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  • Friesoythe und die Kunst des gepflegten Gleichstands

    Der Sonntags-Fritz Von Julius Höffmann Das Rathaus in Friesoythe. Foto: Stadt Vom Mehrheitsmodell zum politischen Patt In Friesoythe ist die Kommunalpolitik derzeit so spannend wie lange nicht mehr. Wo früher Mehrheiten einigermaßen zuverlässig funktionierten, regiert nun das große kommunalpolitische Rechnen. Aus einem satten 7:5 wurde plötzlich ein elegantes 6:6 – und damit die Erkenntnis: Auch in Ausschüssen kann man unentschieden spielen. Ein Parteiaustritt verändert die politische Statik Auslöser der neuen Kräfteverhältnisse ist Ratsherr Olaf Eilers, der die SPD verlassen hat und nun politisch eigene Wege gehen möchte. Die Partei reagierte darauf konsequent und schloss ihn aus der Fraktion aus. In Berlin würde man vermutlich von einer „Neuordnung der politischen Kräfteverhältnisse“ sprechen. In Friesoythe reicht dafür ein sorgfältig vorbereitetes Fraktionstreffen am Montagabend. Im Rathaus wird's spannend. Foto: höf Der Versuch eines klärenden Gesprächs Auch der Versuch, noch einmal das Gespräch mit Eilers zu suchen, gehört natürlich zur kommunalpolitischen Folklore. Dass daraus am Ende kein klärendes Gespräch wurde, passt irgendwie zur modernen Zeit: Früher traf man sich regelmäßig im Vereinsheim, heute wartet man vermutlich darauf, dass zwei blaue Haken erscheinen. Wenn plötzlich jede Stimme zählt Plötzlich zählt jede Stimme. Sitzungen könnten künftig davon abhängen, ob jemand im Feierabendverkehr festhängt oder beim Schützenfest doch noch „nur kurz auf ein Getränk“ geblieben ist. Kommunalpolitik wird damit fast ein wenig wie im Finale der Bundesliga: Jeder Punkt zählt. Streit im Rat, Begegnung beim Bäcker Und trotzdem bleibt Friesoythe Friesoythe. Trotz aller Verschiebungen betonen die Beteiligten weiterhin die gute Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg. Das ist vermutlich das große Geheimnis vieler Rathäuser: Man diskutiert engagiert, stimmt unterschiedlich ab – und trifft sich später doch wieder voller Harmonie beim Bäcker oder auf dem Stadtfest. Bis zur Kommunalwahl bleibt es spannend Bis zur Kommunalwahl dürfte es jedenfalls nicht langweilig werden. Die politische Landschaft sortiert sich neu, Mehrheiten werden knapper, und irgendwo zwischen Verwaltungsausschuss und Wahlvorschlägen zeigt sich einmal mehr: Die besten Geschichten schreibt manchmal eben nicht Berlin, sondern das Rathaus vor Ort. Zum Beispiel in Friesoythe.

  • Deutscher Landkreistag tagt an der Talsperre

    Der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Deutschen Landkreistages tagte zum ersten Mal im Oldenburger Münsterland. Foto: Frank Beumker Landkreis Cloppenburg. Der Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Deutschen Landkreistages (DLT) hat seine 179. Sitzung im Landkreis Cloppenburg durchgeführt. Der kommunale Spitzenverband der 294 deutschen Landkreise nutzte den zweitägigen Aufenthalt im Oldenburger Münsterland, um aktuelle Fragen der Wirtschafts- und Verkehrspolitik zu beraten – und sich zugleich vor Ort ein Bild von einer der dynamischsten Wachstumsregionen Deutschlands zu machen. Als Gastgeber begrüßte Clopprnburgs Landrat Johann Wimberg die Mitglieder des Ausschusses aus den verschiedenen Bundesländern unter Vorsitz von Landrat Udo Recktenwald (Landkreis St. Wendel/Saarland) im Hotel Heidegrund an der Thülsfelder Talsperre. Wimberg gehört als Vorsitzender des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses des Niedersächsischen Landkreistages auch dem Gremium des Deutschen Landkreistages an. Der Ausschuss tagt zweimal jährlich jeweils in einem anderen Bundesland. „Vom Armenhaus zur Boomregion“ Den regionalen Auftakt setzte Wimberg mit einem Vortrag über die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Cloppenburg. Unter dem Titel „Vom Armenhaus zur Boomregion“ zeichnete er nach, wie sich die Region in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wirtschaftlichen Kraftzentrum entwickelt hat – und welche Faktoren diesen Wandel ermöglichten. Zugleich sprach er aktuelle Herausforderungen offen an: „Dass die Stromnetze unsere Nachfrage nach Strom nicht mehr ausreichend bedienen können, darf in einer Region, in der wirtschaftliches Wachstum noch möglich ist, nicht geschehen. Da muss die Politik in Berlin und Hannover schnellstmöglich die Weichen stellen.“ Mobilität, Infrastruktur und Bürokratieabbau Die Sitzungsagenda spiegelte die Bandbreite kommunaler Aufgaben wider. Ein Gastvortrag von Referatsleiter Dr. Bastian Alm vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beschäftigte sich mit der Weiterentwicklung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Sitzungsteilnehmer waren sich einig, dass Förderprogramme allein nicht ausreichen, wenn zentrale Rahmenbedingungen wie Energiepreise, Infrastruktur, Deregulierung und Entbürokratisierung nicht stimmen. Dr. Alm könne aus Sicht der Landkreise die Botschaft mitnehmen, „dass es fünf nach zwölf ist“. „Wir haben keine Zeit mehr“, stellte das Gremium einstimmig fest. Dr. Ulrike Strohkark von DB InfraGO stellte zudem die neue Kompetenzstelle „Bahnhofsvorplatz & Anschlussmobilität“ vor. Weitere Themen waren unter anderem das Deutschlandticket, autonomes Fahren im ÖPNV, die Zentralisierung der Kfz-Zulassung, neue Kennzeichenregelungen, das Infrastruktur-Zukunftsgesetz sowie aktuelle Entwicklungen im EU-Recht. Werksbesuch bei Kalkhoff Am zweiten Veranstaltungstag stand ein Betriebsbesuch beim Fahrradhersteller Kalkhoff im ecopark in Emstek auf dem Programm. Geschäftsführer Manuel Behlen begrüßte die Delegation vor Ort. Bei einer Werksführung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die Produktion und konnten anschließend bei einer Probefahrt aktuelle Modelle des traditionsreichen Unternehmens testen.

  • CDU-Mitglieder nominieren Christoph Burtz als Bürgermeisterkandidat

    Nun ist es offiziell: Burtz soll Nachfolger von Hermann Block werden. CDU-Vorstand steht geschlossen hinter Burtz: Michael Oltmann, Claudia Gorke, Stefan Sandmann, Christopher Schöne, Christoph Burtz, Benjamin Dirks und Egon Näser. Foto: Martin Pille Die außerordentliche Mitgliederversammlung des Gemeindeverbands der CDU Bösel hat Christoph Burtz jetzt mit 96 Prozent der Stimmen als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September 2026 offiziell nominiert. Der parteilose Bewerber war zuvor einstimmig vom Vorstand der CDU Bösel vorgeschlagen worden. Das teilte dessen Vorsitzender Christopher Schöne in einer Presseerklärung mit. Nach seinen Worten stellten sich die Mitglieder mit diesem deutlichen Ergebnis geschlossen hinter die Kandidatur des gebürtigen Böselers. Burtz leitet bei der Gemeinde Bösel den Fachbereich Infrastruktur und Gemeindeentwicklung. Seine berufliche Laufbahn begann bereits 2003 mit der Ausbildung im Rathaus. Für Schöne ist das Ergebnis „ein klares Signal für die kommenden Monate“: „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie groß das Interesse an dieser Personalie war. Mit diesem starken Ergebnis haben unsere Mitglieder heute für Klarheit gesorgt“. Burtz stehe für Verlässlichkeit, Fachwissen und einen sachlichen Kurs für die Gemeinde. Darauf und auf Erfahrung, Kontinuität und einen engen Bezug zur Gemeinde setze die Partei. In den kommenden Monaten wollen die CDU Bösel und ihr Bürgermeisterkandidat gemeinsam den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen und die Zukunftsthemen der Gemeinde in den Mittelpunkt stellen.

  • Tausende Bienen schwärmen aus: Spektakulärer Einsatz in Bösel

    Mit einer speziellen Schwarmfangkiste nahm Hobby-Imker Dirk Mammen die Bienen in Obhut. Fotos: Martin Pille Bösel (pi) - Ein Bienenschwarm am Hölker Weg sorgte jetzt für ein seltenes Naturschauspiel: Der Böseler Hobby-Imker Dirk Mammen fing vor dem Haus seiner Eltern einen Schwarm tausender Honigbienen ein – ein Ereignis, das selbst erfahrene Imker immer wieder fasziniert. Denn mit dem Ausschwärmen eines Volkes entsteht praktisch ein neues Bienenvolk. Schnell fanden sich zahlreiche Zuschauer ein, denn für viele Menschen ist das Auftauchen eines Schwarms ein beeindruckendes Erlebnis: Tausende Bienen erfüllen gleichzeitig die Luft, begleitet von einem tiefen, brausenden Summen. Mit ruhiger Hand und viel Erfahrung besprühte der Imker die dicht gedrängte Bienentraube in einem Strauch im Vorgarten zunächst vorsichtig mit einem Wasserzerstäuber. „Dadurch werden die Tiere beruhigt und am Auffliegen gehindert“, erläuterte Mammen. Anschließend schlug er den Schwarm mit einem kräftigen Ruck in eine spezielle Schwarmfangkiste. Die verbliebenen Bienen fanden kurz darauf selbstständig den Weg in die Kiste, nachdem sicher war, dass die Königin mit eingefangen war. Danach kam der Schwarm zunächst für einige Zeit an einen kühlen und dunklen Ort – unter Imkern als „Kellerhaft“ bekannt. Dort beruhigen sich die Tiere, bevor sie am Abend in einen neuen Bienenstock, also ihre zukünftige Behausung, einziehen konnten. Auf eine Schutzbekleidung aus Schleier, Jacke und Handschuhe mochte Mammen indes nicht verzichten: „Ein Bienenschwarm gilt allgemein als friedlich, denn die Tiere haben vor dem Auszug große Mengen Honig aufgenommen, von denen sie mehrere Tage zehren können. Deshalb zeigen sie in dieser Phase meist kaum aggressives Verhalten. Aber Sicherheit ist besser“, so der Hobbyimker. In dieser Phase sind Bienen nicht aggressiv, weiß Dirk Mammen. Trotzdem: sicher ist sicher. Über das Schwärmen wundert sich Mammen nicht, denn das gehört zum natürlichen Fortpflanzungstrieb eines Bienenvolkes. Ab Ende April beginnt ein starkes Volk damit, neue Königinnen heranzuziehen. Kurz bevor diese schlüpfen, verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volkes den Stock, um eine neue Unterkunft zu suchen. Zunächst sammelt sich der Schwarm oft als Traube an Ästen, Hecken oder anderen Orten, während sogenannte Pfadfinderbienen eine geeignete Behausung suchen. Fundorte werden durch Schwänzel- oder Rundtänze an die Sammelbienen in der Traube übermittelt. Für die Bienen ist dieser Moment jedoch riskant. In freier Natur haben Bienenschwärme heute nur geringe Überlebenschancen. Der gefährlichste Feind der Bienen, die Varroa-Milbe, aber auch Nahrungsmangel oder fehlende geeignete Nistplätze setzen den Tieren stark zu. Deshalb war das Auftauchen des Schwarms nicht nur für den Imker ein Glücksfall, sondern auch für die Bienen, dass sie an diesem Nachmittag in Obhut genommen wurden.

  • Rollerfahrer (14) verstirbt bei Verkehrsunfall im Saterland

    Nach Angaben der Polizei kam es am Mittwochabend zu einer Kollision auf der Koloniestraße. Zu einem tödlichen Verkehrsunfall ist es am Mittwochabend auf der Koloniestraße / Danziger Straße im Saterland gekommen. Nach Angaben der Polizei wollte ein 14-jähriger Rollerfahrer gegen 21.55 Uhr die Koloniestraße überqueren. Im Kreuzungsbereich kam es zum Zusammenstoß mit einem Pkw, der Vorfahrt hatte. Der 42-Autofahrer aus dem Saterland stand unter Schock, blieb ansonsten unverletzt. Der Rollerfahrer verstarb noch an der Unfallstelle. Der Sachschaden wird auf rund 11.500 Euro geschätzt. Die Koloniestraße (K297) musste bis tief in die Nacht voll gesperrt werden.

  • Geranien trotzen den Eisheiligen am alten Rathaus

    Bei der Arbeit: Bernd Stuke, Bernd Dedden (hinten), Dorothea Kuhlmann-Arends, Sabine Dedden und Andrea Block (von links) sorgen als Mitglieder des Friesoyther Aktionskreises am alten Rathaus Stadtmitte für blühendes Leben. Foto: Claudia Wimberg Friesoythe (cl). Die Eisheiligen sind da und haben kühles und wechselhaftes Wetter gebracht. Der Kälteschock mit winterlichen Nächten bleibt laut Meteorologen allerdings aus. Somit können die aktuellen Temperaturen den frostempfindlichen Geranien nichts anhaben, die der Aktionskreis Friesoythe „Wir gestalten unserer Stadt“ in Kästen gepflanzt hat, um das alte Rathaus Stadtmitte aufblühen zu lassen. Zwar steht das städtische Gebäude zurzeit leer, „aber es bleibt ein zentraler Mittelpunkt und wir möchten es zumindest von außen wieder schick machen“, sagte Vorsitzende Dorothea Kuhlmann-Arends. Nach dem Auszug des Bildungswerks 2023 legten die Mitglieder ihr bis dahin stets fest im Terminkalender verankerte Projekt auf Eis, entschieden sich nun jedoch für eine Neuauflage und legten am Namenstag des Heiligen Pankratius (12. Mai) tatkräftig Hand an. Den Auftakt der insgesamt fünf „kalten Tage“ bildet am 11. Mai der Heilige Mamertus. Nach Servatius am 13. und Bonifatius am 14. Mai folgt Sophia als einzige Frau zum Finale. Laut einer aus dem Mittelalter überlieferten Bauernregel sind die Gedenktage der katholischen Bischöfe und Märtyrer gefürchtet, da sich Mitte Mai noch mal Polarluft auf den Weg machen kann. Für manche Gehölze und Pflanzen ein tödliches Phänomen, wenn das Thermometer unter null Grad sinkt. Klimawandel und regionale Unterschiede zum Trotz: Die Eisheiligen sind über Jahrhunderte im Bewusstsein geblieben und machen gemäß dieser mal mehr, mal weniger verlässlichen Wetterregel ab dem 15. Mai dem Sommer Platz.

  • Zwischen Himmel und Bollerwagen

    Die FRITZ-Kolumne zum Feiertag Symbolbild: Adobe Stock Es ist einer der eigentümlichsten Feiertage des Jahres: Offiziell feiern wir Christi Himmelfahrt. Inoffiziell scheint es vor allem ein Tag zu sein, an dem Menschen gemeinsam losziehen — mit Bollerwagen, Proviant und dem festen Vorsatz, das Leben für ein paar Stunden etwas leichter zu nehmen. Vielleicht entstand der Vatertag tatsächlich irgendwann aus dem Wunsch heraus, auch den Männern einen besonderen Tag zu schenken. Einen Anlass, nicht für große Gesten oder Geschenke, sondern für Zeit miteinander. Für Gespräche unterwegs, spontane Umwege und das angenehme Gefühl, gemeinsam durch den Tag zu treiben. Blumen gegen Bratwurst Der Verdacht liegt nahe, dass der Vatertag einst aus purem Neid auf den Muttertag entstanden ist. Während Mütter Blumen, Frühstück ans Bett und selbst gemalte Herzen bekommen, dachten sich viele Männer vermutlich: „Schön. Aber was ist mit Bratwurst?“ So begegnet man jedes Jahr kleinen Gruppen auf Feldwegen, an Flussufern oder zwischen Biergärten: Freunde, Väter, Brüder, Kollegen — manchmal alles zugleich. Die einen tragen den Grill, die anderen die Bluetooth-Box, und irgendwer behauptet stets, den besten Weg zu kennen. Bemerkenswert ist dabei die Großzügigkeit des Begriffs „Vatertag“: Mitfeiern dürfen auch kinderlose Freunde, Kollegen und der Nachbar, der einfach zufällig einen Bollerwagen besitzt. Die eigentliche Botschaft Und irgendwie steckt darin auch etwas sehr Deutsches: gemeinsam aufbrechen, alles ein bisschen organisieren — und am Ende trotzdem einfach den Moment genießen. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Botschaft dieses Tages: Für den Weg nach oben reicht manchmal ein Feldweg, gute Gesellschaft und ein kühles Getränk in der Hand.

  • SPD wirft Eilers aus der Fraktion und verliert Mehrheit in Ausschüssen

    Fraktionschefin Renate Geuter mit Kommentar Von Julius Höffmann Friesoythe. Die SPD Friesoythe hat Ratsherr Olaf Eilers aus der Stadtratsfraktion ausgeschlossen. Einen entsprechenden Beschluss der Fraktionsmitglieder vom vergangenen Montag bestätigte Vorsitzende Renate Geuter auf Anfrage von Fritz-online. Die Entscheidung hat erhebliche politische Folgen: Vor allem im Verwaltungsausschuss sowie in den Fachausschüssen verliert die SPD/Grünen-Gruppe damit ihre bisherige Mehrheit. Wie Geuter erläutert, sehen die Richtlinien der Partei einen solchen Schritt vor, nachdem Olaf Eilers seinen Austritt aus der SPD zum 1. April 2026 vollzogen hatte. Die Fraktionschefin hat sowohl den Betroffenen als auch die Friesoyther Stadtverwaltung schriftlich über die Entscheidung informiert. Ratsherr Olaf Eilers Zuvor habe die Fraktion mehrfach versucht, das Gespräch mit Eilers zu suchen. „Wir haben uns mehrmals bemüht, mit Olaf Eilers Kontakt aufzunehmen“, sagte Geuter. Auch zur Fraktionssitzung am vergangenen Montag sei er eingeladen worden, um Gelegenheit zur Stellungnahme zu erhalten. „Darauf hat Herr Eilers nicht reagiert.“ Eine solche Gesprächsbereitschaft sei jedoch die Mindestvoraussetzung für eine Klärung der Situation gewesen. Deshalb hätten sich die Fraktionsmitglieder letztlich klar für den Ausschluss ausgesprochen, da eine konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr möglich erscheine. Eilers habe zudem öffentlich angekündigt, mit der neu gegründeten Wählergemeinschaft "Freie Friesoyther Wähler“ (FFW) zur Kommunalwahl anzutreten und einen eigenen Wahlvorschlag einzureichen. Ob dies bereits offiziell erfolgt sei, „ist mir nicht bekannt“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende. Wahlvorschläge können noch bis zum 20. Juli bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte nach Parteiangaben ohnehin der sogenannte Unvereinbarkeitsbeschluss gegriffen. Geuter betont, die gesamte Vorgehensweise sei „sauber und rechtskonform“ abgearbeitet sowie dokumentiert worden. Sie habe sich mehrfach rechtlich abgesichert. Mit rund 30 Jahren Erfahrung als Ratsfrau – davon seit 2008 als Fraktionsvorsitzende – kenne sie die entsprechenden Richtlinien genau. Dass die SPD/Die Grünen-Fraktion mit dem Ausschluss ihre Mehrheit in den Ausschüssen verliert, sei der Fraktion bekannt gewesen. „Das war und ist uns durchaus bewusst“, erklärte Geuter. Dennoch habe man sich entschieden, „mit der Situation sauber umzugehen“. Bislang verfügte die SPD/Grünen-Fraktion in den Fachausschüssen über eine Mehrheit von 7 zu 5 Stimmen. Künftig wird es dort ein Patt von 6 zu 6 Stimmen geben. Auch im wichtigen Verwaltungsausschuss entsteht nun ein Gleichstand von 4 zu 4 Stimmen. Im Friesoyther Stadtrat verfügen die SPD/Die Grünen über 16 Stimmen, die CDU/FDP über 15 Stimmen. Hinzu kommt der Bürgermeister und in Zukunft Olaf Eilers als fraktionsloses Mitglied mit jeweils einer Stimme. Trotz der neuen Kräfteverhältnisse verweist Geuter auf die in den vergangenen Jahren vielfach konstruktive Zusammenarbeit mit der CDU/FDP-Fraktion. Viele Entscheidungen seien fraktionsübergreifend getroffen worden. Kommentar von Julius Höffmann Politische Klarheit hat ihren Preis Die SPD Friesoythe hat mit dem Ausschluss von Olaf Eilers ein deutliches Signal gesetzt – und dafür bewusst einen hohen politischen Preis in Kauf genommen. Denn mit dem Verlust der Mehrheiten in Ausschüssen schwächt sich die Fraktion selbst. Trotzdem war die Entscheidung am Ende wohl alternativlos. Wer aus einer Partei austritt, gleichzeitig aber politische Konkurrenz in Form einer neuen Wählergemeinschaft organisiert, muss mit einer Konsequenz rechnen. Für Olaf Eilers war diese Reaktion vermutlich keine Überraschung. Politik lebt von Vertrauen, Verlässlichkeit und gemeinsamer Linie. Genau dieses Fundament scheint zwischen beiden Seiten endgültig zerstört gewesen zu sein. Für Friesoythe bedeutet das eine neue politische Realität. Entscheidungen werden künftig stärker von Kompromissen abhängen. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Wenn alle Beteiligten den angekündigten konstruktiven Kurs ernst nehmen, könnte aus der neuen Kräftebalance sogar eine sachorientiertere Ratsarbeit entstehen. Dass das funktionieren kann, haben die Fraktionen bereits in der jüngsten Vergangenheit bewiesen. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt allerdings erst jetzt: Die SPD muss zeigen, dass sie auch ohne komfortable Mehrheit handlungsfähig bleibt. Und Olaf Eilers muss beweisen, dass hinter den „Freien Friesoyther Wählern“ mehr steckt als persönlicher Protest gegen die alte politische Heimat.

  • Hohefeld: In alter Grundschule entwickelt sich neues Dorfleben

    mit Kommentar Das Schild "Grundschule Hohefeld" hängt noch und erinnert an frühere Zeiten. Die Vorstandsmitglieder (von links) Bernd Hardenberg, Marianne von Garrel und Alfons von Garrel sowie Fitness- und Tanzlehrerin Dana Marcussen stellten die neue Nutzung des neuen Gebäudes vor. Altenoythe/Hohefeld. „Hier pulsiert das Leben“, gerät Marianne von Garrel bei der Vorstellung der renovierten alten Grundschule in Altenoythe/Hohefeld regelrecht ins Schwärmen. Wo früher unterrichtet wurde, sei heute ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen entstanden. Stimmt: Im ehemaligen Lehrerzimmer befindet sich inzwischen eine moderne Küche, in den früheren Klassenräumen wird getanzt, geturnt und gemeinsam gefeiert. Gleich nebenan treffen sich Vereine, Gruppen und Clubs zum Kaffee und Klönen, in der Kühlkammer stehen Getränkekisten. Die 1. Vorsitzende des Vereins Freunde und Förderer der Grundschule Hohefeld e. V. blickt gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Alfons von Garrel und Bernd Hardenberg auf eine bemerkenswerte Entwicklung des rund 100 Jahre alten Gebäudes zurück. Der Blick nach vorne Zunächst aber richtet sich der Blick nach vorne in die nahe Zukunft: Zu den nächsten Planungen gehört ein inklusiver Mehrgenerationen-Spielplatz mit naturnahen Aufenthaltsmöglichkeiten, ein Großprojekt, das zeitnah realisiert werden soll. Kosten der ambitionierten Maßnahme: rund 55 000 Euro. Fördersummen der Stadt, des Landkreises, der Banken, der Kleebaumstiftung, Gelder aus dem Leaser-Programm sowie eine große Portion Eigenleistung machen die Umsetzung möglich. Die ehemalige Grundschule Hohefeld. Fotos: Höffmann "Vatertagstour" mit Pommes und Bratwurst Doch alleine durch Fördermaßnahmen könnten die entstehenden Kosten nicht gedeckt werden. Rund 12000 - 15000 Euro müsse der Verein jährlich aufbringen (Unterhaltung, Heizung, Strom, Wasser, Versicherung). Dies sei durch die Mieteinnahmen der Fitnessangebote und Wohnungsvermietung sowie mit den Einnahmen von Veranstaltungen möglich. So zum Beispiel auch am kommenden Donnerstag, wenn bei Pommes und Bratwurst zur Vatertagstour mit "Boxenstopp" eingeladen wird. Der Blick zurück: Vom Protest zur starken Dorfgemeinschaft Seit 2004 engagiert sich der Verein für den Erhalt der Grundschule und die Förderung des Dorflebens. Gegründet wurde er einst als Reaktion auf die damals diskutierte Schließung der Schule. Über viele Jahre entstand daraus eine starke Gemeinschaft aus engagierten Mitgliedern und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Neue Aufgabe nach der Schulschließung Als die Grundschule schließlich zum 1. August 2020 geschlossen wurde, stand der Verein vor einer richtungsweisenden Entscheidung. Statt sich aufzulösen, nahm er eine neue Herausforderung mit einem neuen Satzungszweck an: den Erhalt und die sinnvolle Nachnutzung. Das Konzept eines naturnahen, inklusiven Mehrgenerationenortes für Jung und Alt entwickelte sich und stieß auf Akzeptanz. Im Juli 2023 verkaufte die Stadt Friesoythe das Gebäude schließlich für den symbolischen Preis von einem Euro an den Förderverein. Ehrenamtliches Engagement bringt neues Leben ins Haus Zahlreiche Ehrenamtliche investierten unzählige Stunden in die Sanierung und Belebung des Hauses. Innerhalb kurzer Zeit wurden Garagen für das Zeltlagerteam hergerichtet, eine Wohnung renoviert und vermietet, ein barrierefreier Zugang geschaffen sowie Möbel und Ausstattung organisiert. Auch Traditionen wie der St.-Martinsumzug kehrten zurück. 2024: Die ehemalige Schule wird zum Treffpunkt 2024 nahm das Projekt richtig Fahrt auf. Rund 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer arbeiteten nahezu durchgehend an der ehemaligen Schule. Es wurden Bodenbeläge verlegt, Wände geöffnet, Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, Elektrik modernisiert sowie Küchen eingebaut. Zusätzlich entstanden eine Veranda mit barrierefreiem Zugang und neue Aufenthaltsbereiche im Außenbereich. Dana Marcussen bietet in den früheren Klassenzimmern regelmäßige Tanzkurse, Yoga und Pole-Moves an. Heute wird das Gebäude fast täglich genutzt. Zum Angebot gehören unter anderem Yoga, Kinderturnen, Poledance sowie Sport- und Kursangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von Dana Marcussen und Claudia Schlörmann (pole-moves.de) professionell angeboten werden. Hinzu kommen private Familienfeiern, Klassentreffen, Grillabende und Weihnachtsfeiern. 2025: Weitere Investitionen und mehr Planungssicherheit Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Mitgliederzahlen wider, berichtet der Vorstand im Gespräch mit fritz-online: Während nach der Schulschließung nur noch rund 30 Mitglieder aktiv waren, zählt der Verein inzwischen etwa 110 Unterstützerinnen und Unterstützer. Auch 2025 wurde weiter investiert. Zu den umgesetzten Projekten gehören unter anderem eine behindertengerechte WC-Anlage, Brandschutzmaßnahmen, Pflasterarbeiten, die Fertigstellung der Elektrik sowie die Gestaltung des Außengeländes mit Baumbank, Sandkasten und neuem Geräteschuppen. Zudem sorgt die Aufnahme in die Förderrichtlinien für Dorfgemeinschaftshäuser der Stadt Friesoythe seit Februar 2025 für zusätzliche Planungssicherheit. Kommentar Von Julius Höffmann Mitten im Leben Was in Hohefeld entstanden ist, verdient mehr als nur anerkennende Worte. Die ehemalige Grundschule ist nicht einfach nur saniert worden – sie wurde mit Herzblut, Ideenreichtum und unzähligen ehrenamtlichen Stunden neu zum Leben erweckt. Dort, wo einst das Ende einer Schule drohte, wächst heute ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und des Zusammenhalts. Gerade in Zeiten, in denen vielerorts über schwindendes Ehrenamt und fehlendes Miteinander geklagt wird, setzt Hohefeld ein starkes Zeichen. Die engagierten Bürgerinnen und Bürger haben gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und an ihre Dorfgemeinschaft glauben. Ohne großes Aufheben, aber mit beeindruckender Tatkraft. Das Projekt beweist: Eine starke Gemeinschaft kann etwas bewegen. Sie kann Leerstand verhindern, Traditionen bewahren und gleichzeitig neue Perspektiven schaffen. Aus einem ehemaligen Schulgebäude ist Schritt für Schritt ein offener Treffpunkt für alle Generationen geworden – mitten im Leben. Genau solche Orte braucht der ländliche Raum: Plätze, an denen Gemeinschaft nicht nur beschworen, sondern tatsächlich gelebt wird. So kann es gelingen.

  • Böseler Rat besucht Baumschule Bruns in Bad Zwischenahn

    Mit dem Rasenmähertrecker ging es durch die langen Wege der Baumschule. Fotos: privat Bösel (pi). Warum besucht der Böseler Gemeinderat die Baumschule Bruns in Bad Zwischenahn? Es war 2020, als die Gemeinde Bösel mit der Baumschule einen Deal festmachte: Sie entnimmt an der Hermann-zur-Lage-Straße in Hülsberg ca. 120 Kupfer-Felsenbirnen, die in der Gartengestaltung sehr beliebt sind und pflanzt stattdessen Obst- und Vogelnährbäume an. Das gefiel damals nicht allen, denn es handelte sich um einen Windschutzstreifen, der seinerzeit vom Siedlungsamt angepflanzt wurde und im Frühjahr namensgebend blüht. Nun lud die Baumschule den Gemeinderat ein, damit der sich über den Fortschritt erkundigen konnte. Die Felsenbirne muss nämlich „aufgeschult“ werden. Das dauert mehrere Jahre, bevor sie in Schirmform verkauft werden kann. Die Baumschule Bruns verfügt über 600 Hektar Produktionsfläche rund um das Zwischenahner Meer. An zwei Betriebsstandorten gab es einen Überblick über ein breitgefächertes Sortiment an hochwertigen Laub- und Nadelgehölzen, Alleebäumen, Solitärpflanzen, Formgehölzen und Rhododendren. Ein Stopp legte man beim Betriebsstandort in Ohrwege ein, wo viele der in Hülsberg entnommenen Kupfer-Felsenbirnenbäume stehen. Mit dem Rasenmähertrecker ging es auch durch den Rhododendronpark Gristede, den die Gäste in voller Blüte genießen konnten. Bürgermeister Hermann Block (3.v.l.) überreichte einen Präsentkorb an Jan-Dieter Bruns (links) und Ehefrau Maria sowie Sohn und Geschäftsführer Jan-Gerd Bruns. Zuvor gab es im Verwaltungsgebäude einen Empfang für die Böseler, die sich in einem Film über die 150-jährige Firmengeschichte (seit 1876) informieren konnten, genauso lang wie die politische Gemeinde Bösel. Das Jubiläum wird übrigens von der Böseler Big Band Bösel musikalisch begleitet (wie bereits vor 25 Jahren). Bürgermeister Hermann Block überreichte als Dankeschön für die Gastfreundschaft einen Präsentkorb mit dem EUBO an Jan-Dieter Bruns (geschäftsführender Gesellschafter), seiner Frau Maria sowie Sohn und Geschäftsführer Jan-Gerd Bruns. Den gesellschaftlichen Abschluss der Informationstour bildeten ammerländische Vesper-Spezialitäten in einer Blockhütte.

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