planung, die gravierende Mängel aufweise. Der Hinweis der Stadt, die Anlieger könnten selbst neue Lösungen erarbeiten, sei „eine Frechheit. Wir sind keine Stadtplaner“ . Die betroffenen Bürger empfinden die Entwicklung inzwischen als Ausdruck eines grundsätzlichen Problems im Umgang zwischen Politik und Bevölkerung. Kellermann spricht offen von wachsendem Frust und fehlendem Vertrauen. Politikverdrossenheit sei nicht überraschend, „wenn politische Gremien so oberflächlich mit Bürgern umgehen“. Er sei sehr gespannt, wie sich die Bürgermeister-Kandidaten dazu positionierten. „Wir erwarten eine ausreichende Würdigung unserer berechtigten Kritik. Wir sind nicht egoistisch und lassen uns gerne auf Kompromisse ein – aber aktuell sind viele einfach nur noch stocksauer.“ Das gesamte Vorhaben müsse aus Sicht des Arbeitskreises neu überdacht werden. Offene Hochwasserfragen Auch beim Thema Hochwasserschutz sehen viele Bürger offene Fragen. Die Stadt verweist auf notwendige Maßnahmen im Bereich des Wasserzugs „Streek“ und auf Starkregenvorsorge. Konkrete Informationen darüber, wie die geplanten Maßnahmen aussehen und welche Auswirkungen sie auf angrenzende Grundstücke haben könnten, seien bislang jedoch kaum öffentlich erläutert worden. „Es geht längst um mehr als eine Straße“ Inzwischen geht der Streit für viele Beteiligte weit über eine gewöhnliche Straßensanierung hinaus. „Es geht längst nicht mehr nur um Asphalt oder Parkplätze“, sagen mehrere Anwohner. Vielmehr stelle sich die grundsätzliche Frage, wie ernst Bürgerbeteiligung in Friesoythe tatsächlich genommen werde — und ob politische Entscheidungen gemeinsam mit den Betroffenen oder zunehmend an ihnen vorbei getroffen würden.
- Kleine Küken, großer Einsatz: Feuerwehr rettet Entenfamilie
Gerettet: Eines der vier glücklichen Entenküken. Foto: Jens Kotte/Feuerwehr Friesoythe. Zu einem eher ungewöhnlichen Einsatz rückte jetzt die Freiwillige Feuerwehr Friesoythe aus: Vier kleine Entenküken hatten offenbar beschlossen, die Kanalisation genauer zu erkunden – und landeten dabei in einem Rohr in rund einem Meter Tiefe. Der spontane „Abenteuerausflug“ endete allerdings wenig erfolgreich: Die Küken saßen fest. Während die Entenmutter in unmittelbarer Nähe lautstark ihre Sorge kundtat und vermutlich wenig Verständnis für den Nachwuchs zeigte, machten sich die Einsatzkräfte ans Werk. Mit mehreren Fahrzeugen rückten die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr an und konnten die vier flauschigen Ausreißer schließlich wohlbehalten aus ihrer misslichen Lage befreien. Die "Rohrfalle": Da nk der Friesoyther Feuerwehr konnten die Küken gerettet werden. Nach der gelungenen Rettungsaktion wurden die Küken ihrer sichtlich erleichterten Mutter übergeben – Familienzusammenführung inklusive lautem Gequake. Damit der Ort nicht zur dauerhaften „Kükenfalle“ wird, sicherten die Einsatzkräfte die betroffene Stelle vorsorglich ab. Für die Feuerwehr Friesoythe bleibt der Einsatz jedenfalls in besonderer Erinnerung: Brände, technische Hilfeleistungen und Unwettereinsätze gehören zwar zum Alltag – Entenküken-Rettung aus einem Rohr dagegen eher nicht. Am Ende gab es jedoch nur Gewinner: vier gerettete Küken, eine glückliche Entenmutter und Feuerwehrleute, die einmal mehr bewiesen haben, dass für sie wirklich niemand zu klein ist.
- Hakenkreuz auf Pflasterung geschmiert
Symbolbild: Adobe Stock Bösel. Im Zeitraum von Dienstag, 26. Mai, bis Donnerstag, 28. Mai, beschmierte ein bislang unbekannter Täter die Pflasterung im Bereich des Dorfparks in Bösel mit schwarzer Farbe. Dabei wurden nach Mitteilung der Polizei ein Hakenkreuz sowie die Zahl „88“ aufgebracht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 04471/18600 bei der Polizei in Cloppenburg zu melden. Überholmanöver führt zu Unfall Friesoythe. Am Donnerstag, 28. Mai, kam es gegen 15 Uhr auf der Bundesstraße 72 / Thüler Straße zwischen Thüle und Friesoythe zu einem Verkehrsunfall. Ein 59-jähriger Autofahrer aus Friesoythe setzte zum Überholen eines vorausfahrenden Pkw eines 47-Jährigen aus dem Saterland an. Während des Überholvorgangs scherte der Fahrer aus dem Saterland nach links aus. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wich der 59-Jährige nach links aus und überfuhr dabei einen Grünstreifen sowie einen Poller. Der Friesoyther wurde bei dem Unfall leicht verletzt.
- Große Trauer um Bernd Sieger: Thüler Gastronom stirbt plötzlich mit 77 Jahren
Gastronom mit Herzblut: Bernd Sieger zählte zu den prägenden Persönlichkeiten der Region. Foto: Kuhlen Thüle. Ihr neues Leben war auch mit einem neuen Haus verbunden, das kurz vor der Fertigstellung steht. Fast täglich schaute Bernd Sieger nach dem Rechten und freute sich über das kleine Eigenheim, in dem er mit Ehefrau Renate den wohlverdienten Ruhestand verbringen wollte. Den Einzug darf er nicht mehr erleben: Der Thüler Gastronom starb am Dienstag (26. Mai) im Alter von 77 Jahren. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat weit über seinen Heimatort hinaus große Trauer und Betroffenheit ausgelöst. Mit ihm verlieren Thüle und die Region eine prägende Persönlichkeit, einen bodenständig gebliebenen Macher und lebensfreudigen Menschen. Als Bernd Sieger am 14. Oktober 1948 das Licht der Welt erblickte, war er der erste Sohn von acht Kindern und sein Lebensweg „damit quasi vorherbestimmt“, wie er einmal schmunzelnd erzählte. Somit führte er die Geschäfte seiner Eltern mit dem damaligen Laden, Kneipe und kleinen Saal weiter und entwickelte sich zu einem leidenschaftlichen Gastwirt, der größer dachte und mutig handelte. Sein Lebenswerk war auch das seiner Frau: 52 Jahre waren Bernd und Renate Sieger verheiratet, meisterten alle Herausforderungen gemeinsam und schrieben eine unternehmerische Erfolgsgeschichte, die Generationen in Erinnerung bleibt. Neben dem Restaurant- und Kneipenbetrieb, legendären Festen mit Stars und Sternchen diente der Gasthof Sieger auch vielen Vereinen als bewährter Treffpunkt. 2024 drehten die dreifachen Eltern dann den Schlüssel endgültig herum und beendeten die Ära nach insgesamt 93 Jahren. Bernd Sieger blickte auf seine Branche jedoch nicht nur beruflich. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement kürte ihn der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zum Ehrenmitglied auf Landesebene und zum Ehrenvorsitzenden auf Bezirksebene. Sieger war viele Jahre Mitglied der IHK-Vollversammlung und Vorsitzender des Tourismusausschusses. Politisch wirkte er als Mitglied im Friesoyther Stadtrat sowie im Cloppenburger Kreistag und begleitete als ehrenamtlicher Richter Verhandlungen am Arbeitsgericht Oldenburg. Jahrzehnte verstärkte er den gemischten Chor Thüle und ging gerne zur Jagd. Nach über 50 Jahren Abschied nehmen muss sein Kartenclub, in dem er Doppelkopf spielte. Als Gastronom organisierte er unzählige Feierlichkeiten und liebte auch selbst die Geselligkeit. Noch einen Tag vor seinem Tod nahm er mit seiner Frau gut gelaunt an einem Geburtstag teil und genoss den unterhaltsamen Abend in großer Runde. Seine Familie war bei all seinen Unternehmungen sein größtes Gut und festes Fundament. Bernd Sieger war Vater und Großvater und legte gleichermaßen Wert auf den traditionellen Skiurlaub in Reit im Winkel wie die weiteren gemeinsamen Zusammenkünfte mit Kindern und Enkeln. „Wir haben immer etwas vom Leben gehabt und würden uns für dieses Leben genauso wieder entscheiden“, sagte er stets nachdrücklich beim Blick zurück. Sein Leben ist nun unerwartet zu Ende gegangen. Sein Platz im neuen Haus bleibt leer, aber als gläubiger Christ vertraute er darauf, dass es nach dem Tod in einem ewigen Zuhause weitergeht.
- Jugend fragt nach – Kandidaten stellen sich Friesoyther Schülern
Rund 150 Schülerinnen und Schüler verfolgten die "junge Podiumsdiskussion" im Dorfgemeinschaftshaus Altenoythe. Fotos: Höffmann Friesoythe/Altenoythe. Wie sieht die Zukunft der Mobilität in Friesoythe aus? Wird sich die Situation an den Schulen verbessern? Und welche Perspektiven gibt es für Krankenhaus und Gesundheitsversorgung? Mit bemerkenswerter Sachlichkeit und großem Interesse haben sich rund 150 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen von Realschule und Oberschule Friesoythe diesen Fragen gewidmet. Anlass war eine „junge Podiumsdiskussion“ mit den Friesoyther Bürgermeister-Kandidaten im Dorfgemeinschaftshaus Altenoythe. Unter der Moderation des selbständigen Journalisten Julius Höffmann (fritz-online) entstand eine lebendige und zugleich stilvolle Gesprächsrunde, bei der die Jugendlichen selbst im Mittelpunkt standen. Die Schülervertreter Antonia Herdes, Alina Neumann und Jonte Kleefeld führten durch die Fragerunden und stellten Themen vor, die zuvor gemeinsam mit Mitschülern erarbeitet worden waren. Die Schüler (von rechts) Jonte Kleefeld, Alina Neumann und Antonia Herdes stellten den Bürgermeister-Kandiddaten zahlreiche Fragen. Auf dem Podium diskutierten Melanie Buhr, Olaf Eilers und Jann-Christian Hegewald, die bei der Kommunalwahl im September für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Die Fragen der Jugendlichen spiegelten ihren Alltag in der Schule und in ihrer Freizeit wider: bessere Bus- und Mobilitätsangebote – auch an Wochenenden –, modernere Toilettenanlagen, die Abschaffung des Unterrichts in Containern sowie die Zukunft des Krankenhauses und die allgemeine Gesundheitsversorgung standen im Fokus. Die Kandidaten nahmen sich ausführlich Zeit für ihre Antworten und lobten das hohe Niveau der Diskussion. Besonders beeindruckt zeigten sie sich vom politischen Interesse und der guten Vorbereitung der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch die beiden Schulleiter, Rasmus Braun (Oberschule) sowie Tim Schülke (Realschule), freuten sich ebenfalls über die engagierte Beteiligung der Jugendlichen. Für beide Schulen sei die Veranstaltung ein gelungenes Beispiel gelebter Demokratiebildung. Wie Rektor Rasmus Braun im Anschluss erläuterte, werden die Inhalte der Diskussion nun gemeinsam mit den Lehrkräften im Unterricht analysiert und nachbereitet. So soll die Veranstaltung nicht nur ein einmaliger Austausch bleiben, sondern nachhaltige politische Bildung fördern. Die beiden Schulleiter Tim Schülke (Realschule, zweiter von links) und Rasmus Braun (Oberschule, rechts) sowie die Kandidaten (von links) Olaf Eilers, Melanie Buhr und Jann-Christian Hegewald.
- Gesellige Challenge soll Sportabzeichen aufpeppen
Laden zur Challenge ein: Carola Reiners (rechts) und Sonja Pahlke. Foto: Stützpunkt Friesoythe (cl). Jeder kann mitmachen und keiner braucht dafür eine Vereinsmitgliedschaft. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Kondition sind beim Deutschen Sportabzeichen gefragt, das seit über 100 Jahren zu einem bewährten Angebot für alle Generationen steht. In Friesoythe laden Carola Reiners, Sonja Pahlke, Christine Stuke und Heinz John über den „Stützpunkt“, der dem Kreissportbund unterstellt ist, zu den unterschiedlichen Disziplinen im Breitensport ein. Ein Selbstläufer sei der Wettbewerb im Stadtgebiet jedoch nicht und der prozentuale Anteil der erwachsenen Absolventen gemessen an der Bevölkerungszahl „sehr niedrig“ bedauern die Organisatoren und verweisen auf kleinere Orte im Kreisgebiet, die „deutlich besser sind.“ Damit zufriedengeben wollen sich die Prüferinnen und Prüfer jedoch nicht und haben deshalb eine Challenge ins Leben gerufen, um am Ball zu bleiben, die Aktion aufzupeppen und neue Anreize zu schaffen. So sind Firmen, Betriebe, Vereine, Chöre, Cliquen, Sportmannschaften und viele andere Gruppen aufgerufen, sich als Team zu bewerben. Wer mit fünf Erwachsenen das Sportabzeichen unabhängig von Bronze, Silber und Gold schafft, nimmt an einer Verlosung teil, dessen Ziehung am Ende des Jahres stattfindet. Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit: Zu den traditionellen Disziplinen wie Radfahren, Schwimmen und Laufen sind im Laufe der Jahre alternative dazugekommen. Foto: cl/KI-generiert Die Mannschaften sollten möglichst mit einem witzigen Namen antreten und gemeinsam ein, zwei oder mehrere Termine finden, an denen sie gemeinsam auf dem Sportplatz aktiv sind. „Als Betriebsfeier, Teambuilding-Maßnahme oder als besonderes Event, das Spaß macht und den Zusammenhalt fördert, ist alles möglich“, betont Carola Reiners. Die sportlich-geselligen Treffen könnten auch mit Grillen oder Kaffee und Kuchen garniert werden, schlagen die Initiatoren vor. Eltern und Kinder können darüber hinaus das Familiensportabzeichen absolvieren, für unter Fünfjährige gibt es das „Minisportabzeichen.“ Warum es beim Friesoyther Sportabzeichen in Sachen Resonanz nicht rund läuft, darüber könnten sie nur spekulieren, sagt Carola Reiners. Sollte ein Grund sein, dass man es auf Laufen, Springen und Werfen reduziere, dann fehle es an Information. „Es gibt dazu zahlreiche Alternativen wie die turnerischen Übungen Crunches, Triceps-Dips, Liegestütze und Klimmzüge, die seit zwei Jahren anerkannt werden. Schwimmen sei die einzige Disziplin, die alternativlos sei. Wer dabei sei, „kann nur gewinnen“, hofft das Team auf Anmeldungen und außerdem Sponsoren, die die Verlosung unterstützen möchten. Info: Wer an der kostenlosen Challenge, die mit Verlosung, Pokal, Abzeichen und Urkunden verbunden ist, teilnehmen möchte, kann sich bei Carola Reiners (01736034061 oder caro-5@web.de) oder Sonja Pahlke (015234385374 oder sonja.pahlke@ewetel.net) informieren und anmelden. Die Aktion läuft bis Ende November.
- Spannende Entdeckungstour durch St. Cäcilia Bösel
Rund 20 Interessierte ließen sich in der Pfarrkirche St. Cäcilia informieren. Foto: privat Bösel. In der Pfarrkirche St. Cäcilia in Bösel hat jetzt eine spannende Kirchenführung mit Benjamin Dirks stattgefunden. Rund 20 interessierte Gemeindemitglieder nahmen daran teil und zeigten sich beeindruckt von den Geschichten und Besonderheiten ihrer Kirche. Mit viel Wissen und Begeisterung führte Benjamin Dirks die Besucher durch die Geschichte des Gotteshauses und erläuterte zahlreiche Details zur Ausstattung der Kirche. Besonders großes Interesse fanden die Erklärungen zu den Kirchenfenstern, den Wandmalereien und Gemälden sowie zur Bedeutung der heiligen Cäcilia. Für viele Teilnehmer wurde dabei deutlich, welche historischen und kulturellen Schätze sich direkt vor der eigenen Haustür befinden.









