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- Wenn der Frühling leise anklopft
Die Natur erwacht: Blumenteppiche erfreuen Herz und Seele. Fotos: Claudia Wimberg Landkreis . „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte….“ Das Gedicht von Eduard Mörike wird langsam Wirklichkeit und die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Krokusblüten bilden bereits bunte Teppiche, die Trauerweide steckt mit unzähligen Knospen voller Lebenskraft und die Sonne steigert auch beim Menschen das Wohlbefinden und sorgt für gute Laune. Hungrige Hummeln und Bienen haben derweil die ersten Flugübungen unternommen und lassen es sich in den Früh-oder Winterblühern gut gehen. Vögel begeben sich auf Wohnungssuche und wer ihnen eine Bleibe anbieten möchte, sollte seine Nistkästen am besten schon aufgehängt haben.
- Wenn Zuhause zum Tatort wird – Der Weiße Ring gibt Opfern eine Stimme
Von Claudia Wimberg Vertrauensvolle Ansprechpartner: Gerd Dumstorff und Harald Nienaber (rechts) setzen sich im Weißen Ring für Opfer von Kriminalität im Kreis Cloppenburg ein. Foto: Claudia Wimberg Der Moment, der alles veränderte Cloppenburg/Friesoythe . Mit Beschimpfungen und kleinen Schubsern fing es an. Dann die erste Ohrfeige, der erste Tritt. Viele Monate ertrug die Ehefrau Aggressionen und Ausfälle. Der Mann ihrer Träume war schon längst zum Albtraum geworden und hatte sich hinter verschlossenen Türen immer weniger im Griff. Als er sie bei seinem brutalsten Ausbruch vor den gemeinsamen Kindern die Treppe herunter stieß und auf dem Boden wie besinnungslos auf sie einschlug, war das für sie der Moment, dem Martyrium ein Ende zu setzen. Die Frau aus dem Landkreis Cloppenburg wandte sich an den „Weißen Ring.“ Dort lernte sie Gerd Dumstorff aus Friesoythe kennen, der sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter von da an auf dem Weg in ein neues und sicheres Leben begleitete. Seit 50 Jahren an der Seite der Opfer Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen. Niedersachsenweit existiert mittlerweile in jedem Landkreis eine Außenstelle des gemeinnützigen Vereins, der 1976 auf Initiative des Journalisten und Moderators (Aktenzeichen XY) Eduard Zimmermann gegründet wurde. Engagement mit Erfahrung und Überzeugung In Cloppenburg wurde 1988 ein Stützpunkt eröffnet, seit 2003 ist der 2024 pensionierte Kriminalhauptkommissar Harald Nienaber sein Leiter. „Keiner muss Leid ertragen“, sagt der frühere Koordindator für Prävention, der auch im Ruhestand nicht aufhören wollte, sich für vorbeugende Maßnahmen und Opferschutz einzusetzen. Unterstützt wird der Cloppenburger von einem sechsköpfigen Team, das professionell ausgebildet schnelle und niedrigschwellige Hilfe leistet. „Und wer einmal zu uns gekommen ist, ist geblieben“, freut sich Nienaber über eine langjährige Zusammenarbeit der Helfer, zu denen Gerd Dumstorff seit 2017 gehört. „Für Täter gibt es unzählige Angebote und spezialisierte Behörden, für Opfer kaum eine“, bemängelt der pensionierte Direktor des Technischen Polizeiamtes des Landes Sachsen-Anhalt. Wie seine Mitstreiter möchte er diesen Menschen, Erwachsen wie Kindern, eine Stimme geben und dabei „zeichnet den Weißen Ring das persönliche Gespräch aus“, unterstreicht er im Einklang mit Harald Nienaber. Gewalt kennt keine gesellschaftlichen Grenzen Zwar zähle die heimische Region nicht zu den Ballungszentren von Kriminalität, aber Gewalt, sexueller Missbrauch, Überfälle, Einbruch, Trickbetrug, Stalking oder Mobbing seien nicht wegzudiskutieren. Bundesweit steigt die häusliche Gewalt „und das verzeichnen wir auch hier“, sagt Nienaber und verweist auf alle gesellschaftlichen Schichten. Hoch bliebe dabei die Dunkelziffer, da viele der Betroffenen sich aus Scham oder Angst nicht meldeten. 70 bis 75 Prozent der Leidtragenden sind Frauen, aber auch Männer suchen den Kontakt zur Außenstelle, weil sie jahrelang Misshandlungen durch ihre Partnerinnen erleiden „und es beispielsweise in einem Fall nach 50 Jahren Ehe derart eskaliert ist, dass der Mann ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, während seine gewalttätige Frau noch die Konten plünderte und das Haus ausräumen ließ“, berichtet Dumstorff. Hilfe – vertraulich, kostenfrei und langfristig Liegen Straftaten vor, rät der Weiße Ring zwar dazu, Anzeige zu erstatten. „Die Entscheidung trifft jedoch einzig und allein das Opfer“, betont Nienaber. Die Organisation hilft direkt, ist bundesweit vernetzt und arbeitet mit verschiedenen Beratungsstellen zusammen. Manchmal reiche schon ein Telefonat, aber die Mitarbeiter bleiben bei Bedarf auch über einen längeren Zeitraum versierte Ansprechpartner. Sie begleiten ihre Klienten zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht, helfen bei finanziellen Notlagen und der Durchsetzung von Opferschutzrechten und ziehen Experten, Juristen und Psychologen in ihre Arbeit mit ein. Info : Wer Hilfe sucht, kann sich beim bundesweiten Opfer-Telefon unter 116006anonym und kostenfrei melden. Die Außenstelle Cloppenburg ist unter cloppenburg@mail.weisser-ring.de und Telefon 04471/707736 erreichbar. Weitere Informationen unter www.weisser-ring.de oder info@weisser-ring.de
- Kriegserinnerungen: Militärreste als Alltagshelfer
Von Claudia Wimberg Generationen im Gespräch (von links): Hildegard Kleefeld, Elisabeth Olberding, Lore Hüffer, Marlies Bornhorst-Paul, Irmgard Cloppenburg, Simone Emken, Hanna Lindemann, Christin Bergmann und Fabienne Liebing. Foto: Claudia Wimberg Friesoythe . Eine Granaten-Kartusche steht mitten auf dem Kaffeetisch und könnte auch als Dekoartikel durchgehen. „Die lagen überall auf den Straßen. Wir haben sie mit heißem Wasser gefüllt und als Wärmflasche benutzt“, stellt Irmgard Cloppenburg (94) das ausgediente Geschoss vor, das sie seit Jahrzehnten im Keller verwahrt. Elisabeth Olberding (90), Lore Hüffer (91) und Hildegard Kleefeld (83) nicken zustimmend. Dass Militärmaterialien zu Alltagsgegenständen wurden, ist auch ihnen nicht fremd. Not machte erfinderisch und es fehlte an allem. Die vier Frauen aus Friesoythe sind Kinder des Zweiten Weltkrieges und machten ebenso wie die Zeitzeugen Hans Tholen, Hans Kramer, Eduard Niemann, Josef Lentz, Willi Kösters, Clemens Ortmann, Ludger Müller sowie Bernd Stuke Geschichte erlebbar. Ihre Gastgeber im historischen Werkhaus Pancratz: der Deutsch-Grundkurs der Klasse 13 des BBS-Gymnasiums Friesoythe. Auf Initiative der 2025 pensionierten Oberstudiendirektorin Marlies Bornhorst-Paul und Pädagogin Simone Emken trafen sich die Generationen in lockeren Gesprächsrunden, die von gegenseitiger Wertschätzung und lebendigem Austausch geprägt waren. „Wir beschäftigen uns im Unterricht mit dem Thema, aber wollen nicht nur aus Büchern und Texten lernen, sondern auch persönliche Erfahrungen sammeln“, schrieben die Schülerinnen und Schüler in ihrer Einladung und freuten sich über die zahlreichen Zusagen. Zerstörung im April 945 „Für uns ist das erste Mal, dass uns Menschen direkt etwas über den Krieg und die Nachkriegszeit erzählen. Das ist schon sehr spannend“, zeigten sich Christin Bergmann, Fabienne Liebing und Hanna Lindemann beeindruckt, die die vier Seniorinnen kennenlernten. Sie hörten gebannt zu, als Elisabeth Olberding über die letzten Kriegstage im April 1945 berichtete, in denen Friesoythe von kanadischen Truppen fast dem Erdboden gleichgemacht wurde. Ihre Familie war wie viele in die Bauerschaft Pehmertange geflüchtet. „Mit dem Fahrrad ging es wieder zurück in die zerstörte Stadt. In den Trümmern lag auch unser Haus.“ Das Elternhaus von Hildegard Kleefeld im Stadtteil Schwaneburg war von deutschen Soldaten beschossen worden und ausgebrannt. „Sie dachten, dass Kanadier sich dort versteckt hätten“, erzählt sie. Eine ihrer sechs Schwestern kam dabei ums Leben. „Wir konnten dann in einem Schlafzimmer beim Nachbarn unterkommen.“ Irmgard Cloppenburg hatte ebenfalls kein Zuhause mehr, „auch sonst hatten wir nichts und bekamen von den Kanadiern häufiger mal Schokolade und Kaffee“, sagt die Friesoytherin. „Ja, der schmeckte natürlich viel besser als Muckefuck“, bestätigt Elisabeth Olberding, dessen Eltern einen Kolonialwarenladen führten. „Und die Kanadier liebten Eier, die sie von uns bekamen“, ergänzt Lore Hüffer und weiß auch noch gut, wie die Aufräumarbeiten begannen. Reger Austausch: Hans Tholen (links) und Hans Kramer unterhalten sich mit den Schülern Louis Alberding, Anwar Alomar und Jan-Ole Penning (von links). Foto: Claudia Wimberg Wiederaufbau mit bloßen Händen „Da hieß es Steine kloppen.“ Und das in Handarbeit, wie Hans Tholen (84) und Hans Kramer (83) ihren jungen Zuhörern erzählten. „Ohne Kran und Maschinen, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen“, sagt Tholen. Schwerstarbeit und ein fester Wille führten dazu, dass der Wiederaufbau als Kaufmannsstadt gelang. So wie es der „Seher“ und Stadtschreiber, Theodor Caspar Anton Joseph Wreesmann vorausgesagt hatte. Zum Leben nach dem Krieg zählte relativ schnell der Sport, auf den Josef Lentz (87) und Eduard Niemann (84) mit der Wiedergründung des SV Hansa aufmerksam machten. Zwischen Angst und Zuversicht Blickt Irmgard Cloppenburg zurück, denkt sie auch an viele unbeschwerte Momente, die sie als Kinder hätten erleben dürfen. Die Angst beim Fliegeralarm konnte jedoch auch nach Kriegsende nicht überspielt werden. Als sie und ihre Mutter mit dem Fahrrad unterwegs gewesen seien und sich ein Flugzeug näherte, sei sie sofort abgesprungen, um sich zu verstecken. Ihre Mutter habe sie dann mit den Worten beruhigt: „Kind, die tun uns nichts mehr an.“
- Böseler Reiter wählen neuen Vorstand
Der neue Vorstand (hintere Reihe von links): Ron Blendermann, Christina Löscher, Christin Thyen, Anke Stuckenberg, Lena Tholen-Hatke, Sabine Pleye, Christina Scheffer und Nele Rensen. Die geehrten Ponyreiterinnen (von links): Marie Theres Kurmann, Viola Baal, Johanna Stärk, Jolina Wiegels und Ina Kühling. Foto: Martin Pille Bösel . Stühlerücken beim Reit- und Fahrverein Bösel, der während seiner Generalversammlung in der Reithalle seinen Vorstand erheblich veränderte: Neue Vorsitzende ist Lena Tholen-Hatke; sie löst Sandra Lübbe ab, die nicht erneut kandidierte. Deren Stellvertreter Egon Koppenberg wird künftig von Anke Stuckenberg ersetzt. Die Kassengeschäfte regelt künftig Christina Löscher, die Constanze Höffmann ablöst. Sabine Pleye wurde als Schriftführerin ebenso wiedergewählt wie Christina Scheffer als Jugendwartin und Nele Rensen als Tierschutzbeauftragte. Ron Blendermann und Christin Thyen ersetzen Peter Gorke und Anne Willer als BeisitzerIn. In der Sitzung ehrten die Mitglieder zudem die Reiterinnen der Ponyliga, die gerade in Rastede Landesmeister wurden. Weil bewährt sind für 2026 wieder zwei Dressur-S-Turniere geplant.
- Bösel treibt Wärmewende voran: Land würdigt Engagement
Die vierte Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 46,2 KWp ist auf den Dächern der Oberschule in Betrieb gegangen. Foto: Martin Pille Landesweite Anerkennung für die Wärmeplanung Böse l (pi). Der Klimaschutz-Manager der Gemeinde, Carsten Klöpper, hat vor den Mitgliedern des Umweltausschusses die Aktivitäten der Gemeinde im Bereich der Wärmeplanung hervor.gehoben und verwies auf eine landesweite Registrierung des Böseler Engagements. Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen habe auf einer interaktiven Karte die Gemeinde Bösel als Vorreiter kleiner Kommunen für modellhafte Wärmewende-Projekte benannt. Das Klimaschutzmanagement befinde sich derzeit im dreijährigen „Anschlussvorhaben“. Insgesamt stehen im aktuellen Haushalt 342.000 Euro zur Verfügung. Seit dem im Jahr 2024 beschlossenen Klimaschutzkonzept sei in der Gemeinde bereits Etliches zu dessen Umsetzung passiert. Photovoltaik-Ausbau auf öffentlichen Gebäuden Inzwischen sei die vierte Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 46,2 KWp auf den Dächern der Oberschule in Betrieb gegangen. Zur natürlichen Verschattung der Oberschule pflanzte die Gemeinde zudem elf Winterlinden. Drei weitere Systeme auf der St. Martin-Grundschule, der Grundschule Petersdorf und der Kita St. Anna laufen bereits. Dafür errechnete Klöpper eine CO2-Ersparnis von etwa 40,3 Tonnen pro Jahr. In diesem Jahr sind weitere Installationen auf der Schwimmhalle, auf dem Anbau des Rathauses, dem Anbau des Petersdorfer Kindergartens und auf dem Neubau des Bauhofs geplant. Neues Förderprogramm und starkes Stadtradeln Der Klimaschutz-Manager kündigte ferner ein kommunales Klimaschutz-Fördermittelprogramm an, das der Gemeinderat noch beschließen muss. 75.000 Euro sind dafür im jetzigen Haushalt festgelegt worden. 143 Personen aus Bösel beteiligten sich am bundesweiten Wettbewerb „Stadtradeln“. Im Schnitt wurden 244 Kilomater pro Person „abgeradelt“, was bei insgesamt ca. 35.000 Kilometern eine CO2-Ersparnis vom fast sechs Tonnen entspricht, wenn mit dem PKW gefahren worden wäre. Diese Aktion soll in diesem Jahr Mitte Juni im Zuge der Jubiläums-Feierlichkeiten der Gemeinde wiederholt werden. Weitere Schritte: Energiemanagement und Klimabeirat Als eine von zwei Kommunen im Landkreis Cloppenburg beteiligte sich Bösel im vergangenen Jahr an der Niedersächsischen „Woche der Wärme“ und bot dafür einen Info-Abend zum „Klimafreundlichen Heizen und energetischen Sanierung“ an. In diesem Jahr soll auch mit der Einführung eines professionellen Energiemanagements begonnen werden. Ein gemeindeeigenes Klimaanpassungskonzept soll vertieft auf örtliche Begebenheiten eingehen. Klöpper kündigte ferner die Einrichtung eines Klimaschutz-Beirates an, der die Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde begleiten soll.
- Bösel plant 31 Megawatt Solarleistung in Overlahe und Hülsberg
Für zwei Freiflächenphotovoltaikanlagen sollen in Bösel Bebauungspläne aufgestellt werden. Foto: Pille Bösel (pi). Mit zwei „Vorhabenbezogenen Bebauungsplänen“ nach der Änderung des Flächennutzungsplans am Klasmannsweg in Bösel-Overlahe und am Bachmannsweg in Bösel-Hülsberg will der Planungsausschuss der Gemeinde nun Freiflächenphotovoltaikanlagen ermöglichen. In der Vergangenheit waren Anträge auf Bauleitplanungen für solche Anlagen zurückgestellt worden, weil zuvor eine Potentialflächenanalyse erstellt werden sollte. Die liegt nun vor. Eine der Flächen liegt nördlich des Bachmannsweges zwischen Prinzendamm und Korsorsstraße in Bösels letzter Hochmoorsiedlung Hülsberg. Hier wird auf rund 25 Hektar eine Anlage mit einer Leistung von 20 MWp (M egawatt Peak, eine nicht normgerechte Bezeichnung für die elektrische Leistung von Solarkraftwerken) geplant. Die Standortpotentialflächenanalyse zeigt an, dass Belange der Raumordnung hier überlagert werden, denn das Gebiet ist als Vorsorgegebiet Landwirtschaft und als Vorsorgegebiet für Natur und Landschaft ausgewiesen. Hier kommt es dann zu einer Abwägung im Zuge der Bauleitplanung. Die zweite Fläche liegt westlich des Klasmannsweges in Overlahe auf den Flächen der Baumschule Klasmann. Hier denkt man über Freiflächenphotovoltaikanlage auf rund 12,5 Hektar mit einer Leistung von 11 MWp nach. Auch hier überlagert das Raumordnungsprogramm die Fläche mit den Belangen „Vorsorgegebiet Landwirtschaft sowie Landwirtschaft aufgrund hohen Ertragspotentials. Auch hier kommt es zu einem Abwägungsprozess.
- Spitze bleibt unbesetzt: HGV Bösel sucht dringend neue Führung
Von Martin Pille Keine Nachfolger in Sicht: Frye und Zemke (rechts) bleiben vorerst geschäftsführend im Amt. Foto: Martin Pille Bösel . Der Handels- und Gewerbeverein befindet sich -wie im Jahr 2015 schon einmal- in einer Führungskrise und ist auf der Suche nach einer neuen Vorstandsspitze. Damals ging es um die zunächst vergebliche Suche nach einem Nachfolger von Frank Bornhorst als 1. Vorsitzender. Wie der bisherige 2. Vorsitzende des Vereins, Andre Zemke, auf Nachfrage bestätigte, fanden sich im Vorfeld und während der jüngsten Generalversammlung im Januar ebenfalls keine Nachfolger für ihn und den 1. Vorsitzenden Dietmar Frye, der 2015 in der verzwickten Situation in einer außerordentlich anberaumten Mitgliederversammlung den Vereinsvorsitz übernommen hatte. Zemke wurde damals sein Vertreter. Bereits im Jahr 2024 war die Zweckgemeinschaft der Gewerbetreibenden mit einem Rumpf-Vorstand in das Geschäftsjahr gegangen. Vor zwei Jahren konnte bereits kein Nachfolger für Matthias Schöning gefunden werden, der das Amt des Schriftführers neun Jahre lang bekleidet hatte und es dann aufgab. Auch die Kassenwartin Katharina Heidorn ließ sich damals lediglich für ein weiteres Jahr wählen. Der HGV hat sich nach den Worten Zemkes auch aus der gemeinsamen Beteiligung mit der Kommune am alljährlichen Weihnachtsmarkt am „Pallert“ zurückgezogen. Man habe sich mit der Gemeindeverwaltung nicht auf einen Finanzierungsschlüssel einigen können. Nun bleiben zunächst Frye und Zemke geschäftsführend im Amt. Zemke hofft nun bis zur nächsten Sitzung, dass sich für die Vorstandsposten Kandidatinnen oder Kandidaten finden und sich wählen lassen. Nicht daran denken wollte er daran, dass bei einer erfolglosen Suche nach Anwärtern für den Verein möglicherweise ein Notvorstand bestellt oder letztlich gar liquidiert wird. Die Arbeit des HGV sei zu wichtig, auch für unsere Gemeinde, als das man darauf verzichten sollte, so Zemke.
- Mehr Spielraum für Wohnbebauung "Am Bahnhof" in Bösel
Für das brachliegende Grundstück in Bösels Ortsmitte an der Bahnstrecke soll der Bebauungsplan geändert und eine großzügigere Bebauung ermöglicht werden. Bild: Martin Pille Bösel. Mit der Änderung des Bebauungsplans „Am Bahnhof“ in der Dorfmitte von Bösel hat der Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt, Planung, Bau und Verkehr einstimmig den Weg für eine künftig großzügigere Bebauung freigemacht. Die Empfehlung folgt dem Wunsch der vier Grundstückseigentümer, muss allerdings noch vom Verwaltungsausschuss und vom Gemeinderat bestätigt werden. Konkrete Bauvorhaben sind bislang nicht bekannt. Auf einem Teil des Areals entlang der Bahngleise befanden sich früher unter anderem die Bäuerliche Warengenossenschaft und der Landhandel Meyer. Der ursprüngliche Bebauungsplan verfolgte andere Entwicklungsziele. Mit der nun angestoßenen Änderung orientiert sich die Gemeinde an ihrem Dichtekonzept. Ziel ist eine nachhaltige und effiziente städtebauliche Entwicklung, um den wachsenden Wohnraumbedarf zu decken und zugleich wertvolle Freiflächen im Außenbereich zu schonen. Auf dem betroffenen Grundstück an der Bahn standen früher die Genossenschaft und Landhandel Meyer (im Vordergrund). Bild: Archiv Martin Pille Bürgermeister Hermann Block hatte bereits bei den ersten Beratungen betont, dass Bösel sich weiterentwickeln müsse. Nachverdichtung sei dabei ein wichtiger Baustein. Von Landwirten seien kaum noch Baugrundstücke zu bekommen. „Sie wollen kein Geld, sie wollen Grundstückstausch. Insofern folgen wir der Entwicklung“, hatte Block erklärt. Der Fachausschuss beschloss zudem, das beschleunigte Verfahren nach dem Baugesetzbuch anzuwenden. Dieses ist möglich, wenn es sich – wie hier – um einen Bebauungsplan der Innenentwicklung handelt. Mit den beteiligten Eigentümern hat die Gemeinde inzwischen städtebauliche Verträge geschlossen, die insbesondere die Kostenübernahme regeln. Nach der endgültigen Beschlussfassung und der öffentlichen Auslegung folgen die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange.
- Schwerer Unfall in der Nacht – Pkw prallt gegen Baum
Feuerwehr und Rettungsdienste rückten in der Nacht zu Mittwoch aus und versorgten einen schwerverletzten Autofahrer nach einem Unfall auf der Barßeler Straße. Foto: Feuerwehr/Kotte Friesoythe. Verkehrsunfall in Friesoythe: Knapp drei Stunden nach der Absicherung einer Hubschrauberlandung wurde die Freiwillige Feuerwehr Friesoythe in der Nacht zu Mittwoch gegen 00:33 Uhr erneut alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich die im Fahrzeug befindliche Person bereits selbständig aus dem stark beschädigten Pkw befreit. Sie erlitt schwere Verletzungen und wurde nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr übernahm vor Ort das Ausleuchten der Einsatzstelle, band auslaufende Öl- und Betriebsstoffe und sicherte die Straße ab. Für die Dauer der Maßnahmen war die Barßeler Straße nach weiteren Angaben der Feuerwehr rund eine Stunde voll gesperrt. Zur Unfallursache liegen derzeit keine Informationen vor. Wie die Polizei mitteilte, wurde eine Blutentnahme durchgeführt.
- Kritik an Kürzungen: Bildungsträger schlagen Alarm
Von Claudia Wimberg Drei Bildungsträger, eine Meinung (von links): Nicola Fuhler und Birgit Walker (Bildungswerk Friesoythe), Ilona Heydt (Bildungswerk Cloppenburg) und Dr. Christina Neumann (Volkshochschule Cloppenburg) kritisieren den Zulassungsstopp für Integrationskurse. Landtagsabgeordneter Lukas Reinken will Kontakte zu Bundestagsabgeordneten nutzen. Foto: Claudia Wimberg Friesoythe/Cloppenburg . Kein Geld mehr für freiwillige Integrationskurse: Das CSU geführte Bundesinnenministerium hat den Zugang zu Sprachkursen rückwirkend zum November beschränkt. Die im Februar herausgegebene Mitteilung des dem Ministerium unterstellten Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), künftig nur noch verpflichtende Kurse für Menschen mit „dauerhafter Bleibeperspektive“ zu finanzieren, stößt auch bei den Bildungsträgern im Landkreis Cloppenburg auf massive Kritik. Abgesehen davon, dass man ohne Vorwarnung darüber in Kenntnis gesetzt worden sei, „ist es eine folgenschwere Fehlentscheidung, die Teilhabe und Integration belastet“, betonte Nicola Fuhler, Vorständin des Friesoyther Bildunsgwerkes, bei einem Treffen mit Kollegin und Mitarbeiterin Birgit Walker, Dr. Christina Neumann, Leiterin der Cloppenburger Volkshochschule, und Ilona Heydt, Leiterin und Geschäftsführerin des Cloppenburger Bildungswerkes. Komplettiert wurde die Runde im Friesoyther Bildungswerk durch CDU-Landtagsabgeordneten Lukas Reinken aus Friesoythe, der zuhörte und mit seinen zuständigen Kolleginnen und Kollegen auf Bundesebene zum Thema in Kontakt treten will. Deutliche Worte Und dafür gaben ihm seine Gastgeberinnen deutliche Worte mit auf den Weg. „Gut funktionierende Strukturen werden zerschlagen“, betonte Dr. Neumann. Asylbewerber müssten sprachlich begleitet werden, warnte sie vor Parallelgesellschaften und erinnerte an die Zeiten der Gastarbeiter. „Da waren Menschen 40 Jahre hier und sprachen kein Deutsch.“ "Sparen kann am Ende teurer werden" Grundsätzlich werde am falschen Ende gespart und Integration aufs Spiel gesetzt, zeigen sich die Vertreterinnen insgesamt überzeugt. Sprache sei der Schlüssel für eine berufliche und gesellschaftliche Teilhabe. Wer nicht auf eigenen Füßen stehen könne, sei am Ende von Sozialleistungen abhängig, was wiederum zu Lasten des Steuerzahlers ginge. Somit könne Sparen auch teuer werden. Reinken zeigte Verständnis für den Bund, wenn er sich auf positive Bleibeperspektiven konzentrieren wollte, doch Asylbewerber während einer aktuell noch langwierigen Verfahrensdauer von durchschnittlich 18 Monaten „ohne Tagesstruktur nur sich selbst zu überlassen, funktioniert nicht und birgt Risiken“, so der Politiker. Kurse und Arbeitsplätze in Gefahr Neben Asylsuchenden trifft die Zugangsbeschränkung Geduldete, Menschen aus der Ukraine sowie EU-Bürger. Werden sie ausgeschlossen, „können wir vielfach die Mindestteilnehmerzahl nicht mehr erfüllen“, informierte Nicola Fuhler und verweist vor Ort auf rund 30 Prozent der Frauen und Männer, die ohne Berechtigung außen vor blieben. Fallen Kurse weg, müssen auch Mitarbeiter und Honorarkräfte um ihre Jobs bangen. „Das bedroht Existenzen, denn viele leben davon“, unterstreicht Ilona Heydt. Dass betroffene Teilnehmer den Sprachkurs selbst bezahlen, „ist in den meisten Fällen utopisch.“ Betriebe brauchten qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland, doch ohne Sprachkenntnisse wären integrationswillige Zugewanderte chancenlos. Forderung nach Planungssicherheit Die Bildungsträger verlangen Planungssicherheit und begrüßen die bereits in Bund und Ländern existierenden Forderungen und Petitionen zur Rücknahme des Zulassungsstopps. Sie selbst wollen dafür ebenfalls auf verschiedenen Ebenen aktiv werden und sich für eine bedarfsorientierte Finanzierung und nachhaltige Integration einsetzen.










