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  • Stadtrat stimmt für offene Ganztagsschule in Neuscharrel

    Die Neuscharreler Grundschule bietet ab dem Schuljahr 2026/27 das Konzept der offenen Ganztagsschule an. Foto: Adobe Stock Die Grundschule Neuscharrel kann ab dem Schuljahr 2026/27 eine "offene Ganztagsschule" einrichten. Einem entsprechenden Antrag der Schule stimmte der Rat der Stadt Friesoythe gestern Abend im Forum am Hansaplatz einstimmig zu. Mit dem Beschluss erklärte sich die Politik auch mit dem eingereichten Konzept der Schule einverstanden. Schulleiter Webbe Heinze hatte im offiziellen Schreiben an die Stadt mitgeteilt, dass auch der Schulelternrat die Einrichtung des neuen Angebots unterstützt. Die eigenen Erfahrungen in der Schule hätten den Bedarf sowie die Notwendigkeit bereits in den vergangenen Jahren gezeigt. Denn die Grundschule konnte über mehrere Jahre mit Unterstützung des Fördervereins eine Betreuung bis 14 Uhr gewährleisten. Dieses Angebot wurde von den Eltern und Kindern gut angenommen. Aufgrund dieser Erkenntnis haben sich der Schulelternrat und die Gesamtkonferenz für die offene Ganztagsform entschieden. Vier Tage in der Woche Wie die Stadtverwaltung gestern Abend vorstellte, sieht das Ganztagskonzept an vier Tagen in der Woche (montags bis donnerstags) ein gemeinsames Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung sowie weitere Angebote bis 15:15 Uhr vor. Bei dem bisherigen Angebot habe es sich nicht um ein Ganztagsangebot im rechtlichen Sinne gehandelt. Inzwischen sei des zudem eingestellt worden, da verschiedene Landesmittel gestrichen wurden. Hintergrund Die Antragstellung erfolgt vor dem Hintergrund der stufenweisen Einführung des bundesweiten Ganztagsanspruchs ab dem Schuljahr 2026/27 durch das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter (Ganztagsförderungsgesetz – GaFöG). Ab dann haben alle Kinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. In den Folgejahren wird der Anspruch auf die Klassenstufen 2 bis 4 erweitert, sodass ab dem Schuljahr 2029/2030 allen Kindern der ersten bis vierten Klasse ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zusteht, Fuhler: Erfreuliche Entwicklung Konkret rechnet die Schule damit, dass 24 der dann 40 beschulten Kinder zu Beginn des kommenden Schuljahres am Ganztagsangebot teilnehmen werden. Ratsherr und Neuscharrels Ortsvorsteher Stefan Fuhler hob die Bedeutung der geplanten Einrichtung für die Ortschaft hervor. Die Entwicklung der Schülerzahlen sei im Gegensatz zu den Daten vor einigen Jahren nun sehr erfreulich.

  • Brücke zwischen Musik und Botschaft

    Der Petersdorfer Kirchenchor präsentierte sein festliches Konzert in der vollbesetzten Kirche. Foto: pi Mit warmem Chorklang und leuchtenden Adventstönen eröffnete der Petersdorfer Kirchenchor sein festliches Konzert in der voll besetzten Dorfkirche, das die Zuhörer von Beginn an in eine wohltuende vorweihnachtliche Atmosphäre eintauchen ließ. Besonders eindrucksvoll gelang dies gleich zu Beginn mit dem innigen „Pie Jesu“ von Victor C. Johnson in fließenden Melodielinien, schlicht und andächtig. Im Mittelpunkt des Programms stand anschließend die „Messe Bréve No. 7“ von Gounod, eine spirituelle Miniatur, deren lichtdurchflutete Harmonien vom Chor trotz seiner überschaubaren Besetzung mit überraschender Klangfülle gestaltet wurden. Besinnliche Impulse Zwischendurch las Sandra Schlarmann kurze besinnliche Impulse, die die Brücke schlugen zwischen Musik und Botschaft. Ruth Mammen trug die berühmte „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 BWV 1068 von Bach mit der Querflöte ruhig, warm und mit sehr kontrollierter, edlen Klangführung vor. Dazu setzte sie feine, schwebende Linien, die den stillen Charakter des Werkes noch verstärkten und erwies sich im Übrigen bei den Liedstücken als sichere und zuverlässige Begleiterin . Christine Deeken und Christiane Oltmann trugen ihre Soloparts in Eleganz und emotionaler Wärme mit klaren, tragenden Stimmen vor, die mühelos das Kirchenschiff erfüllten. Strahlender Schlusspunkt Als fulminanten Abschluss präsentierten Chor und Ensemble unter anderem das lebhafte „Celtic Advent Carol“ von Barrett/Angerman, dessen energiegeladene Rhythmen und festliche Melodien das Publikum sichtbar mitrissen und das Adventskonzert mit einem strahlenden Schlusspunkt krönten. Dass das Adventskonzert mehr wurde als ein gewöhnlicher Choralabend ist der musikalischen Vielseitigkeit des Dirigenten Adrian Langer zu verdanken, der mühelos zwischen Orgelbank und Klavierhocker wechselte und einen musikalischen Rahmen schuf, der viele Herzen berührte.

  • Textdeutlich in barocker Eleganz

    Der Gemischte Chor Bösel begeisterte zahlreiche Zuhörende in der St. Cäcilia Kirche. Foto: pi Wer bis dato noch nicht in Weihnachtsstimmung war, konnte spätestens beim Adventskonzert des Gemischten Chores Bösel in der St. Cäcilia-Pfarrkirche unter der Leitung von Adrian Langer in den besinnlichen Modus umschalten und die Vorweihnachtshektik hinter sich lassen. Publikum hielt den Atem an Ein leiser, aber bewegender Auftakt des Konzerts vor mehreren hundert Zuhörende bildete das „Requiem Aeterna“ von Puccini, ein selten gehörtes Werk, das durch die beinahe archaische Klangsprache und die innige Verbindung von Melancholie und Hoffnung bestach. Und als die ersten mächtigen Akkorde ansetzen und der Chor zum Schluss in das strahlende „Hallelujah“ von Georg Friedrich Händels einbrach, hielt das Publikum den Atem an. Der Chor sang es rhythmisch präzise und textdeutlich in barocker Eleganz. Musikalisches Feuerwerk Wenn Langer in der Programmfolge die Orgel spielte, dirigierte Dr. Peter Oltmann den Chor. Die begleitende und stützende Querflöte von Ruth Mammen war klar artikuliert, silbrig und leicht. Die junge Geigerin Mia Mammen und Pianist Andreas Possehn gestalteten Itzhak Perlmans „Israeli Concertino “ mit Virtuosität und Temperament – ein musikalisches Feuerwerk zwischen Klassik und Volksmusik, Frédéric Chopins „Nocturne cis-Moll“ in weichen, schwebenden Klängen und feinen Nuancen von Melancholie und Wärme. Der langanhaltende im Stehen gespendete herzliche Beifall eines beglückten Auditoriums bewies, wie gut das zu Herzen gehende Adventskonzert angekommen war.

  • Kfz-Zulassungsstelle dicht

    Friesoythe (fri). Die KFZ-Zulassungsstelle Friesoythe (Emsstr. 1) bleibt am Mittwoch, 17. Dezember, aufgrund einer hausinternen Fortbildung ganztägig geschlossen. Nach Angaben der Behörde erfolgt an diesem Tag keine Ausgabe der am Händlerschalter eingereichten Unterlagen. Wenn nötig, kann an diesem Tag auf die Zulassungsstelle Cloppenburg (Eschstr. 29) zwischen 7.30 und 15.30 Uhr ausgewichen werden.

  • Vogelgrippe: Neuer Stall betroffen

    Symbolfoto: Adobe Stock Landkreis Cloppenburg (fri). In der Gemeinde Saterland wurde ein Ausbruch hochpathogenen aviären Influenza mit dem Erreger H5N1 (Vogelgrippe) in einem Putenbetrieb nachgewiesen. Den Ausbruch hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nach weiteren Informationen der Kreisbehörde amtlich bestätigt. Der Bestand mit 10.500 16 Wochen alten Puten wurde tierschutzgerecht getötet. Somit sind im Landkreis Cloppenburg seit dem 15. Oktober 32 Ausbruchsbetriebe mit insgesamt 362.500 Puten und 5.300 Enten betroffen. Der Landkreis Cloppenburg hat eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zur Festlegung einer Sperrzone zum Schutz gegen die aviäre Influenza erlassen. Um den Nutzgeflügelbestand mit dem positiven Virusnachweis wurden als Sperrzone eine Schutzzone sowie eine Überwachungszone festgelegt. Als Schutzzone wird das Gebiet um den Seuchenbestand in der Gemeinde Saterland mit einem Radius von drei Kilometern festgelegt. Die Schutzzone betrifft im Landkreis Cloppenburg Gebiete in der Gemeinde Saterland sowie der Stadt Friesoythe. Um die Schutzzone wird mit einem Radius von zehn Kilometern um den Seuchenbestand eine Überwachungszone festgelegt. Die Überwachungszone betrifft im Landkreis Cloppenburg Gebiete in den Gemeinden Barßel und Saterland sowie der Stadt Friesoythe. In der gesamten Sperrzone (Schutzzone und Überwachungszone) ist die Teilausstallung untersagt. Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten.

  • Männergrippe in Bösel: Hausarzt oder Hühnersuppe?

    Ziehen im Januar alle Register: Die Böseler Theatergruppe um Regisseurin Anita Hempen (obere Reihe 4. v. links). Foto: Martin Pille Bösel (pi). Das plattdeutsche Theaterstück der Böseler DJK-Spielschar sorgt wieder für jede Menge Spaß: Der Titel „Männerschnuppen-Jappst du noch oder büst du al doot?“ von Jennifer Hülser, ins Plattdeutsche übersetzt von Benita Brunnert, verspricht turbulente Szenen auf der Bühne. Insgesamt sechs Veranstaltungen sollen im Forum der Oberschule über die Bretter gehen, und die dürften, wie in den Vorjahren, schnell ausverkauft sein, denn Eintrittskarten gelten als schönes Weihnachtsgeschenk. Männergrippe Der Schwank hat es „in sich“ und alles, um die Zuschauer zu begeistern! Nur so viel: Im Mittelpunkt steht Alexander, der an einer scheinbar harmlosen Erkältung leidet, diese aber – ganz nach dem bekannten Klischee der „Männergrippe“ – dramatisch überhöht und sich  auf das heimische Sofa schleppt, um zu leiden.  Seine Frau Anna muss sich gleichzeitig um Haushalt, Gäste und das Chaos kümmern, während Alexanders Freunde sein Leid theatralisch mittragen und sogar das geplante „Männerwochenende“ ins Wohnzimmer verlegen. Hühnersuppe hilft Da wird angesichts ihres dahinscheidenden Ehemanns Hühnersuppe als Allheilmittel gekocht und auch der Hausarzt der Familie wird konsultiert.  Und dann taucht auch noch eine Bestatterin des Institutes „Klappe zu“ auf, um die Details einer bevorstehenden Bestattung zu besprechen. Charmant und bodenständig Viele Situationen scheinen „aus dem echten Leben gegriffen“ und sorgten bereits bei den Proben für viel Gelächter. Plattdeutsch ist bei den Aufführungen sozusagen „Amtssprache“, derb, kraftvoll, von bodenständiger Direktheit und umwerfend rauem Charme. Anmeldung und Gutscheine F ür die Seniorenvorstellung mit Kaffee und Kuchen im Forum der Oberschule nimmt Heinrich Looschen vom 29. Dezember 2025 bis zum 11. Januar 2026 Anmeldungen unter Telefon 04494/1450 entgegen. Gutscheine für die Seniorenaufführung und die übrigen Theaterabende sind an folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich: EP Zemke, Nordenbrocks „Die Getränkekönner“, Farben Seppel, Getränkevertrieb Nordenbrock und Bäckerei Burrichter in Bösel. Die Termine: Seniorenvorstellung: Samstag 17.01.2026,  15 Uhr; weitere Aufführungen : Sonntag, 18. 01. 2026 , 18 Uhr; Freitag  23. 01. 2026, 19.30 Uhr;     Sonntag,  25.01.2026,  18 Uhr; Samstag,    31.01.2026, 19:30 Uhr; Sonntag,   26.02.2026, 18 Uhr.

  • Mit Show und Charme: Böseler Big Band-Sound im Rampenlicht

    Die Big Band Bösel begeistert seit 25 Jahren in der ausverkauften Stadthalle Cloppenburg. Foto: BBB Bösel/Cloppenburg  – Voller Vorfreude und frischer Energie bereitet sich die Big Band Bösel auf das schon legendäre Gala-Abend-Wochenende vor. Auch nach 25 Jahren ist das ehrgeizige Ziel klar gesteckt: Dreimal ausverkauftes Haus in der Stadthalle Cloppenburg am  kommenden Freitag, Samstag und Sonntag (12. - 14. Dezember). 25 Jahre Gala-Jubiläum Im vergangenen Jahr feierte die Big Band Bösel ihr silbernes Gala-Jubiläum – mit drei prall gefüllten Aufführungen am dritten Adventswochenende. Musikfans erlebten eine bunte Reise durch klassische Big-Band-Literatur, Rock- und Pop-Hits, Balladen sowie Musical- und Filmmelodien. „Auch in diesem Jahr wollen wir die Stadthalle erneut mit drei Galaabenden füllen und die Gäste  mit noch mehr Vielfalt und Spielfreude begeistern“, betont Geschäftsführer Fabian Hagen.  Dirigent Christian Meyer verspricht ein aktuelles Repertoire mit einigen „brandneuen Musikstücken“. Show und Klang Die Big Band Bösel hat sich nicht nur musikalisch weiterentwickelt, sondern setzt auch technisch neue Akzente. Modernste Licht- und Tontechnik sowie ein ausgeklügeltes Bühnendesign strahlen im Rampenlicht – und diesen hohen Standard möchte die bekannte Gruppe mit ins neue Jahr nehmen. Entscheidend aber der spezielle Böseler Big Band-Sound, natürlich garniert mit einer großen Portion Charme: Mit neuem Programm, unverwechselbarer Show und bewährtem Engagement steht die Big Band Bösel erneut bereit, die Stadthalle dreimal zum Klingen zu bringen.

  • Feuer am Flughafen: Brandursache noch unklar

    Brandruine am Flughafen in Staatsforsten: Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Fotos. Höffmann Varrelbusch – Großbrand am Flughafen in Staatsforsten: Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, konkrete Hinweise liegen derzeit jedoch noch nicht vor. In der Nacht zu Samstag ist auf dem Flugplatz Varrelbusch ein Großbrand ausgebrochen. Gegen 0.45 Uhr hatte ein Zeuge die Flammen im Bereich des Towers bemerkt und umgehend die Einsatzkräfte alarmiert. Wie die Polizei weiter mitteilt, griff das Feuer rasch auf die unterhalb des Towers gelegene Gaststätte sowie eine angrenzende Halle über. Die Feuerwehren rückten mit einem Großaufgebot an: Einsatzkräfte aus Cloppenburg, Garrel, Bösel, Emstek, Friesoythe, Ahlhorn und Altmoorhausen waren mit insgesamt 27 Fahrzeugen vor Ort. Auch am Samstagmorgen dauerten die Löscharbeiten an. Der Sachschaden wird bislang auf rund 720000 Euro geschätzt. Neben den betroffenen Gebäuden wurden auch mehrere Flugzeuge sowie ein Fahrzeug durch die Flammen beschädigt oder zerstört. Für die Dauer der Löscharbeiten blieb die Werner-Baumbach-Straße im Bereich des Flugplatzes voll gesperrt.

  • FRITZ Fotonachlese: Zebu & the Gnus

    Friesoyther Kultband feiert 40. Geburtstag Friesoythe (höf). Komm pack das Ding doch noch mal aus und spiel so schön wie früher: Das von Udo Lindenberg geliebte Cello blieb zwar im Kasten, doch die beiden Ur-Gnus Wilhelm Wewer und Otto Hafkemeyer spielten mit Bass und Gitarre so schön wie früher. Vor zweimal ausverkauftem Haus in Friesoythe feierte die Kultband „Zebu & the Gnus“ ihren 40. Geburtstag und sorgten für ordentlich Sound in der „Alten Wassermühle“ in Friesoythe. Dabei die Männer der ersten Stunde sowie die aktuelle Besetzung mit Dr. Thomas Hanisch (Gitarre), Anja Meiert (Gesang), Peter Janssen (Gitarre), Wolfgang Hitschler (Bass) und Ruth Shaw (Geige). Seit Beginn gehören Bandgründer und Pianist Klaus-Dieter Hildebrandt (Zebu) und Drummer Heiner Schepers zum musikalischen Grundfundament. Zum Jubiläum reiste auch der amerikanische  Soulsänger und Freund Franke Pharoah an, der bereits in der Gründerzeit zur Band gestoßen war und für seine legendären Auftritte in Friesoythe bekannt ist. Zur Freude der vielen Fans begab sich die Band auf die musikalische Jubiläums-Reise  und verließ nach drei mitreißenden Stunden nicht ohne Zugabe die Bühne: Verdammt lang her… Fotos: Höffmann

  • Buhr schließt Kandidatur nicht aus

    Friesoyther SPD will sich neu aufstellen Foto: Stadt Friesoythe Tut sie’s oder tut sie’s nicht? Wird sich Melanie Buhr als SPD-Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Friesoythe aufstellen lassen? Nach dem politischen Nominierungs-Desaster herrscht bei den Genossen seit mehreren Wochen Funkstille. Auch die aktive Ratsfrau und von vielen favorisierte Bewerberin hielt sich lange bedeckt. Doch im Gespräch mit FRITZ online erklärt Melanie Buhr jetzt: „Ich schließe es nicht ganz aus.“ Der Auslöser In der entscheidenden Sitzung der SPD-Findungskommission im vergangenen Oktober hatten sich die Mitglieder mit 7 : 5 Stimmen überraschend für den Vorsitzenden des Friesoyther Ortsvereins, Olaf Eilers, als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im September 2026 ausgesprochen. Überraschend deswegen, weil die meisten Beobachter davon ausgegangen waren, dass die stellvertretende Bürgermeisterin, Melanie Buhr, als favorisierte Bewerberin ins Rennen geschickt werde. Das Ergebnis stieß in verschiedenen Teilen der Partei, vor allem auch innerhalb der eigenen Fraktion, auf Unverständnis und sorgte für erhebliche Spannungen. Melanie Buhr Rücktritt und Funkstille Der umstrittene Personalvorschlag führte zu anhaltenden parteiinternen Diskussionen, am Ende der Debatten gab der gewählte Kandidat seinen Rückzug bekannt . Nicht nur das: In einem Brief an die Mitglieder des Ortsvereins teilten Vorsitzender Olaf Eilers sowie weitere Vorstands-Mitglieder mit, dass sie ihre Ämter zur Verfügung stellen.  In dem Schreiben beschrieben sie ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis und kritisierten deutlich das Verhalten einiger Parteimitglieder. Seitdem herrscht nach außen Funkstille. Wie geht es weiter? Hinter den politischen Parteikulissen rumorte und brodelte es jedoch weiter.  Der  Abstimmungsprozess entwickelte sich zur waschechten Führungskrise. Doch untätig waren die Parteiverantwortlichen nicht. Inzwischen hat es eine Mitgliederversammlung „mit vielen Fragen und Antworten“ gegeben. „Ich musste die Geschehnisse erst ein paar Tage sacken lassen“, beschreibt Melanie Buhr ihre persönliche Reaktion auf das interne Ergebnis. Doch dann habe sie mit den verbliebenen Mitgliedern des „Rumpf-Vorstandes“, Matthis Ballweg und Jürgen Hespe, dem Juso-Vorsitzenden Erik Pünter sowie der Fraktionsvorsitzenden Renate Geuter den Weg für einen Neuanfang besprochen. Das Ergebnis: Noch in diesem Monat soll in einer Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden.   Wer tritt an? Damit verbunden ist die Frage: Stellt die SPD überhaupt eine Kandidatin/einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters? „Das ist die Entscheidung des neuen Vorstandes“, erklärt Buhr. Für sie selbst stellt sie klar: „Ein kompletter Rückzug aus der Kommunalpolitik geht nicht.“ Sie setze sich seit Jahren „mit viel Herzblut“ für die Belange der Stadt Friesoythe politisch ein, „das möchte und kann ich trotz der Niederschläge nicht einfach aufgeben.“ Schließlich könne jedes Gewitter auch reinigend wirken. Auf jeden Fall werde sie als Kandidatin für den neuen Stadtrat zur Verfügung stehen.  Und für das Bürgermeisteramt? „Wir führen viele Gespräche, ganz abgehakt habe ich es nicht“. Hier gibt es die Hintergründe zum Rücktritt von Olaf Eilers. Kommentar (von Julius Höffmann) Reinigendes Gewitter oder Dauerregen? Was als routinierter Nominierungsprozess für die Bürgermeisterwahl 2026 gedacht war, ist innerhalb der Friesoyther SPD zu einer Führungskrise mutiert, die offenbar Vertrauen zerstört hat und Fragezeichen hinterlässt – aber eben auch die Chance auf einen Neustart bietet. Die Reaktionen auf die überraschende Empfehlung der Findungskommission, der anschließende Rückzug Eilers’ und die kollektive Aufgabe mehrerer Vorstandsämter zeigen vor allem eines: Die SPD kämpft weniger mit Personalfragen als mit ihrem inneren Zusammenhalt. Die Schärfe der Auseinandersetzungen macht deutlich, wie tief das Misstrauen gewachsen ist. Doch bemerkenswert ist, wie sehr sich die verbliebenen Akteure darum bemühen, die Partei wieder handlungsfähig zu machen. Eine Mitgliederversammlung, der Plan für Neuwahlen eines Vorstands und die Bereitschaft, miteinander – statt übereinander – zu reden, sind richtige Schritte.   Im Zentrum des Interesses steht dabei Melanie Buhr. Lange hielt sie sich zurück, vielleicht aus politischer Vorsicht, vielleicht aus Respekt vor dem Chaos, das die SPD selbst verursacht hatte. Dass sie jetzt klar formuliert, ein „völliger Rückzug“ komme für sie nicht infrage, ist ein Signal: Die SPD hat noch Führungspersonal, das sich nicht entmutigen lässt. Buhrs vorsichtiges „Ich schließe es nicht ganz aus“ in Richtung Bürgermeisterkandidatur ist nicht nur ein Satz – es ist eine Einladung an ihre Partei, wieder Vertrauen zu fassen. Die SPD kann nur dann wieder glaubwürdig auftreten, wenn sie zuvor die eigenen Wunden versorgt. Eine Partei, die im Inneren zerstritten wirkt, überzeugt nach außen niemanden. Die nächsten Wochen entscheiden daher weniger über einen Namen, sondern über die Frage, ob die SPD in Friesoythe ihre Krise als reinigendes Gewitter nutzt – oder in Dauerregen stecken bleibt.

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