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- Heiß. Heißer. Zuhause.
FRITZ am Sonntag Von Julius Höffmann Symbolbild: Adobe Stock Die Hitze hat inzwischen eine eigene Postleitzahl. Oben im Haus herrschen Temperaturen, bei denen Tiefkühlpizza schon beim Auspacken gar wird. Unten wäre es deutlich angenehmer – nur schläft es sich im Flur oder zwischen Waschmaschine und Getränkekisten auf Dauer auch nicht besonders stilvoll. Nachts stehen alle Fenster sperrangelweit offen. Das Ergebnis: Die warme Luft darf ungehindert hereinspazieren. Die Bettdecke ist längst ins Sommerquartier verbannt, das Laken wird kritisch beäugt und der Hund hechelt mit dem Ventilator um die Wette. Natürlich gibt es in diesen Zeiten jede Menge Hitzetipps: viel trinken, Rollläden runter, kalte Umschläge. Alles richtig. Aber irgendwann hilft nur noch Fantasie. Warum nicht den Wocheneinkauf auf drei Etappen verteilen – ausschließlich durch die Kühlabteilung? Oder das Gefrierfach zur persönlichen Wellness-Oase erklären? Fünf Minuten davor wirken manchmal besser als jeder Kurzurlaub. Die gute Nachricht: Irgendwann kommt garantiert wieder der Tag, an dem wir über Regen, Wind und 18 Grad schimpfen. Bis dahin gilt die einzige vernünftige Sommerregel: möglichst wenig bewegen, möglichst viel lachen – und bloß keine Diskussion anfangen. Die erzeugt nur zusätzliche heiße Luft.
- Mit Herz und Haltung: Rita Schorling würdevoll verabschiedet
Dank und Geschenke für die scheidende Schulleiterin: Bürgermeister Hermann Block verabschiedete Rita Schorling mit den Worten „Es hätte keine bessere Wahl gegeben“. Foto: Martin Pille Bösel (pi). „Einfach spitze, dass du da warst, wir danken dir dafür“ – mit diesem fröhlichen Lied des Kinderchores unter der Leitung von Bettina Theilmann begann eine Abschiedsfeier, die emotionaler kaum hätte sein können. Die Kinder der St. Martin-Grundschule brachten damit auf den Punkt, was viele der Gäste empfanden: Dankbarkeit für eine Schulleiterin, die die Schule über viele Jahre mit Herz, Verstand und Menschlichkeit geformt hat. Nach 13 Jahren als Rektorin der St. Martin-Grundschule und insgesamt 25 Jahren in leitender Verantwortung wurde Rita Schorling in den Ruhestand verabschiedet. Wegbegleiter aus allen Bereichen würdigten ihr Wirken und zeichneten das Bild einer Pädagogin, die stets den Menschen in den Mittelpunkt stellte. Mit dabei: Pastoralassistentin Ursula Klüsener für die katholische sowie Nicole Ochs-Schultz für die evangelische Kirche. „Wir sagen heute Dank“: Bewegende und lobende Worte für das Kollegium fand Susanne Michalik-Quent, die Schorlings Nachfolgerin als neue Rektorin wird, wie Bürgermeister Block bekannt gab. Auch Elternrat und Förderverein dankten für eine „wunderbare Zeit, in der du uns gerade in schwierigen Phasen stets den Rücken freigehalten hast“. Mit ihrer unkomplizierten, offenen Art habe Schorling bleibende Spuren hinterlassen. Auch der Bürgermeister sparte nicht mit Lob. „Es hätte keine bessere Wahl gegeben“, betonte er. Schorling sei jederzeit eine verlässliche Ansprechpartnerin gewesen. Besonders auch während der Corona-Pandemie habe sie die enormen Herausforderungen mit großer Besonnenheit gemeistert, erinnerte Block. Darüber hinaus seien mit ihrer Hilfe während ihrer Amtszeit rund zwei Dutzend Baumaßnahmen an der Schule erfolgreich umgesetzt worden. Für die Landesschulbehörde würdigte Dezernentin Heike Böttjer die scheidende Schulleiterin. Geduld und Humor hätten die vertrauensvolle Zusammenarbeit bestimmt. „Es hat immer Spaß gemacht“, sagte sie. Für die Kindergärten unterstrich Helga Hespe, dass die Miteinander stets von Respekt und Begegnungen auf Augenhöhe geprägt gewesen seien – beste Voraussetzungen für einen gelungenen Übergang der Kinder in die Grundschule. Schorlings Vorgänger Hans Werner ließ es sich nicht nehmen, Erinnerungen und persönliche Geschenke zu überreichen. Seine Worte machten deutlich, wie eng die Geschichte der Schule mit ihrer Nachfolgerin verbunden ist. Sichtlich bewegt trat Rita Schorling schließlich selbst ans Rednerpult. Mit den Worten „Ich habe des Guten genug erfahren“ dankte sie allen Rednerinnen und Rednern und bezog diesen Satz auf ihre gesamte berufliche Laufbahn. Das Wichtigste in Bösel sei für sie immer das gute Zusammenwirken und der starke Zusammenhalt gewesen. Namentlich erwähnte sie auch den Fachbereichsleiter im Rathaus, Josef Runden. Zum Abschluss wartete noch eine besondere Überraschung: Thorsten Lager mit seinem Gesang und Luis Weimann am Saxophon vom Niedersachsen Sound Orchester interpretierten den Welthit „My Way“ – ein musikalischer Gruß, der kaum besser zu einer Pädagogin hätte passen können, die ihren eigenen Weg gegangen ist und für viele Menschen Wegbegleiterin, Zuhörerin, Mutmacherin und damit das prägende Gesicht der St. Martin-Grundschule war und dort noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.
- Bösel zündet den Bauturbo
Wohnungsbau im Innenbereich der Gemeinde schneller und einfacher umsetzen mit Hilfe des Bauturbos. Foto: Martin Pille Bösel (pi). Nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt, Planung, Bau und Verkehr hat nun auch der Gemeinderat zeitlich befristete Leitlinien für den sogenannten „Bauturbo“ einstimmig beschlossen. Der soll der Gemeinde mehr rechtliche Flexibilität geben, ohne deren Entscheidungshoheit aufzuheben. Damit will sie dem Wohnungsbau Beine machen und vorrangig Baulücken, Brachflächen und Leerstände in den bestehenden Siedlungsgebieten ausnutzen. Die gemeinsame Beschlussvorlage der Ratsmitglieder will allerdings nur dem Innenbereich der Gemeinde Priorität geben. Der Außenbereich wurde aus dem Beschluss herausgehalten. Der Rat befürchtet für ihn dabei den Verlust von Landwirtschaftsflächen, Natur- und Umweltkonflikte, und Vorleistungen und Folgekosten unter anderem für Straßen, Kanalisation sowie Schul- und Kitakapazitäten. Durch Projekte im Außenbereich befürchten die Mitglieder zudem unumkehrbare Präzedenzfälle, Probleme der Gleichbehandlung besonders bei der Begrenzung und Steuerung von Wohnbauvorhaben sowie planerisch ungewollte Zersiedelungen im Gemeindegebiet. Dafür müssten „rechtssichere Kriterien entwickelt werden“, sagte Bürgermeister Hermann Block bei der Bewertung der Beschlussvorlage. Die hielt auch der Ausschuss-Vorsitzende Thomas Butz für einen „guten Einstieg in den Bauturbo ohne Fallstricke“. Eventuell will sich der Rat nach einer Evaluierung in zwei Jahren auch mit dem Außenbereich beschäftigen. Bis dahin wird der Bauturbo auch nicht auf Flächen angewendet, die zwar im Flächennutzengsplan liegen, aber noch nicht von einem Bebauungsplan umfasst sind. Mit der Unterstützung der neuen Regelungen parallell zum bereits bestehenden Dichtekonzept soll mit vergeichbaren Beschlüssen so der dringend benötigte Wohnungsbau vor Ort durch den Abbau bürokratischer Hürden schneller, einfacher und kostengünstiger umgesetzt werden. Der Bauturbo, der wichtige Kontrollmechanismen des regulären Planungsrechts aushebelt, basiert auf einer befristeten Gesetzesreform des Landes Niedersachsen, die bis Ende 2030 gilt. Die Ratsmitglieder waren sich einige darin, die Lernphasen größerer Kommunen zu nutzen, um aus deren Erfahrungen mit praktischen Umsetzungsfällen zu profitieren.
- Hitze belastet Tiere: Veterinäramt mahnt zur Vorsicht
Symbolbild: Adobe Stock Landkreis Cloppenburg. Aufgrund der für das Wochenende prognostizierten extrem hohen Temperaturen richtet das Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg einen dringenden Appell an alle Veranstalter, Vereine sowie private Tierhalter. Ziel ist es, gesundheitliche Schäden und vermeidbares Leid für Tiere durch die außergewöhnliche Hitzebelastung zu verhindern. Aus Sicht des Veterinäramtes sollte auf Veranstaltungen mit Tieren, bei denen diesen sportliche oder sonstige Leistungen abverlangt werden oder die im Freien stattfinden, nach Möglichkeit verzichtet werden. Dies betrifft insbesondere Reitturniere, Zuchtausstellungen, Tiermärkte sowie vergleichbare Veranstaltungen. Selbst bei Vorliegen eines umfassenden Hitzeschutzkonzeptes wird die Durchführung entsprechender Veranstaltungen an diesem Wochenende als kritisch bewertet. Die Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung und körperlicher Belastung kann trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen und für die Tiere lebensbedrohlich werden. Auch im privaten Bereich sind Tierhalter gefordert, ihre Tiere vor den Auswirkungen der Hitze zu schützen. Sowohl Haus- als auch Nutztiere reagieren besonders empfindlich auf hohe Temperaturen. Da viele Tierarten ihre Körpertemperatur nicht durch effektives Schwitzen regulieren können, sind sie einer Überhitzung häufig schutzlos ausgesetzt. Das Veterinäramt bittet daher alle Tierhalter im Kreisgebiet, Haltung, Unterbringung und Betreuung ihrer Tiere an die aktuelle Wetterlage anzupassen. Besonders wichtig sind dabei folgende Maßnahmen: Auf sportliche Aktivitäten mit Tieren, wie das Laufen am Fahrrad oder längere Spaziergänge während der heißen Mittags- und Nachmittagsstunden, sollte vollständig verzichtet werden. Tiere müssen jederzeit Zugang zu ausreichend schattigen Rückzugsorten sowie zu frischem, sauberem und kühlem Trinkwasser haben – sowohl auf Weiden als auch in Haus und Stall. Tiere dürfen keinesfalls in abgestellten Fahrzeugen zurückgelassen werden. Bereits nach wenigen Minuten können im Fahrzeuginneren lebensgefährliche Temperaturen entstehen. Auch leicht geöffnete Fenster bieten keinen ausreichenden Schutz. Gehege und Käfige von Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögeln sind konsequent vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. In Innenräumen und Wintergärten ist zudem auf eine ausreichende Belüftung zu achten, um einen Hitzestau zu vermeiden.
- Anlieger in Altenoythe befürchten finanzielles Desaster
Die Anlieger der Beethovenstraße in Altenoythe befürchten ein "finanzielles Desaster". Foto: Höffmann Altenoythe. Von einem „finanziellen Desaster“ für zahlreiche Familien an der Beethovenstraße in Altenoythe sprach Anwohner Markus Banemann während der jüngsten Sitzung des Friesoyther Stadtrates im Dorfgemeinschaftshaus. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde übte er deutliche Kritik am Umgang der Stadtverwaltung mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern. Nach Angaben Banemanns seien den Anliegern im Zusammenhang mit den geplanten Ausbaumaßnahmen wiederholt Ablöseverträge zugesagt worden. Bis heute lägen den Betroffenen jedoch keine entsprechenden Vereinbarungen vor. „Ich frage Sie, ob es gängige Praxis in der Stadt Friesoythe ist, mit den Bürgern so umzugehen“, erklärte Banemann. Vor allem junge Familien und Rentner stünden derzeit vor großer Unsicherheit, da sie nicht abschätzen könnten, welche finanziellen Belastungen letztlich auf sie zukämen. Für die Stadtverwaltung nahm Matthias Neiteler, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Stellung. Er verwies auf die rechtliche Situation und die Einschätzung eines von der Stadt konsultierten Fachanwalts. Verlässliche Ablöseverträge könnten demnach erst dann angeboten werden, wenn sämtliche Maßnahmen abschließend kalkuliert seien und belastbare Zahlen vorlägen. Gleichzeitig kritisierte Neiteler das Verhalten einiger Anlieger bei einer kürzlich durchgeführten Baubesprechung mit einem städtischen Mitarbeiter. Dieser sei von mehreren Teilnehmern verbal angegangen worden. Dabei sei ihm unter anderem vorgeworfen worden, falsche Zahlen vorzulegen. „Wir fälschen keine Zahlen“, stellte Neiteler klar. Ein derartiger Umgang sei nicht akzeptabel. Sollte sich ein solches Verhalten wiederholen, müsse die Stadt künftig auf weitere Baubesprechungen verzichten. Auch andere Anwohner meldeten sich während der Sitzung zu Wort. Sie bemängelten die aus ihrer Sicht unzureichende Kommunikation der Verwaltung und sprachen von „falschen Versprechungen“. So habe man den Bürgern zugesichert, dass Ablöseverträge noch vor Beginn der Bauarbeiten vorliegen würden. „So ist es uns gesagt worden“, betonte Ulrike Albers. Tatsächlich hätten die Baumaßnahmen inzwischen begonnen, während die angekündigten Verträge weiterhin ausstünden.
- Ist zinslose Verrentung möglich? Eilers widerspricht der Verwaltung
Friesoythe. Ratsherr Olaf Eilers drängte in der jüngsten Friesoyther Ratssitzung darauf, seinen Antrag auf Einführung einer zinslosen Verrentung nicht ohne weitere Beratung beiseitezulegen. Verwaltung sieht rechtliche Hürden Olaf Eilers. Foto: privat Zuvor hatte Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers deutlich gemacht, dass sie dem Vorstoß nur geringe bis gar keine Erfolgsaussichten einräume. Die Thematik sei bereits mehrfach geprüft worden. Nach Einschätzung eines Fachanwalts wäre eine zinslose Verrentung rechtswidrig. Vor diesem Hintergrund könne der Stadtrat den Antrag eigentlich nicht einmal ablehnen, da er rechtlich nicht zulässig sei. Stattdessen könne das Gremium beschließen, sich mit dem Antrag gar nicht erst weiter zu befassen. Angesichts zahlreicher anderer Themen müsse man sich die Frage stellen, ob eine weitere Beratung sinnvoll sei. Eilers widerspricht deutlich Mit dieser Einschätzung wollte sich Olaf Eilers jedoch nicht zufriedengeben. „Ich halte Ihre Aussage für nicht korrekt“, entgegnete der fraktionslose Ratsherr während der Sitzung und bestand auf einer inhaltlichen Behandlung seines Antrags. Rückblende: Entlastung bei Anliegerbeiträgen gefordert Eilers hatte seinen Vorstoß bereits vor einiger Zeit eingebracht. Hintergrund sind die teilweise erheblichen Kosten, die auf Grundstückseigentümer bei Straßenausbau- und Erschließungsmaßnahmen zukommen können. Als Alternative zu einer sofortigen Zahlung verweist der Ratsherr auf eine bereits bestehende Verrentungsrichtlinie der Stadt Friesoythe. Diese ermöglicht betroffenen Eigentümern, fällige Beiträge über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren in Raten zu begleichen. Allerdings werden die ausstehenden Beträge derzeit verzinst. Hier setzt der Antrag von Eilers an. Er fordert, den Zinssatz auf null Prozent zu senken. Dadurch sollen Hauseigentümer vor hohen finanziellen Belastungen geschützt und eine langfristige Finanzierung erleichtert werden. Ob sich der Stadtrat künftig erneut mit dem Antrag befassen wird, blieb zunächst offen.
- Nach der Verwüstung: St. Marien Friesoythe räumt auf
Mit Heißluft: Hildegard Hettwer entfernt im Altarraum den Wachs des „Ewigen Lichts“, das der Täter von der Wand auf den Boden schleuderte. Fotos: Claudia Wimberg Friesoythe. Auf dem Orgelboden entfernt Gerd Bley die letzten Glasreste aus dem Fensterrahmen, Maria Wübben fegt die Scherben der Schutzscheibe zusammen. Ein paar Meter weiter deckt Josef Averbeck die zerstörte Abstraktion der Orgel vorsorglich ab und Bernd Gründing hat sich den demolierten Schrank für den Streamingdienst vorgenommen. „Der ist noch zu retten“, erklärt der Tischlermeister und setzt den Akkuschrauber an. Aufräumen hieß es in der Friesoyther St. Marien Kirche, die in der Nacht zu Montag (22. Juni) zum Tatort wurde. Wie berichtet, wird ein 25-jähriger Friesoyther verdächtigt, im gesamten Gotteshaus randaliert und erhebliche Schäden verursacht zu haben. Der Mann, den die Polizei als psychisch auffällig beschrieb, konnte noch im Gebäude von Beamten des Friesoyther Kommissariats gestellt werden. Die Spuren sind gesichert, die Ermittlungen laufen. Auf dem Orgelboden: Gerd Bley und Maria Wübben beseitigen die Scherben einer eingeschlagenen Schutzscheibe. Aktuell wird die geschlossene Kirche für ihre geplante Öffnung am Mittwoch, 1. Juli, hergerichtet. Helfende Hände dafür zu finden „ging ganz schnell“, dankte Josef Averbeck als Mitarbeiter des Pfarrteams Seelsorgerin Hedwig Sänger, die kurzerhand zum Telefon gegriffen und eine Gruppe ehrenamtlicher Gemeindemitglieder aktiviert hatte. Sachverständige des Offizialats waren bereits vor Ort, um die vom Vandalismus betroffenen Heiligenfiguren aus dem Hochaltar zu sichern und die Schäden an Kreuzweg und Kunstschätzen zu dokumentieren. Wie Pressesprecher Johannes Hörnemann auf Anfrage mitteilte, seien weitere Termine mit Fachleuten der Kunstkommission vorgesehen. Experten der Orgelbau-Firma machen sich ein Bild von der Sauer-Orgel, in dessen Mechanik der Täter offenbar mit voller Wucht getreten war und das Instrument damit unbespielbar machte. Über die Höhe aller vorliegenden Schäden können laut Kirchenbehörde noch keine Angaben gemacht werden. Ein Versicherungsschutz sei gegeben und ein Vertreter des zuständigen Unternehmens habe ebenfalls eine Begutachtung vorgenommen. Aufgabenverteilung: Seelsorgerin Hedwig Sänger (Zweite von rechts) im Gespräch mit Bernd Gründing, Josef Averbeck und Dr. Annette Gründing (von links). Zwar nehmen Angriffe auf Kirchen bundesweit zu und die Hemmschwellen sinken. Im Offizialatsbezirk ist eine Verwüstung in dieser Form bisher jedoch beispiellos. Diebstähle und mutwillige Zerstörungen in kleinerem Umfang würden in Gotteshäusern „ab und an“ registriert. „In einer Kirche sind kürzlich einige Gebetbücher angesteckt worden“, so Hörnemann. Ein größerer Schaden sei aber auch hier ausgeblieben. Zu kurzfristigen Reparaturen zählt in St. Marien die Instandsetzung der gewaltsam außer Betrieb gesetzten Mikrofonanlage. Da die Orgel längerfristig nicht funktioniert, soll eine Übergangslösung mit einem alternativen Instrument organisiert werden. Das Finale des Orgelfestivals „Mächtige Klänge“ muss nicht ausfallen und wird am Sonntag, 28. Juni, ab 18 Uhr in der St. Cäcilia Kirche in Bösel stattfinden.
- Metallhaken durchbohren Reifen auf der B 401
Solche Metallhaken lagen auf der B 401 und beschädigten mehrere Autos. Foto: Polizei Friesoythe/Edewecht. Gleich mehrere Verkehrsvorfälle haben am Mittwoch, 24. Juni, die Polizei in Friesoythe auf den Plan gerufen. Neben zwei Verkehrsunfallfluchten kam es auf der Küstenkanalstraße (B 401) zu mehreren Reifenschäden durch auf der Fahrbahn liegende Metallhaken. Zwischen 12 Uhr und 13 Uhr wurde in der Straße Olden Streek in Friesoythe ein geparkter Audi A5 von einem bislang unbekannten Fahrzeug beschädigt. Der Verursacher entfernte sich anschließend unerlaubt vom Unfallort, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Zu einer weiteren Verkehrsunfallflucht kam es nach Polizeiangaben zwischen 15.30 Uhr und 18.40 Uhr auf dem Parkplatz eines Einrichtungsgeschäftes an der Straße Grüner Hof. Dort wurde eine geparkte Mercedes A-Klasse beschädigt. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 2.000 Euro geschätzt. Auch hier entfernte sich der Unfallverursacher unerkannt. Darüber hinaus meldeten sich am Abend mehrere Verkehrsteilnehmer über den Polizeinotruf. Sie hatten auf der Küstenkanalstraße (B 401) in Fahrtrichtung Oldenburg Metallhaken auf der Fahrbahn überfahren. Die Gegenstände durchstachen teilweise die Reifen der Fahrzeuge und verursachten Sachschäden an mindestens vier Pkw. Nach bisherigen Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass die Metallhaken möglicherweise von einem Fahrzeug oder Anhänger verloren wurden. Hinweise auf eine vorsätzliche Auslegung liegen derzeit nicht vor. Die Polizei Friesoythe bittet Zeugen, die Angaben zu den Unfallfluchten oder zur Herkunft der Metallhaken machen können, sich unter Telefon 04491/93390 zu melden.
- Proteste zeigen Wirkung: Neuer Anlauf für den Grünen Hof
Die Entscheidung zum geplantenUmbau am Grünen Hof wurde im Friesoyther Stadtrat vertagt. Foto: privat Friesoythe. Die geplante Umgestaltung der Straße „Grüner Hof“ wird vorerst nicht beschlossen. Der Friesoyther Stadtrat hat das Thema während seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus Altenoythe von der Tagesordnung genommen. Hintergrund sind die anhaltenden Proteste von Anliegern und der politische Wunsch, zentrale Kritikpunkte in die weitere Planung einfließen zu lassen. Für die Fraktion SPD/Die Grünen begründete Vorsitzende Renate Geuter den Antrag auf Vertagung. Im Verwaltungsausschuss habe man sich intensiv mit einer veränderten Planung beschäftigt. Nach den massiven Protesten bestehe parteiübergreifend der Wille, berechtigte Einwände der Betroffenen aufzugreifen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Geuter. Deshalb solle auch der zuständige Arbeitskreis entgegen früherer Planungen erneut zusammentreten. Dort sollen mögliche Änderungen beraten und den Anliegern erneut Gelegenheit zur Mitsprache gegeben werden. CDU fordert Alternativen bei Parkbuchten Auch CDU-Fraktionschef Lukas Reinken unterstützte die Vertagung. Seine Fraktion spreche sich insbesondere für alternative Ausbauvarianten bei den geplanten Parkbuchten aus. Die CDU werde dem Antrag daher zustimmen,erklärte Reinken. Gleichzeitig mahnte er an, die zeitlichen Vorgaben der Förderprogramme im Blick zu behalten. Eine weitere Verzögerung dürfe nicht dazu führen, dass finanzielle Unterstützung verloren gehe. Förderantrag muss bis Ende September vorliegen Auf die engen Fristen verwies auch die Erste Stadträtin Heidrun Hamjediers. Der Förderantrag müsse einschließlich aller Detailplanungen bis Ende September eingereicht werden. „Damit können wir auch nicht bis zur nächsten Ratssitzung warten“, betonte Hamjediers. Deshalb werde es notwendig sein, sich während der Sommerferien erneut zusammenzusetzen, um die überarbeiteten Planungen zu verabschieden. Andernfalls könne der Antrag nicht rechtzeitig eingereicht werden. Nach Angaben der Verwaltung stünden Fördermittel in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro auf dem Spiel. Rückblende: Streit um Transparenz und Bürgerbeteiligung Die Diskussion um die Neugestaltung des Grünen Hofs hatte sich in den vergangenen Wochen zunehmend zugespitzt (fritz online berichtete). Während Verwaltung und Teile der Politik das Projekt als wichtigen Beitrag zu einer modernen Verkehrs- und Klimapolitik bewerten, formierte sich erheblicher Widerstand bei Anwohnern, Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen entlang der Straße. Viele Betroffene bemängeln vor allem den bisherigen Umgang der Stadt mit Bürgerbeteiligung und Transparenz. Die nun beschlossene Vertagung gilt daher als Signal, die Diskussion erneut zu öffnen und die Interessen der Anlieger stärker in die weiteren Planungen einzubeziehen.
- Vapes im Visier: Altenoyther Schule setzt auf Aufklärung statt Verbote
Das Strohhalm-Experiment: Rektor Rasmus Braun (links) sowie die Lehrkräfte Hennes Alberding (links stehend) und Morten Wiesner (vierter von rechts) im Spiel gegen die beteiligten Schüler. Foto: Höffmann Altenoythe. Ein kleiner Strohhalm, ein paar Atemzüge – und plötzlich wird das Atmen zur Herausforderung. Was zunächst wie ein harmloses Experiment wirkt, sorgte bei den Schülerinnen und Schülern der Heinrich von Oytha Schule für nachdenkliche Gesichter und überraschende Erkenntnisse. Mit einer dreitägigen Präventionsaktion rückte die Schule die gesundheitlichen Risiken von Vapes in den Fokus – und traf damit einen Nerv. Wenn jeder Atemzug schwerfällt „Ich krieg kaum noch Luft“, stellte eine Schülerin bereits nach wenigen Sekunden fest. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler nickten zustimmend. Der Grund: Chemielehrer Hennes Alberding ließ die Jugendlichen zunächst durch einen normalen und anschließend durch einen deutlich schmaleren Strohhalm ein- und ausatmen. Die Wirkung war unmittelbar spürbar. Mit dem Versuch wollte er verdeutlichen, welche Folgen das Inhalieren von Schadstoffen für die Lunge haben kann. „Die Giftstoffe können sich an den empfindlichen Lungenbläschen ablagern. Dadurch wird die Sauerstoffaufnahme erschwert, und langfristig können weitere Erkrankungen entstehen“, erklärte der Lehrer den Jugendlichen. Die schockierten Blicke im Klassenraum zeigten: Die Botschaft kam an. Symbolbild: Adobe Stock Zwischen süßem Duft und echten Gefahren Viele der Schülerinnen und Schüler hatten Vapes bislang als vergleichsweise harmlos eingeschätzt. Bunte Farben, süßliche Düfte und modernes Design vermitteln oft den Eindruck eines ungefährlichen Produkts. Einige Jugendliche berichteten, selbst bereits Kontakt mit den Geräten gehabt zu haben oder sich Sorgen um Familienmitglieder zu machen, die regelmäßig dampfen. Über die möglichen gesundheitlichen Folgen seien sich viele zuvor jedoch nicht bewusst gewesen. Sieben Stationen gegen falsche Vorstellungen Die Atemübung war Teil eines umfangreichen Präventionsprojekts, das an drei Schultagen mit allen sechsten Klassen durchgeführt wurde. An insgesamt sieben Stationen setzten sich die Schülerinnen und Schüler sowohl wissenschaftlich als auch sozialpädagogisch mit dem Thema auseinander. Unterstützt wurden sie dabei von Physiklehrer Morten Wiesner und Sozialpädagogin Ricarda Meyer. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen standen auch die Strategien der Werbeindustrie im Mittelpunkt. Die Jugendlichen analysierten, wie Hersteller mit auffälligen Farben, trendigem Design und gezielter Ansprache insbesondere junge Menschen ansprechen. Ziel war es, einen kritischen Blick auf die vermeintlich harmlose Lifestyle-Welt der Vapes zu entwickeln. Nutzung bereits ab der fünften Klasse sichtbar Dass die Schule aktiv geworden ist, hat einen konkreten Hintergrund. „Die Nutzung von Vapes wird bereits ab der fünften Klasse immer sichtbarer“, berichtet die Sozialpädagogin. Diese Entwicklung habe die Schulleitung alarmiert. Rektor Rasmus Braun initiierte deshalb die Präventionsmaßnahmen. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, Schülerinnen und Schüler zu verurteilen. „Unsere Arbeit hat keinen Bewertungscharakter“, betont Chemielehrer Alberding. Offene Gespräche und persönliche Erfahrungen würden vertraulich behandelt. Die Jugendlichen sollten sich ohne Angst vor Konsequenzen mit ihren Fragen und Unsicherheiten auseinandersetzen können. Illegale Produkte auf dem Schulhof Besonders besorgniserregend sei die Herkunft vieler Geräte. Nach Angaben von Rektor Braun gelangen die meisten Vapes auf illegalem Weg in die Hände der Jugendlichen. „Rund 95 Prozent der eingesammelten Vapes sind nach unseren Erkenntnissen illegal“, erklärt er. Häufig würden sie über das Internet bestellt. Legale Vapes seien erst ab 18 Jahren erlaubt und unter anderem an einer Zollplakette erkennbar. Selbst der Handel unter Schülerinnen und Schülern auf dem Schulhof sei mittlerweile ein Thema. Symbolbild: Adobe Stock Aufklärung statt erhobener Zeigefinger Mit ihrem Präventionsprojekt setzt die Heinrich von Oytha Schule ein deutliches Zeichen. Statt auf Verbote und Vorwürfe setzt die Schule auf Aufklärung, eigene Erfahrungen und wissenschaftliche Informationen. Die Reaktionen der Jugendlichen zeigen, dass schon ein einfacher Versuch ausreichen kann, um die Risiken hinter den bunten Einweggeräten greifbar zu machen.










