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- Sozialer Briefkasten: Neue Annahmeregeln notwendig
Gut erhaltene Second-Hand-Kleidung wird im Kaufhaus angeboten. Foto: Sozialer Briefkasten Friesoythe . Seit mehr als vier Jahrzehnten erfährt der Soziale Briefkasten in Friesoythe eine verlässliche und großzügige Unterstützung aus der Bevölkerung. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Leiterin Annika Schulte. „Nur durch diese Hilfe können wir in unserem Kaufhaus weiterhin gut erhaltene Second-Hand-Kleidung für jedermann anbieten – sozial, nachhaltig und bezahlbar.“ Anpassung der Annahmeregeln Um eingehende Kleiderspenden künftig besser sortieren und schneller prüfen zu können, passt der Soziale Briefkasten seine Annahmeregelungen an. Ab sofort werden Kleiderspenden ausschließlich in Kartons oder Körben entgegengenommen. Warum Kleidersäcke nicht mehr angenommen werden Der Grund für diese Entscheidung liegt in der zunehmenden Zahl nicht mehr tragbarer Kleidungsstücke, die sich in den Säcken befinden. „Die Entsorgung dieser Kleidung müssen wir inzwischen selbst bezahlen, da der Markt für die Verwertung von Altkleidern stark eingebrochen ist. Diese zusätzlichen Kosten belasten unser soziales Projekt erheblich“, erklärt Schulte. Sichtung der Spenden vor Ort Mitarbeitende sind daher angehalten, die abgegebene Kleidung kurz zu sichten. Stark verschmutzte oder nicht mehr tragbare Stücke müssen in solchen Fällen direkt zurückgegeben werden. „Wir bitten hierfür um Verständnis.“ Einnahmen für die Jugendwerkstatt Darüber hinaus weist die Vorsitzende des SKM, Renate Geuter, auf die Bedeutung der Einnahmen aus dem Kaufhaus hin: „Alle Erlöse fließen unmittelbar in die Arbeit der Jugendwerkstatt. Da nicht alle Kosten durch öffentliche Mittel gedeckt sind, ermöglichen uns diese Einnahmen unter anderem, allen Jugendlichen täglich ein kostenloses Frühstück und Mittagessen anzubieten.“ Bitte um Verständnis Abschließend bitten die Verantwortlichen des Sozialen Briefkastens um Verständnis für die neuen Regelungen und hoffen auch weiterhin auf die Unterstützung der Bevölkerung für ihre wichtige soziale Arbeit.
- Mann aus Friesoythe schwer verletzt
Symbolbild: Adobe Stock Cloppenburg/Friesoythe . Am Mittwoch, 28. Januar, kam es gegen 6.27 Uhr auf der B 72 (Umgehungsstraße) zwischen Bethen und der Abfahrt Industriezubringer zu einem schweren Verkehrsunfall. Wie die Polizei mitteilte, befuhr ein 65-jähriger Mann aus Friesoythe mit seinem Pkw die B 72 in Richtung Emstek, als er aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort kollidierte er frontal mit dem entgegenkommenden Pkw eines 21-jährigen Mannes aus Hoheging. Der 65-Jährige erlitt bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen und musste durch die Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg aus seinem Fahrzeug befreit werden. Der 21-Jährige wurde leicht verletzt. Beide Unfallbeteiligten wurden zur weiteren medizinischen Versorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.
- Kunst zum Reingehen: Atelier in Friesoythe öffnet regelmäßig
Von Claudia Wimberg Öffnen ihre Türen: Die beiden Friesoyther Künstler Christa Anneken und Gerd Binder. Foto: Claudia Wimberg Friesoythe . Kreativ sind Christa Anneken und Gerd Binder ins neue Jahr gestartet und trotzen farbenfroh den trüben Tagen. In ihrem Atelier an der Friesoyther Burgstraße hängt bereits das erste in 2026 signierte Werk, auf dem Binder das pulsierende Leben von New York verewigt hat. Ein offenes Atelier als Treffpunkt Damit man dieses Motiv und viele weitere der beiden Künstler künftig jedoch nicht mehr nur durchs Schaufenster sehen kann, öffnet das Duo jetzt seine Türen für die Öffentlichkeit. „Bei euch kommt man nie rein“, hörten sie häufiger und freuen sich nun darauf, an einem Abend pro Woche Kunstinteressenten und Künstler begrüßen zu können. „Ein Treffpunkt, bei dem man unsere Sammlung besichtigen, fachsimpeln oder über Aufträge ins Gespräch kommen kann “, betont Christa Anneken. Eine Wand schmücken bis Ostern noch ihre Motive für das von den Freunden und Förderern der Eisenstadt herausgegebene Kinderbuch „Klopf, klopf, wer hämmert denn da?“, das ebenfalls im Atelier ausliegt. Kunstkreis mit Blick nach vorn Die Räume am früheren Schlachthaus Vorwold hat sie vor zehn Jahren mit ihrem Künstler-Kollegen bezogen, der dort nicht nur ausstellt, sondern auch arbeitet. Beide sind Mitglieder des Friesoyther Kunstkreises, der zurzeit seine jährliche Ausstellung im September vorbereitet und dafür erneut einen Standort innerhalb des Stadtgebiets sucht. Wer für einige Wochen eine Fläche zur Verfügung stellen kann, „der möge sich gerne melden.“ Internationale Einladungen Christa Anneken bewegt sich mit ihrer Kunst auch auf internationalem Terrain. Über eine Hamburger Galeristin, die die Berufsschulpädagogin kennenlernte, als sie in der Elbphilharmonie ausstellte, wurde sie 2025 zu einer Präsentation nach Paris eingeladen. Im April geht es zu einer renommierten Kunstmesse nach Mailand, für die die Friesoytherin zum Thema Genuss zurzeit „drei Bilder mit viel Paste“ auf die Leinwand bringt. Info: Das Atelier an der Friesoyther Burgstraße ist ab dem 5. Februar jeweils donnerstags zwischen 18 und 20 Uhr geöffnet.
- Mit Farbe, Handwerk und Herz durchs Leben: Josef Seppel wird heute 90
Wird heute 90 Jahre alt: Josef Seppel aus Bösel. Foto: pi Bösel (pi). Seinen 90. Geburtstag feiert heute, Mittwoch, Josef Seppel aus Bösel. Geboren wurde der Malermeister am 28. Januar 1936 als ältestes von fünf Geschwistern im schlesischen Neudeck, dem heutigen Südpolen. Dort verbrachte er seine Kindheit und besuchte die Schule, bevor das Leben nach dem Krieg eine entscheidende Wendung nahm. 1946 kam Josef Seppel mit seiner Familie als Vertriebener nach Budjadingen in der Wesermarsch. Dort begann er 1951 eine Lehre als Maler – der Grundstein für einen Berufsweg, der ihn sein gesamtes Leben begleiten sollte. 1956 erhielt die Familie eine Siedlungsstelle in Bösel-Overlahe und fand damit eine neue Heimat. Ein Jahr später schrieb auch das private Glück seine Geschichte: Beim Schützenball lernte Josef Seppel seine spätere Ehefrau Hanna, geborene Brinkmann, kennen – der Eintritt in den Bürgerschützenverein war dafür Voraussetzung, erinnert sich der Jubilar schmunzelnd. 1960 heiratete das Paar, aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Beruflich stellte Seppel früh die Weichen auf Selbstständigkeit. Nach dem erfolgreichen Besuch der Meisterschule machte er sich 1961 als Malermeister selbstständig. 1965 errichtete er in der Ortsmitte von Bösel ein Wohnhaus mit Betrieb, der im Laufe der Jahre stetig wuchs. 1989 folgte der Umzug des Unternehmens in das Gewerbegebiet am Bernethsdamm. Heute wird der Betrieb seit einigen Jahren von Tochter Nicole Kleefeld geführt. Dem Schützenverein blieb Josef Seppel zeitlebens eng verbunden. 1977 regierte er gemeinsam mit Königin Hanna „der Farbenprächtigen“ als Schützenkönig, im Jahr 2010 wurde ihm mit der Kaiserwürde eine besondere Ehre zuteil. Darüber hinaus engagierte er sich 24 Jahre lang als zweiter Vorsitzender und stellvertretender Kompaniechef. Auch als Schulelternratsvorsitzender sowie als Mitbegründer des Handels- und Gewerbevereins übernahm er Verantwortung für das Gemeinwohl. Während Tanzen und Radfahren lange Zeit zu den gemeinsamen Hobbys des Ehepaares zählten, widmet sich der Jubilar heute mit Freude Restaurierungsarbeiten. Mit seinem 90. Geburtstag blickt Josef Seppel auf ein erfülltes Leben zurück – geprägt von Fleiß, Zusammenhalt und tiefer Verwurzelung in seiner Wahlheimat Bösel.
- Polizei registriert zahlreiche Verstöße im Straßenverkehr
Mit diesem Fahrzeug war der 15-Jährige unterwegs. Foto: Polizei Friesoythe/Barßel . Einsatzkräfte der Polizei Friesoytheführten am vergangenen Montag zwischen 13 und 21 Uhr umfangreiche Schwerpunktkontrollen im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Friesoythe durch. Im Mittelpunkt standen dabei mobile und stationäre Verkehrskontrollen mit den Schwerpunkten Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit, Vorfahrt sowie das Verhalten von Fahrradfahrenden. Im Verlauf des Einsatzes kontrollierten die Beamtinnen und Beamten mehr als 60 Verkehrsteilnehmende. Dabei wurden nach Angaben der Polizei insgesamt 24 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen, Gurtverstößen und der verbotswidrigen Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt. Zudem leitete die Polizei zwei Strafverfahren ein. In zwei Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall gegen 15.20 Uhr in Barßelermoor. Dort fiel den Einsatzkräften ein 15-jähriger Jugendlicher aus Barßel auf, der mit einem trikeähnlichen Fahrzeug die Hauptstraße befuhr. Bei dem Gefährt handelte es sich um ein BMX-Fahrrad, das mit einem selbst angebauten Rasenmähermotor ausgestattet war. Nach Angaben der Polizei erreichte das umgebaute Fahrzeug eine Geschwindigkeit von rund 55 km/h und verfügte über keinen erforderlichen Versicherungsschutz. Als die Beamten den Jugendlichen kontrollieren wollten, versuchte dieser zunächst, sich der Maßnahme durch Flucht zu entziehen. Im weiteren Verlauf der Kontrolle gab der 15-Jährige zudem falsche Personalien an. Entsprechende strafrechtliche Konsequenzen wurden eingeleitet.
- Umwelttag 2026: Friesoythe sammelt Müll für eine saubere Stadt
Die Stadt Friesoythe lädt wieder zum Umwelttag ein. Symbolbild: Adobe Stock Friesoythe . Die Stadt Friesoythe ruft auchin diesem Jahr wieder zum gemeinsamen Einsatz für Umwelt- und Naturschutz auf. Am Samstag, 14. März, findet der jährliche Umwelttag statt. Eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Schulen, Kindergärten sowie ortsansässige Unternehmen, sich an der Müllsammelaktion zu beteiligen. Ziel der Aktion ist es, öffentliche Flächen, Grünanlagen, Wegeränder und Landschaftsräume von achtlos weggeworfenem Abfall zu befreien und damit aktiv Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen, heißt es in der Pressemitteilung der Verwaltung. Der gesammelte Müll kann am Aktionstag von 12 bis 16 Uhr an den eingerichteten Sammelplätzen abgegeben werden. Diese befinden sich in Edewechterdamm (Altenoyther Straße 150), Friesoythe (Am Klärwerk 2), Gehlenberg (Mühlenstraße 5a), Markhausen am Marktplatz sowie in Thüle (Thüler Kirchstraße 2). Um eine möglichst flächendeckende Beteiligung zu ermöglichen, stellt die Stadt Friesoythe erneut eine digitale Umweltkarte unter umweltkarte.friesoythe.net zur Verfügung. Dort können Einzelpersonen, Gruppen und Vereine eintragen, welche Bereiche sie während der Aktion übernehmen möchten. Bürgermeister Sven Stratmann hofft auf eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung: „Unsere Umwelt zu schützen und sie für kommende Generationen zu erhalten, ist eine Aufgabe, zu der wir alle beitragen können – am Umwelttag ebenso wie im Alltag.“ Begleitend zur Aktion bittet die Stadt um Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Teilnehmende sind eingeladen, ihre Eindrücke in Form von Fotos festzuhalten und diese per E-Mail an klimaschutz@friesoythe.de zu senden.
- Pfarrheim gerettet: Neuscharreler Bürger schreiben Geschichte
Von Claudia Wimberg Spende: Rüdiger Mai, Annegret Ewen, Stefanie Hanekamp und Maria Olliges (von links) überreichen im Namen des Neuscharreler Gemeindeausschusses einen Scheck an Maria Reiners (Zweite von rechts). Foto: Marcel Meemken Neuscharrel . Bürokratische Hürden glichen manches Mal einem Buch mit sieben Siegeln, aber auf Sand hat der Verein „Use Dörp Neischarrel“ am Ende nicht gebaut. So machten die Mitglieder drei Kreuze, als sie das Pfarrheim ihres Ortes nach sechs Jahren nun offiziell von der Kirchengemeinde St. Marien Friesoythe übernehmen konnten. Vorsitzende Maria Reiners und Pfarrer Christoph Winkeler besiegelten die Vereinbarung während einer kleinen Feierstunde per Handschlag und Zahlung des symbolischen Kaufpreises von einem Euro. „Ein Novum“, verwies Reiners auf das Alleinstellungsmerkmal im Offizialatsbezirk, das für andere Gemeinden richtungsweisend sein könne. Wie berichtet, schlossen sich engagierte Dorfbewohner zusammen, um das in die Jahre gekommene und aus Sicherheitsgründen in Teilen stillgelegte Gebäude zu retten. Mit der Kirchengemeinde wurden verschiedene Varianten erörtert sowie Kosten ermittelt, bevor es zur Gründung des gemeinnützigen Vereins und schließlich zum Kaufangebot kam. Nach zähen Beratungen fanden die Vertragsunterzeichnungen im Sommer 2025 statt. Handschlag: Pfarrer Christoph Winkeler und Vereinsvorsitzende Maria Reiners besiegeln die Übergabe. Foto: Hans Werner Insgesamt sind für die Sanierung rund 380 000 Euro zu schultern und Maria Reiners erinnerte in diesem Zusammenhang an Veranstaltungen, Spenden und Sponsoren, die bereits Geld in die Kasse des rund 100-Mitglieder-starken Vereins fließen ließen. „Wir können allen Förderern und Unterstützern des Projekts immer wieder nur herzlich danken“, unterstrich die Vorsitzende. Weitere Mittel seien für die Verwirklichung der Pläne erforderlich und in diesem Zusammenhang auch Förderanträge gestellt worden. Die Bescheide stünden noch aus. Liegen sie vor, „können die Handwerker mit ihrer Arbeit beginnen“, so Reiners und zeigt sich mit einem Goethe-Zitat insgesamt zuversichtlich: „Auch mit Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ Baumaßnahmen stellen Bistümer und Kirchengemeinden angesichts tiefgreifender Veränderungen und finanzieller Engpässe dagegen vielfach vor unlösbare Schwierigkeiten. Somit freute sich Pfarrer Winkeler, dass sich St. Marien um die Zukunft des Neuscharreler Pfarrheims keine Gedanken mehr machen muss. Das Vorhaben stünde unter einem „guten Stern“ und für die Realisierung wünschte er allen Beteiligten Zuversicht und Erfolg. Soll saniert werden: Das in die Jahre gekommene Neuscharreler Pfarrheim. Foto: cl Nach Fertigstellung soll das „Dörpshus“ ein Treffpunkt für alle Generationen und Vereine werden „und für die Kirche ein verlässlicher Ort der Begegnung und des Wirkens“, sagte Maria Reiners und konnte noch während der Feierstunde einen weiteren Scheck vom Gemeindeausschuss entgegen nehmen, der den Erlös seines „Suppentages“ übergab.
- FRITZ-Kolumne: Heiligabend und die Nordfrautanne
Kolumne an Heiligabend Von Julius Höffmann Die Nordmanntanne gilt als Liebling in deutschen Weihnachtshaushalten. Foto: Adobe Stock Sagen wir es, wie es ist: Diese Tanne nadelt nicht. Sie wirft nichts hin, sie wirft nichts um, sie wirft höchstens Schatten auf alte Familienkonflikte. Wochenlang steht sie da, mit Lichterketten umwickelt wie ein schlecht gefesselter Weihnachtsbraten, behängt mit Kugeln in Farben, die im Baumarkt vermutlich als „ungewöhnlich“ gelten. Und was macht sie? Nichts. Sie steht. Ruhig. Stabil. Würdevoll. Ist Raclette ein Essen? Während um sie herum diskutiert wird, ob Raclette wirklich ein Essen oder nur geschmolzene Verzweiflung ist, während jemand „Last Christmas“ zu früh abspielt und jemand anderes zu spät explodiert – bleibt sie einfach sie selbst. Das ist keine Nordmanntanne. Das ist emotionale Reife auf Nadeln. Eine Nordfrautanne , wenn man ehrlich ist. Symbolfoto: Adobe Stock Verlässlich wie Omas Plätzchen Sie braucht Wasser, ja. Aber Aufmerksamkeit? Nein. Lob? Auch nicht. Sie trägt alles, schweigt über alles und lässt sich nicht einmal anmerken, dass sie seit drei Wochen schief angeschaut wird, weil sie angeblich „diesmal kleiner wirkt als letztes Jahr“. Zuverlässig ist sie. Wie Omas Plätzchen. Allerdings ohne Rosinen, die niemand wollte. Nordfrau klingt nach Kompetenz Benannt wurde die Klassiker-Tanne nach Alexander von Nordmann, Botaniker, Mann, 19. Jahrhundert. Natürlich. Damals bekamen Bäume noch Männernamen. Geschichte eben. Ordnung. Schublade auf, Baum rein. Fertig. Dabei hätte „Nordfrautanne“ so viel besser gepasst. Klingt nach Kompetenz. Nach Wärme. Nach jemandem, der den Überblick behält, während andere schon wieder Geschenkpapier suchen, das wirklich nachhaltig ist. Gleichstellung Vielleicht ist es Zeit für ein Rebranding. Gleichstellung im Wald. Alternativ: Nordelterntanne. Nordmanagerin. Oder einfach: Nordmenschentanne. Oder, ganz revolutionär: Weihnachtsbaum. Denn am Ende ist klar: Diese Tanne hält Weihnachten zusammen. Still. Grün. Unerschütterlich. Die Hauptrolle spielt eben oft nicht der Lauteste, sondern der, der einfach stehen bleibt. Foto: Adobe Stock FRITZ wünscht frohe Weihnachten!
- Das Jahr bleibt zurück - aber wir gehen weiter
Kolumne zum Jahresende Von Julius Höffmann Symbolbild: AdobeStock Kennen Sie das? Ein Jahr geht zu Ende und der Kalender fordert quasi Bilanz. Sie denken über Erfolge und Misserfolge nach, nehmen sich vor, das eine oder andere in Zukunft zu korrigieren, vielleicht besser zu machen. Ich glaube: Wer nur zählt, was gelungen ist und was nicht, übersieht oft das Wesentliche: Leben – und damit auch dieses Jahr – ist kein Abschlussbericht mit klaren Daten. Es ist vielmehr ein Prozess, der sich ungeordnet fortsetzt. Ich kann mir vorstellen , dass auch Ihr ganz persönliches Jahr nicht frei von Brüchen war. Unsicherheiten, Diskussionen, Müdigkeit und Momente, in denen sich unzählige Fragen stellten und genauso viele Antworten fehlten. Wir wünschen uns Stabilität, leben aber im ständigen Wandel und müssen damit umgehen. Diese Erkenntnis kann verunsichern – oder befreien. Denn sie erinnert uns daran, dass Stillstand keine Lösung ist und Veränderung nicht automatisch Verlust bedeutet. Philosophisch betrachtet stellt sich zum Jahresende immer auch die Frage nach Sinnhaftigkeit. Haben Sie ihn entdeckt? Den Sinn des Leben? Ihres Lebens? Nach meiner Überzeugung ist Sinn nichts, was fertig vor uns liegt. Das Leben stellt uns Fragen – nicht umgekehrt. Trotz aller Kritik am Tempo, am Lärm, an der oft spürbaren Überforderung unserer Zeit bleibt das Fazit: Hoffnung speist sich nicht aus der Annahme, dass alles gut wird, sondern aus der Erfahrung, dass wir mit dem Unvollkommenen umgehen müssen. So endet dieses Jahr nicht mit einem Schlussstrich, sondern mit einer Fortsetzung. Nicht aus Euphorie, sondern aus Notwendigkeit. Und vielleicht ist gerade das eine Form von Zuversicht: weiterzumachen, nicht weil alles Sinn ergibt, sondern weil Leben gelebt werden will. Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr mit viel Gesundheit und möglichst vielen sinnbefreiten Momenten .
- Neujahrs-Kolumne: Der Kofferraum des Vergessens
Kolumne Von Julius Höffmann Die Hündin fühlte sich im Kofferraum pudelwohl und verhielt sich mucksmäuschenstill. Foto: AdobeStock Es gibt Tage , da trägt man so viele Gedanken mit sich herum, dass selbst der Kopf dringend einen zusätzlichen Raum bräuchte. Und wie ein Kofferraum wird auch dieser gelegentlich einfach zugemacht – mitsamt Inhalt. So jetzt geschehen bei einer Frau aus Friesoythe, die nur schnell einkaufen wollte. Rein ins Auto, losgefahren, zurückgekommen. Ein ganz normaler Ablauf, bis auf ein kleines Detail: Die Hündin. Normalerweise steht sie bei der Heimkehr geschniegelt vor Freude an der Haustür. Dieses Mal: nichts. Kein Wedeln, kein Jaulen, kein „Wo warst du so lange?“. Die Suche begann routiniert und endete panisch. Rufen half nicht. Keller? Leer. Das Gartentor stand offen – das Kopfkino gleich mit. Gedanken rasten schneller als jeder Einkaufswagen im Sonderangebot. In dieser Mischung aus Sorge und Zerstreutheit öffnete die Frau schließlich den Kofferraum. Und siehe da: Dort lag die vermisste Hündin. Still. Entspannt. Offensichtlich der Meinung, man könne es schlechter treffen. Kein Laut, kein Vorwurf, nur ein Blick, der sagte: Warum so aufgeregt? Die Geschichte hat ein gutes Ende, einen gehörigen Lacher im Nachhinein – und eine kleine Erkenntnis: In diesen Tagen haben wir oft einfach zu viel im Kopf. Termine, Nachrichten, To-do-Listen. Dinge werden „nebenbei“ erledigt, manchmal sogar zu gut. So gut, dass man vergisst, was – oder wer – gerade noch dabei war.










